Politik

Moskau und Pjöngjang wollen Zusammenarbeit auf „allen Gebieten“ ausbauen

Russland und Nordkorea bauen ihre Zusammenarbeit aus. Waffengeschäfte dürften einen wichtigen Aspekt der Partnerschaft bilden - daneben gibt es aber auch noch andere strategisch wichtige Projekte.
17.11.2023 11:10
Aktualisiert: 17.11.2023 11:10
Lesezeit: 1 min
Moskau und Pjöngjang wollen Zusammenarbeit auf „allen Gebieten“ ausbauen
Russland und Nordkorea wollen ihre Beziehungen vertiefen. (Grafik: istockphoto.com/Viacheslav Chernobrovin) Foto: Viacheslav Chernobrovin

Russland und Nordkorea wollen nach offiziellen Angaben aus Moskau die gemeinsame Zusammenarbeit vertiefen. Beim Treffen einer bilateralen Regierungskommission der beiden Länder sei die gemeinsame Ergründung nach Öl und Gas vor Koreas Küste vereinbart worden, sagte Russlands Minister für natürliche Ressourcen und Bodenschätze Alexander Koslow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge am Freitag.

Zudem solle nach Lagerstätten von Gold und seltenen Erden gesucht werden. Es gehe um eine „allumfassende Stärkung der Verbindungen“, sagte Koslow vor dem Hintergrund von Vorwürfen, dass Nordkorea Waffen für Russlands Angriffskrieg in der Ukraine liefert.

Lebensmittel aus Russland

Laut Koslow wurde die Ausweitung russischer Mehl-, Mais- und Sojaöllieferungen besprochen. Nach UN-Angaben ist die Versorgungslage im extrem von der Außenwelt abgeschotteten Nordkorea prekär. Medien berichteten mehrfach über Hunger im Land.

Koslow ließ offen, was Pjöngjang im Gegenzug für die Lebensmittel an Moskau liefert. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte im September den nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Un zu einem Staatsbesuch empfangen. Bei seinem fünftägigen Besuch in Wladiwostok schaute sich Kim viele Rüstungsfirmen an.

Zuvor war der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu im August nach Nordkorea gereist, wo er sich ebenfalls Betriebe aus dem Rüstungsbereich anschaute. Bei Schoigus Besuch waren bereits Absprachen zu einer stärkeren militärischen Zusammenarbeit getroffen worden.

Offiziell haben beide Länder keine Rüstungsverträge bekanntgegeben. Vorwürfe aus dem Weißen Haus, dass Nordkorea Waffen für den Angriffskrieg gegen die Ukraine liefere, wies der Kreml zurück. Die USA hätten keine Beweise dafür vorgelegt, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow und verwies darauf, dass Russland und Nordkorea den Ausbau der Zusammenarbeit auf „allen Gebieten“ beschlossen hätten - da habe sich niemand einzumischen.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Wird der XRP-Preis manipuliert? Hinter der Klage der US-Börsenaufsicht deutet sich ein langfristiger Plan von AMT DeFi an

Die Diskussionen rund um die Preisentwicklung von XRP reißen seit Langem nicht ab. Insbesondere nach der Klage der US-Börsenaufsicht...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Drogeriemarkt DM expandiert: Omnichannel-Strategie treibt Auslandsgeschäft an
17.01.2026

Der DM-Konzern treibt den Ausbau seines Auslandsgeschäfts trotz hoher Anlaufkosten gezielt voran. Geht die Skalierungsstrategie des...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Eberswalder Wurst: Fleischriese Tönnies macht Traditionsbetrieb dicht – warnendes Lehrstück für andere Unternehmen
16.01.2026

Mit der Schließung der Eberswalder Wurstwerke verschwindet ein weiterer DDR-Traditionsbetrieb. Das Werk im brandenburgischen Britz wird im...

DWN
Politik
Politik Trump setzt sich durch: Wie die Abstimmung im US-Senat den Kongress spaltet
16.01.2026

Donald Trump demonstriert erneut, wie eng seine Machtbasis im US-Kongress weiterhin ist, selbst bei umstrittenen außenpolitischen Fragen....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kakaopreis rutscht ab: Ursachen und Folgen für Märkte und Industrie
16.01.2026

Der Kakaomarkt reagiert auf spürbare Veränderungen bei Nachfrage und Verarbeitung. Signalisiert der jüngste Rückgang des Kakaopreises...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Porsche-Aktie: Absatzkrise in China – Porsche verkauft deutlich weniger Fahrzeuge
16.01.2026

Porsche spürt die anhaltende Marktschwäche in China deutlich: Der Absatz ging 2025 um rund ein Viertel auf 41.900 Fahrzeuge zurück....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energiekrise verschärft sich: Gaspreise in Europa innerhalb einer Woche um 20 Prozent gestiegen
16.01.2026

Europas Gasmarkt erlebt einen kräftigen Preissprung: In nur einer Woche stiegen die Kosten für Erdgas um rund 20 Prozent und erreichten...

DWN
Panorama
Panorama Urlaubspläne 2026: Deutsche halten trotz Wirtschaftskrise fest
16.01.2026

Die Reiselust der Deutschen bleibt ungebrochen: Rund zwei Drittel der Bevölkerung planen für 2026 eine Urlaubsreise. Dennoch ist die Zahl...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Stromversorgung nach Kohleausstieg: Braucht Deutschland Gaskraftwerke?
16.01.2026

Die Debatte um neue Gaskraftwerke in Deutschland wird intensiver. Die Regierung sieht sie als zentral für die Versorgungssicherheit,...