Wirtschaft

Einzelhandel in Sorge: In Geschäften wird immer mehr gestohlen

Der deutliche Anstieg bei den Ladendiebstählen ist besorgniserregend - für Geschäftsinhaber und ganz Deutschland. Experten sehen für diesen Negativtrend mehrere Gründe.
03.07.2024 09:27
Aktualisiert: 03.07.2024 10:27
Lesezeit: 1 min
Einzelhandel in Sorge: In Geschäften wird immer mehr gestohlen
Auch in Kleidungsgeschäften wird immer mehr geklaut - der Einzelhandel ist angesichts dieses Trends in großer Sorge. (Foto: dpa) Foto: Martin Schutt

Die Einzelhändler in Deutschland haben ein zunehmendes Problem mit Ladendiebstahl. Kundinnen und Kunden haben im vergangenen Jahr laut einer Studie des Handelsforschungsinstitut EHI Waren im Wert von 2,8 Milliarden Euro gestohlen. Der Schaden, der dem Handel dadurch entstanden ist, liegt damit 15 Prozent höher als im Vorjahr. Hinzu kommen Diebstähle von Mitarbeitern und Lieferanten. Einen Anstieg gibt es demnach im Lebensmittel- und Bekleidungshandel sowie bei Drogeriemärkten.

Dafür gibt es mehrere Gründe. „Durch die Preissteigerungen bei vielen Produkten sind einige Menschen in finanzielle Nöte geraten und haben häufiger geklaut“, sagte Studienautor Frank Horst. Ein weiteres Problem sei der Fachkräftemangel im Einzelhandel. „In vielen Geschäften ist heute weniger Personal im Einsatz. Dadurch haben Diebe leichteres Spiel. Personal verhindert durch Präsenz indirekt Diebstähle“, so Horst. Ausländische Straftäter nannte er nicht, aber diese dürften ebenfalls eine gewichtige Rolle spielen.

Zu den bei Dieben besonders beliebten Warengruppen in Supermärkten und Discountern zählen Spirituosen, Tabakwaren, Kosmetikprodukte, Rasierklingen, Energydrinks sowie Babynahrung und Kaffee. Fleisch, Wurst und Käse werden ebenfalls häufiger genannt. Meist handelt es sich um Gelegenheitstäter, bei mindestens einem Viertel sind professionelle Täter verantwortlich, die bandenmäßig agieren.

Insgesamt sind die Inventurdifferenzen 2023 um 5 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro gestiegen. Die Zahl umfasst sowohl die Verluste durch Diebstahl von Kunden, Mitarbeitern und Personal von Lieferanten und Servicefirmen sowie organisatorische Mängel wie beispielsweise eine falsche Preisauszeichnung. Auch dem deutschen Staat entsteht dadurch ein Schaden, ihm entgehen Umsatzsteuereinnahmen in Höhe von rund 560 Millionen Euro.

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