Deutschland

Großes Datenleck setzt Tesla unter Druck

Der E-Autobauer Tesla gerät in Europa nach Bekanntwerden eines mutmaßlichen Datenlecks unter großen Druck.
26.05.2023 11:40
Aktualisiert: 26.05.2023 11:40
Lesezeit: 1 min
Großes Datenleck setzt Tesla unter Druck
Ein Tesla-Gebäude in Grünheide. (Foto: dpa) Foto: Patrick Pleul

Der Elektroauto-Bauer Tesla hat einem Zeitungsbericht zufolge mit massiven Datenschutzproblemen zu kämpfen und steht nun um Fokus der Behörden. Das "Handelsblatt" berichtete am Freitag, ihm seien 100 Gigabyte an vertraulichen Daten zugespielt worden, darunter sensible Informationen zu Kunden, Mitarbeitern und Geschäftspartnern. In anderen als vertraulich gekennzeichneten Dokumenten gehe es unter anderem um Sicherheitsprobleme bei selbstfahrenden Autos, die Entwicklung neuer Batteriezellen oder den geplanten Elektro-Pickup des US-Herstellers.

Die Brandenburgische Datenschutzbeauftragte Dagmar Hartge sprach von einem massiven Datenleck: "Ich kann mich in meiner Zeit nicht an eine solche Dimension erinnern." Das "Handelsblatt" hat nach eigenen Angaben sensible Daten von mehr als 100.000 aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern erhalten, darunter angebliche Gehälter und Anschriften. Tesla betreibt in Grünheide bei Berlin ein großes Werk. Weil aber Mitarbeiter in ganz Europa betroffen seien, sei der Fall an die niederländischen Behörden abgegeben worden. Die niederländische Datenschutzbehörde erklärte, sie sei in Kenntnis gesetzt worden. Es sei aber zu früh, um zu sagen, ob Ermittlungen aufgenommen würden. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sieht neben Verwarnungen auch Bußgelder vor, die theoretisch bis zu vier Prozent des Konzernumsatzes betragen können - bei einem Tesla-Jahresumsatz von knapp 81,5 Milliarden Dollar wären das bis zu 3,26 Milliarden Dollar.

Das Unternehmen habe die niederländischen Behörden informiert, hieß es in dem Zeitungsbericht. Der Zeitung gegenüber teilte Tesla mit, man verdächtige einen Ex-Mitarbeiter, Daten "unter Verletzung von Geheimhaltungspflichten weitergegeben zu haben". Tesla wolle rechtliche Schritte gegen den Verdächtigten einleiten. Das "Handelsblatt" berichtete, der Informant habe sich an die Zeitung gewandt, weil er nach schlechten Erfahrungen bei dem Unternehmen und unter Tesla-Chef Elon Musk nicht daran geglaubt habe, den Fall intern lösen zu können.

Die IG Metall forderte das Unternehmen auf, die Beschäftigten über alle Verletzungen der Datenschutzrechte aufzuklären. "Diese Enthüllungen sind beunruhigend und passen gleichzeitig in das Bild, das wir in knapp zwei Jahren aus eigenen Eindrücken und Schilderungen der Kolleginnen und Kollegen bei Tesla gewonnen haben", sagte Dirk Schulze, ab Juni Bezirksleiter bei der IG Metall für Berlin, Brandenburg und Sachsen. Offenbar lägen persönlichste Daten für jede denkbare Form des Missbrauchs offen, während zugleich die Unternehmensleitung die Beschäftigten mit viel Druck auf weitreichende Verschwiegenheitspflichten einschwöre. "Wenn das Management verhindern will, dass sich solche Vorfälle wiederholen, sollte es eine Unternehmenskultur fördern, in der Beschäftigte Probleme und Missstände offen und ohne Angst zur Sprache bringen können."

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Wird der XRP-Preis manipuliert? Hinter der Klage der US-Börsenaufsicht deutet sich ein langfristiger Plan von AMT DeFi an

Die Diskussionen rund um die Preisentwicklung von XRP reißen seit Langem nicht ab. Insbesondere nach der Klage der US-Börsenaufsicht...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Boom: Das sind die Gewinner und Verlierer an den Aktienmärkten
16.01.2026

Die Kräfteverhältnisse an den Börsen verschieben sich spürbar, weil KI-Investitionen, Währungseffekte und Branchenrisiken neue...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Entlastung für Verbraucher: Niedrigere Energiepreise drücken Inflation unter Zwei-Prozent-Marke
16.01.2026

Die Preisentwicklung in Deutschland hat sich im Dezember weiter abgeschwächt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sorgten vor allem...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Milliardenübernahme in der Stahlbranche: US-Konzern greift nach Klöckner & Co
16.01.2026

In der Stahlindustrie bahnt sich ein milliardenschwerer Deal an: Worthington Steel aus den USA will Klöckner & Co für elf Euro je Aktie...

DWN
Politik
Politik Förderung Elektroautos: Regierung vertagt Details zur neuen E-Auto Prämie 2026
16.01.2026

Wer auf eine baldige Klarheit zur neuen Kaufprämie für Elektroautos gehofft hat, muss sich weiter gedulden. Bundesumweltminister Carsten...

DWN
Technologie
Technologie 2025 baute Deutschland fast 1.000 neue Windräder an Land
16.01.2026

Windräder an Land sind vor Ort oft umstritten, sollen aber eine zentrale Rolle bei der Energiewende spielen. Der Ausbau nahm 2025 deutlich...

DWN
Politik
Politik EU-Sanktionen gegen Russland: Europas Durchsetzungskraft auf dem Prüfstand
16.01.2026

Die europäische Sanktionspolitik gegen Russland gerät zunehmend unter rechtlichen und finanziellen Druck. Gefährden Klagen russischer...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: TSMC sorgte für Zuversicht an der Wall Street und trieb die Aktienkurse nach oben
16.01.2026

Die US-Aktienmärkte bewegten sich am Donnerstag nach oben, als die aktuellen Ergebnisse des Chipherstellers TSMC die Investoren beruhigten...

DWN
Technologie
Technologie AWS EU-Cloud startet: Milliarden-Investition in Brandenburg
15.01.2026

AWS eröffnet eine unabhängige Cloud für Europa und investiert dafür Milliarden in Brandenburg. Das neue Angebot richtet sich vor allem...