Unternehmen

Porsche überholt VW, wird wertvollster Autobauer Europas

Die Porsche AG wird derzeit mit 85 Milliarden Euro bewertet. Damit hat der Sportwagenbauer nun einen höheren Börsenwert als der Mutterkonzern VW.
06.10.2022 17:10
Lesezeit: 1 min
Porsche überholt VW, wird wertvollster Autobauer Europas
Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender von Volkswagen AG und Porsche, und sein Stellvertreter Lutz Meschke beim Börsengang der Porsche AG vor einer Woche in Frankfurt. (Foto: dpa) Foto: Boris Roessler

Nach einem Stotterstart an der Börse sind die Aktien des Stuttgarter Sportwagenbauers Porsche AG auf der Überholspur. Mit einem Kursplus von mehr als sechs Prozent sprangen sie am Donnerstag bis auf 93,70 Euro, den höchsten Stand seit dem Börsengang vor einer Woche. Mit 85 Milliarden Euro ist die Porsche AG damit - gemessen an den Vorzugsaktien - der wertvollste deutsche Autobauer.

Die Sportwagen-Tochter überholte damit den eigenen Mutterkonzern Volkswagen, der auf 77,7 Milliarden Euro kommt. Dabei hatten die Banken den Kurs der Porsche AG an den ersten Handelstagen stützen müssen, um ihn nicht unter den Ausgabepreis von 82,50 Euro rutschen zu lassen.

Von Donnerstag bis Dienstag kauften sie knapp 3,8 Millionen Porsche-Aktien für 312,8 Millionen Euro auf, wie aus einer Pflichtmitteilung der damit beauftragten Bank of America (BofA Securities) hervorgeht.

Für die Stützungskäufe, mit denen Nachfrage erzeugt und das Angebot verknappt wird, werden Aktien aus der Platzierungsreserve (Greenshoe) verwendet. Damit nimmt die Volkswagen AG mit dem Verkauf der Porsche-Aktien entsprechend weniger ein als die Maximalsumme von 9,4 Milliarden Euro.

Insgesamt steht für die Stabilisierungsmaßnahmen in den vier Wochen nach dem Börsengang ein Greenshoe von bis zu 14,85 Millionen Aktien im Wert von 1,23 Milliarden Euro zur Verfügung. Gut ein Viertel der Stücke wurden innerhalb von vier Tagen schon zurückgekauft.

Ein Volkswagen-Sprecher verwies darauf, dass die Stützungskäufe "in einem herausfordernden Marktumfeld" nur rund 11 Prozent der insgesamt 34 Millionen in der Zeit gehandelten Porsche-Aktien ausmachten. Damit sollten starke Schwankungen im Aktienkurs vermieden werden.

Die Bank of America erwarb dabei Porsche-Aktien zu Preisen zwischen 81,00 und dem Ausgabepreis von 82,50 Euro - im Schnitt zu 82,44 Euro. Am Montag war die Aktie der Porsche AG auf 81,00 Euro gefallen, seit Dienstag sind aber kaum noch Stützungskäufe nötig. Zur Stabilisierung dürfen Banken die Aktien maximal zum Ausgabepreis aufkaufen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Immobilienmakler für Kitzbühel – Hotel und Gewerbeimmobilien verkaufen mit Experten

Der Verkauf von Hotels und Gewerbeimmobilien in Kitzbühel stellt besondere Anforderungen an Eigentümer und Makler. Ein erfahrener...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

 

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Walmart zieht Wall Street nach unten
20.08.2026

Unerwartete Turbulenzen an der New Yorker Börse: Was Anleger jetzt wissen müssen

DWN
Finanzen
Finanzen US-Aktienmarkt steht an einem KI-Scheideweg: Hier liegt das große Risiko
20.08.2026

Die Aktienmärkte hängen immer stärker am KI-Boom. Besonders die Magnificent Seven und ihre Lieferketten haben die Kurse nach oben...

DWN
Politik
Politik Trump scheitert, China gewinnt, Europa zahlt die Rechnung
20.08.2026

Wo stehen wir nach fast einem halben Jahr Krieg in Iran? Was geschieht auf den für Europa entscheidenden Seiten?

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Strommangel: Bundesnetzagentur bereitet Zwangsdrosselung der Industrie vor
20.08.2026

Ein Blackout steht nicht unmittelbar bevor. Trotzdem schafft die Bundesnetzagentur Instrumente für eine länger anhaltende Mangellage:...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Eli Lilly-Aktie: Neues Supermedikament gegen Adipositas
20.08.2026

Eli Lilly dürfte bald ein neues Supermedikament gegen Adipositas auf den Markt bringen. "Eine solche Gewichtsreduktion hat man noch nie...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Bankrun in Russland: Warum Bürger ihre Konten leeren
20.08.2026

Ein Bankrun in Russland ist für den Kreml ein Warnsignal. Viele Bürger heben panikartig ihr Bargeld ab. Ökonomen warnen zugleich vor...

DWN
Unternehmen
Unternehmen MG4 Urban im Test: Fast "Das Auto", nur aus China
20.08.2026

Als SAIC Motor das Modell MG4 vorstellte, wurde es sofort zu einem der begehrtesten in China gebauten Elektroautos. Autojournalisten...

DWN
Finanzen
Finanzen Euro-Stablecoins: Wie Europa die Kontrolle über seine Währung verlieren könnte
20.08.2026

Der Euro ist die zweitwichtigste Währung der Welt, doch in der digitalen Finanzwelt spielt er bislang kaum eine Rolle. Während nahezu...