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Deutsche Bank-Aktie fester: Gewinnrückgang und Abbau von 3.500 Jobs

Trotz insgesamt besserer Geschäfte hat die Deutsche Bank 2023 unter dem Strich weniger verdient als ein Jahr zuvor. Daraus folgen bittere Konsequenzen für die Belegschaft: 3.500 Jobs sollen wegfallen. Bei den Anlegern kommt das gut an, die Deutsche Bank-Aktie legt im frühen Donnerstagshandel zu.
01.02.2024 09:37
Aktualisiert: 01.02.2024 09:37
Lesezeit: 2 min
Deutsche Bank-Aktie fester: Gewinnrückgang und Abbau von 3.500 Jobs
Anleger der Deutschen Bank-Aktie reagieren positiv auf die Zahlenvorlage (Foto: dpa) Foto: Frank Rumpenhorst

Die Deutsche Bank plant weitere Einsparungen in Milliardenhöhe - nach einem Gewinnrückgang 2023. Die Bank gehe davon aus, dass weitere Kostensenkungen "mit einem Abbau von rund 3.500 Stellen einhergehen, vor allem in kundenfernen Bereichen", teilte Deutschlands größtes Geldhaus am Donnerstag in Frankfurt mit. Der Abbau der Jobs soll nach Angaben eines Sprechers bis Ende nächsten Jahres vollzogen sein.

Nach Kostensenkungen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro im vergangenen Jahr will der Vorstand weitere 1,6 Milliarden Euro einsparen: in Infrastruktur und IT sowie durch Verbesserung von Betriebsabläufen. Weitere Maßnahmen seien "die Straffung des Vertriebsnetzes in Deutschland und die Vereinfachung und Automatisierung von internen Prozessen". Die Bank rechne damit, "dass sich der weitaus größte Teil dieser Maßnahmen bereits 2025 in den laufenden bereinigten Kosten widerspiegeln wird".

Im vergangenen Jahr lag der auf die Anteilseigner des DAX-Konzerns entfallende Überschuss mit gut 4,2 Milliarden Euro um 16 Prozent unter Vorjahresniveau. Ein Jahr zuvor hatte die Bank von einer einmaligen Steuergutschrift profitiert.

Vor Steuern erzielte das Institut 2023 mit fast 5,7 Milliarden Euro jedoch den höchsten Gewinn seit 16 Jahren. Daher zog Konzernchef Christian Sewing auch eine positive Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahres: Die Bank sei stärker gewachsen als geplant. Die Erträge - also die gesamten Einnahmen - stiegen um sechs Prozent auf rund 28,9 Milliarden Euro. Bis 2025 sollen sie auf rund 32 Milliarden wachsen und damit stärker als bisher geplant.

Wie andere Geldhäuser profitierte die Deutsche Bank von den weltweit gestiegenen Zinsen. Sewing betonte jedoch in einem Schreiben an die Belegschaft, der Erfolg der Bank stehe "auf einer breiten Basis": "Das Nettozinsergebnis macht weniger als die Hälfte unserer Erträge aus, ein deutlich geringerer Anteil als bei vielen anderen Banken. Und wir stünden am Ende dieses Jahres nicht so gut da, wenn nicht auch die Teams der Investmentbank und der Vermögensverwaltung in einem schwierigen Marktumfeld sehr viel herausgeholt hätten."

Aktionäre der Deutschen Bank freuen sich über höhere Ausschüttungen

Von der insgesamt positiven Entwicklung sollen die Aktionärinnen und Aktionäre profitieren: Die Dividende soll von 30 Cent ein Jahr zuvor auf nun 45 Cent je Anteilsschein angehoben werden. Weitere 675 Millionen Euro will die Bank bis Ende Juni des laufenden Jahres über Aktienrückkäufe an die Anteilseigner zurückgeben. Für das Geschäftsjahr 2025 peilt der Vorstand eine Dividende von einem Euro je Aktie an.

Im Gesamtjahr 2022 hatte eine einmalige Steuergutschrift in Milliardenhöhe im Zusammenhang mit US-Geschäften dem Institut den höchsten Gewinn seit 15 Jahren beschert: Nach Abzug von Zinszahlungen an Inhaber nachrangiger Anleihen blieben damals unter dem Strich etwas mehr als 5,0 Milliarden Euro. Für 2023 hatte der Vorstand zumindest vor Steuern eine erneute Steigerung angepeilt.

Für viel Ärger und zusätzliche Kosten in Millionenhöhe sorgten im vergangenen Jahr Probleme bei der zum Deutsche-Bank-Konzern gehörenden Postbank. Im Zusammenhang mit einer IT-Umstellung hatten sich dort Beschwerden von Kunden gehäuft, die zum Beispiel zeitweise nicht mehr auf Konten zugreifen konnten oder über Verzögerungen bei Baufinanzierungen klagten. Die Finanzaufsicht Bafin schickte der Bank einen Sonderaufpasser ins Haus. Anders als von Konzernchef Sewing im Herbst in Aussicht gestellt, konnten nicht alle Probleme bis zum Jahresende 2023 behoben werden.

Schwierigkeiten gab es auch bei der Umstellung der Computersysteme der Fondstochter DWS. Die Fondsgesellschaft will sich bei vielen Verwaltungsabläufen von ihrem Mutterkonzern lösen - sofern sie es selbst und billiger hinbekommt. Im Herbst hatte DWS-Chef Stefan Hoops eingeräumt, dass das IT-Projekt länger dauert und deutlich teurer wird als geplant. Nachdem das Vorhaben im vergangenen Jahr mit etwa 100 Millionen Euro zu Buche schlagen sollte, rechnete er für 2024 mit weiteren Kosten in dieser Höhe.

Trotz milliardenschwerer Geldzuflüsse ging der Gewinn der DWS im vergangenen Jahr zurück: Wegen geringerer Erträge und der Erneuerung der IT sank der Überschuss zum Vorjahr um fünf Prozent auf 567 Millionen Euro. Für 2024 erwartet Vorstandschef Hoops einen verstärkten Zufluss an Kundengeldern.

Deutsche Bank-Aktie steigt

Anleger der Deutschen Bank-Aktie reagieren positiv auf die Zahlenvorlage. Mit dem Abbau von Jobs kann das größte deutsche Geldhaus Kosten einsparen - und das Geld an anderer Stelle investieren. Für die betroffenen Beschäftigten ist das eine bittere Nachricht, aus Anlegersicht die Hoffnung auf steigende Kurse. Das Papier nimmt nun sein 52-Wochen-Hoch bei 12,85 Euro wieder in den Blick. (dpa)

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