Deutschland

ZEW-Barometer steigt rasant - Rezession zu Ende?

Börsenprofis sehen die deutsche Wirtschaft weitaus optimistischer als zuletzt. Das ZEW-Konjukturbarometer steigt unerwartet stark. Ist die Rezession zu Ende?
17.01.2023 11:41
Aktualisiert: 17.01.2023 11:41
Lesezeit: 1 min
ZEW-Barometer steigt rasant - Rezession zu Ende?
Das positive ZEW-Barometer zur Konjunktur dürfte auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck überraschen, der gerade in Davos verweilt. (Foto: dpa) Foto: Laurent Gillieron

Börsenprofis blicken zu Jahresbeginn weitaus optimistischer auf die Wirtschaft in Deutschland als zuletzt und legen ihre große Rezessionsfurcht ab.

Das Barometer zur Einschätzung der Konjunktur in den nächsten sechs Monaten sprang im Januar um 40,2 Punkte auf 16,9 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter 179 Analysten und Anlegern mitteilte.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Anstieg auf minus 15,0 gerechnet. Zum ersten Mal seit Februar 2022 befindet sich der Indikator nun wieder im positiven Bereich.

Die Einschätzung der konjunkturellen Lage für Deutschland verbessert sich ebenfalls erneut, allerdings nur geringfügig. Sie liegt aktuell bei minus 58,6 Punkten und somit 2,8 Punkte über dem Wert des Vormonats.

"Die ZEW-Konjunkturerwartungen sind im Januar wieder positiv", konstatierte ZEW-Präsident Achim Wambach. Sie signalisierten zum ersten Mal seit Februar 2022, also dem Monat, in dem der Ukrainekrieg begann, eine spürbare Verbesserung der konjunkturellen Lage auf Sicht von sechs Monaten. "Dazu haben vor allem die günstigere Situation an den Energiemärkten und die Energiepreisbremsen der Bundesregierung beigetragen. Außerdem verbessern sich die Exportchancen der deutschen Wirtschaft durch die Aufhebung der Covid-Restriktionen in China", ergänzte Wambach.

"Die Konjunktursorgen lösen sich in Luft auf", sagte VP Bank-Chefökonom Thomas Gitzel.

Für das Gesamtjahr 2023 prognostiziert der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ein Schrumpfen der Wirtschaft um 0,3 Prozent. Hauptgrund dafür sind weiter die Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine, der die Energiepreise vor allem in Europa deutlich nach oben getrieben hat. Ab dem Frühjahr sollte es laut dem BDI aber konjunkturell aufwärtsgehen. Die Wirtschaft hatte hierzulande im vergangenen Jahr um 1,9 Prozent zugelegt. Die Energiekrise verhinderte ein stärkeres Wachstum nach dem Ende der Corona-Einschränkungen. (Reuters)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Anthropic: Milliardenverluste, Millionengehälter und ein gigantischer Börsenplan
19.10.2026

18 Millionen Dollar Vergütung für den Chef, fast 42 Milliarden Dollar Verlust für das Unternehmen: Beim KI-Entwickler Anthropic liegen...

DWN
Politik
Politik Heil statt Klingbeil? Ex-Arbeitsminister schließt Kandidatur für SPD-Vorsitz nicht aus
19.10.2026

Bekommt Lars Klingbeil jetzt Konkurrenz? Ex-Arbeitsminister Hubertus Heil bekommt nach eigenen Worten aus der SPD viele Ermutigungen, für...

DWN
Finanzen
Finanzen Wölfe der Wall Street: Generationenkaufgelegenheit? Weniger Technologie, mehr Gesundheit
19.10.2026

Der S&P 500 verzeichnet zwar ein Plus von zwölf Prozent, doch unter der Oberfläche zeichnet sich ein weitaus schwächeres Bild ab. Der...

DWN
Politik
Politik Steuerzinsen 2027: Nachzahlungen sollen doppelt verzinst werden
19.10.2026

100.000 Euro Steuernachzahlung, zwei volle Zinsjahre: Heute können daraus 3.600 Euro Zinsen werden. Unter dem geplanten neuen Satz wären...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Zeekr greift BMW und Mercedes an: Ex-BMW-Manager rechnet mit Europas Autobauern ab
19.10.2026

In chinesischen Autofabriken verschwinden die Menschen, Roboter übernehmen ihre Arbeit. Während BMW, Mercedes und Audi unter Kostendruck...

DWN
Technologie
Technologie Farizon V7E im Test: Chinas Angriff auf Europas Transporter
19.10.2026

Europas Transporterhersteller bekommen Konkurrenz aus China. Der Farizon V7E will mit viel Ladefläche, moderner Technik und einem...

DWN
Finanzen
Finanzen Einkommens-Vergleich: Wann man in Deutschland reich oder arm ist
19.10.2026

Ab wann gehört jemand zur Mittelschicht und wo beginnt Reichtum? Mit einem Rechner des IW Köln können Verbraucher ermitteln, wo sie...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Hohe Kerosinkosten: Eurowings streicht Flüge und prüft Kurzarbeit
19.10.2026

Brandbrief an Mitarbeiter: Die Dubai-Flüge ab Köln und Stuttgart sind bereits gestrichen, weitere Einschnitte im Winterflugplan folgen....