Wirtschaft

Boom bei Heizungsförderung: KfW rechnet mit Antragsflut

Die staatliche Förderbank KfW prognostiziert eine zunehmende Nachfrage nach Fördergeldern für den Austausch alter Gas- und Ölheizungen durch umweltfreundlichere Alternativen. „Wir befinden uns noch in der Anfangsphase. Unsere Daten zeigen jedoch, dass die Förderung gut angenommen wird“, erklärte Katharina Herrmann, KfW-Vorständin für das Inlandsgeschäft, in Frankfurt am Main. Branchen-Experten sind skeptisch: Sie sehen immer mehr Vorurteile und Skepsis bei den Bürgern.
09.06.2024 14:32
Lesezeit: 1 min

Bis Ende Mai wurden etwa 34.000 Zuschussanträge mit einem Gesamtvolumen von 507 Millionen Euro bewilligt. Besonders beliebt waren Wärmepumpen, die zwei Drittel der neuen Anlagen ausmachten, gefolgt von Biomasseheizungen mit 22 Prozent und Solarthermie. Herrmann betonte, dass die Heizungsförderung ein wesentlicher Bestandteil der Energiewende im Gebäudesektor sei, welcher rund ein Drittel der CO2-Emissionen verursache.

Seit dem 27. Februar können Eigentümer von selbstbewohnten Einfamilienhäusern staatliche Fördermittel für den Austausch ihrer alten Heizsysteme beantragen. Seit dem 28. Mai gilt dies auch für private Eigentümer von Mehrfamilienhäusern, einschließlich Vermieter und Wohnungseigentümergemeinschaften mit Zentralheizung. Herrmann berichtete, dass sich die Anzahl der Anträge pro Woche mit der Erweiterung der Förderung verdoppelt habe. Ab August können auch private Vermieter von Einfamilienhäusern sowie Wohnungseigentümer, die ihre Heizung erneuern möchten, Anträge stellen. Ebenso werden dann Kommunen und Unternehmen berechtigt sein, Förderanträge einzureichen.

Bis zu 70 Prozent Förderung möglich

Je nach Voraussetzungen ist eine Förderung von bis zu 70 Prozent möglich. Generell sind 30 Prozent für Wohn- und Geschäftsgebäude vorgesehen, ergänzt durch verschiedene Boni. Dazu zählen ein Einkommensbonus und ein Geschwindigkeits-Bonus von 20 Prozent für den vorzeitigen Austausch alter Heizsysteme bis 2028. Ein Effizienz-Bonus von 5 Prozent wird für Wärmepumpen gewährt, die Wasser, Erdreich oder Abwasser als Wärmequelle nutzen oder ein natürliches Kältemittel verwenden.

Hausbesitzer, die eine Zusage für den Heizungstausch von der KfW erhalten haben, können zudem einen zinsgünstigen KfW-Förderkredit bei ihrer Hausbank beantragen.

„Die bereitgestellten Fördermittel sind nach unserer Einschätzung ausreichend“, sagte Herrmann. Laut Bundeswirtschaftsministerium stehen für das laufende Jahr rund 16 Milliarden Euro für die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zur Verfügung, die auch andere Sanierungsmaßnahmen wie die Dämmung von Dächern oder den Austausch von Fenstern umfasst.

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