Finanzen

Obama stopft Budget-Loch mit Banken-Strafen

Lesezeit: 1 min
27.03.2014 00:15
Seit 2007 mussten Banken in den USA insgesamt 100 Milliarden Dollar Strafen zahlen. Allein im vergangenen Jahr zahlten sie 52 Milliarden Dollar an die Behörden. Das Fehlverhalten der Banker wurde dadurch nicht beendet.
Obama stopft Budget-Loch mit Banken-Strafen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Seit der Finanzkrise haben die Banken 100 Milliarden Dollar an die US-Regierung gezahlt. Mehr als die Hälfte der Strafzahlungen wurden im vergangenen Jahr verhängt. Auch könnten die Kosten für die Banken noch steigen. Denn die US-Behörden ermitteln noch immer gegen eine Reihe großer Banken.

Im Rahmen ihres Stresstests sagte die Federal Reserve in der vergangenen Woche, dass auf die größten Banken weitere operationelle Risiken in Höhe von 150 Milliarden Dollar zukommen könnten. Der Großteil dieser Risiken sind die erwarteten Prozess-Kosten, berichtet die FT. Offenbar rechnet die Fed damit, dass die Banken ihre Strafzahlungen massiv unterschätzen.

Seit 2007 zahlten die Banken Strafen und Entschädigungen im Umfang von 99,5 Milliarden Dollar, so eine Untersuchung der Financial Times. Dabei geht es etwa um Fehlverhalten bei der Abwicklung von Unternehmen und bei der Kreditvergabe, um Markt-Manipulation und um die betrügerische Ausstellung von hypothekarisch besicherten Krediten (MBS).

Ausländische Banken zahlten 15,5 Milliarden Dollar. Allein im vergangenen Jahr lagen die Zahlungen bei insgesamt mehr als 52 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Die sechs großen US-Banken (JPMorgan, Bank of America, Citigroup, Wells Fargo, Morgan Stanley und Goldman Sachs) hatten 2013 zusammen Gewinne von 76 Milliarden Dollar, knapp weniger als zum Höhepunkt im Jahr 2006.

Die höchste verhängte Strafe musste JPMorgan zahlen. Die Wall-Street-Bank zahlte 13 Milliarden Dollar in einem Deal mit dem US-Justizministerium (hier). Im Rahmen der Einigung räumte JPMorgan ein, die Öffentlichkeit in großem Umfang hinters Licht geführt zu haben. Mitarbeiter hätten an Investoren wissentlich Produkte verkauft, die von schlechterer Qualität gewesen seien als angegeben.

An den Geschäftspraktiken der Banken ändert sich durch die massiven Strafzahlungen offenbar kaum etwas. Keine der Banken, denen Fehlverhalten nachgewiesen wurde, ist daran pleitegegangen. Die zusätzlichen Kosten werden an Aktionäre und Kunden weitergereicht.

Die Bußgelder wirken vielmehr wie eine Art zusätzliche Steuer an die US-Regierung. Mit den zusätzlichen Einnahmen von 52 Milliarden im vergangenen Jahr versucht Präsident Barack Obama, die massiven Löcher im Budget zu stopfen. Im Jahr 2013 lag das US-Defizit bei 680 Milliarden Dollar, nachdem es in den vier Jahren zuvor stets bei über einer Billion Dollar gelegen hatte.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Politik
Politik Völkerrechtler: Die USA gehören wegen ihrer Sanktionspolitik vor den Internationalen Gerichtshof

Lesen Sie das Interview von DWN-Autor Ralf Paulsen mit dem ehemaligen Sekretär der UN-Menschenrechtskommission und weltweit anerkannten...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Kein "Mist" aus Russland: Bauern schlagen Alarm

Seit die Düngemittel-Importe aus Russland von der EU gestoppt wurden, herrscht Dünge-Mangel auf den europäischen Feldern.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Globalisierung am Ende: Lieferketten werden dauerhaft unterbrochen bleiben

Der Abbruch vieler Lieferketten deutet auf das Ende der Globalisierung. Für die Weltwirtschaft wird es kein Zurück zum Zustand vor Corona...

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt die Vermögensabgabe – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Deutschland
Deutschland Tesla will in Grünheide Güterbahnhof bauen

Tesla hat einen Antrag auf verschieden Erweiterungen seines Werks in Grünheide bei Berlin gestellt, darunter ein Güterbahnhof. Die...

DWN
Finanzen
Finanzen Rückkehr zur Normalität: Russland lockert die Geldpolitik

Die russische Notenbank hat ihren Leitzins erneut deutlich gesenkt. Dies markiert den Rückgang zur geldpolitischen Normalität - trotz...

DWN
Finanzen
Finanzen Dax bleibt an Christi Himmelfahrt über 14.000 Punkten

An Christi Himmelfahrt ist der Dax nur schwer in die Gänge gekommen. Der deutsche Leitindex rückte im Feiertagshandel um 0,2 Prozent auf...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundeswehr: Transgender-Kommandeurin muss Tinder-Anzeige neu gestalten

Eine hochrangige Bundeswehr-Kommandeurin muss ihre Tinder-Anzeige überarbeiten. Laut dem Bundesverwaltungsgericht darf das Ansehen des...