Wirtschaft

Inflation fällt deutlich auf 3,8 Prozent

Der Preisverfall bei Energie hat die Inflationsrate für Deutschland im Oktober auf 3,8 Prozent gebremst. Dies ist der niedrigste Wert seit mehr als zwei Jahren.
08.11.2023 09:12
Lesezeit: 1 min
Inflation fällt deutlich auf 3,8 Prozent
Die Inflation in Deutschland hat sich im Oktober deutlich abgeschwächt. (Foto: dpa) Foto: Jan Woitas

Gebremst vom Preisverfall bei Energie lässt die Inflation in Deutschland spürbar nach. Die Jahresteuerungsrate für Waren und Dienstleistungen ging im Oktober auf 3,8 von 4,5 Prozent im September zurück, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mitteilte und damit ein vorläufiges Ergebnis bestätigte. Dies ist der niedrigste Wert seit August 2021, als dieselbe Teuerungsrate erreicht wurde. Der Preisauftrieb bleibt laut Destatis im mittel- und im längerfristigen Vergleich dennoch hoch.

"Insbesondere die über den längeren Kriegs- und Krisenzeitraum gestiegenen Preise für Nahrungsmittel und für Energie sind für die Verbraucherinnen und Verbraucher weiterhin spürbar", sagte Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes. "Aktuell lässt der Preisauftrieb auf der Verbraucherebene etwas nach. Die Jahresteuerung bei Nahrungsmitteln hat sich weiter abgeschwächt und die meisten Energieprodukte wurden binnen Jahresfrist sogar günstiger."

Besonders sichtbar wird dies bei den Kraftstoffen, die im Oktober um 7,7 Prozent günstiger waren als ein Jahr zuvor. Die Preise für die Haushaltsenergie blieben im gleichen Zeitraum nahezu konstant (plus 0,1 Prozent gegenüber Oktober 2022). Deutlich günstiger gegenüber dem Vorjahresmonat waren leichtes Heizöl (minus 28,2 Prozent) und Erdgas (minus 13,0 Prozent). Strom war im Oktober jedoch mit plus 4,7 Prozent weiterhin merklich teurer als ein Jahr zuvor.

"Der Trend fallender Inflationsraten wird sich in den kommenden Monaten fortsetzen, wenn auch nicht mehr mit dem starken Tempo der vergangenen drei Monate", so die Einschätzung von Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK). Im Laufe des Jahres 2024 dürfte sich seiner Ansicht nach die Inflationsrate dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent annähern. "Für das Gesamtjahr 2024 dürfte die deutsche Inflation bei 2,4 Prozent liegen", sagte Dullien. (Reuters)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Brady TwinLead: Wenn das Etikett plötzlich mitdenkt

Ein Etikett bleibt am Produkt, doch die Informationen dahinter können sich verändern. Mit TwinLead verbindet Brady physische...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gewerbesteuer auf Rekordhoch: Warum Kommunen trotzdem Milliarden fehlen
15.10.2026

Deutschlands Gemeinden haben 2025 so viel Gewerbesteuer eingenommen wie nie zuvor. Allerdings stiegen die Einnahmen nur geringfügig, die...

DWN
Finanzen
Finanzen Bank-Aktien: US-Banken überraschen mit Zahlen, Dimon warnt vor wachsenden Risiken
15.10.2026

Während Goldman Sachs und Citigroup mit ihren jüngsten Quartalszahlen die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen haben, blieb...

DWN
Technologie
Technologie Solar-Aufschlag ab 2029: Drohen Mehrkosten für Photovoltaik-Besitzer – was hinter dem Prosumer-Aufschlag steckt
15.10.2026

Solaranlagen auf dem Dach könnten ab 2029 einen höheren Grundpreis für die Stromnetznutzung auslösen. Elf Verbände fordern, den...

DWN
Politik
Politik Berlin-Sondierungen gehen weiter: Linke, SPD und Grüne einigen sich auf zentrale Grundsätze
15.10.2026

Nach tagelangem Streit setzen Linke, SPD und Grüne in Berlin ihre Gespräche über eine mögliche Regierungsbildung fort. Beim Umgang mit...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis-Prognose: Einer der größten Käufer beginnt zu verkaufen
15.10.2026

Jahrelang kauften Zentralbanken Gold in außergewöhnlichem Umfang. Nun schlägt mit Kasachstan einer der größten Käufer einen anderen...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie überspringt die 1.000-Euro-Marke: Ist das die Trendwende?
15.10.2026

Nach deutlichen Kursgewinnen am Mittwoch setzt die Rheinmetall-Aktie ihre Erholung am Donnerstag fort. Eine frühe Xetra-Notierung liegt...

DWN
Finanzen
Finanzen Kospi-Crash: Warum Südkoreas Chipaktien die Börsen erschüttern – was jetzt wichtig ist
15.10.2026

Der südkoreanische Leitindex Kospi rutschte am Donnerstag zeitweise rund acht Prozent ab. Besonders stark traf es die Samsung...

DWN
Finanzen
Finanzen Berkshire Hathaway-Aktie: Greg Abel investiert in Bending Spoons – Berkshires 930-Millionen-Dollar-Wette
15.10.2026

Warren Buffetts Nachfolger Greg Abel richtet Berkshire Hathaway stärker auf digitale Geschäftsmodelle aus. Die Holding investiert weitere...