Politik

Thüringens Agrarministerin: Wieder mehr Dorfläden ermöglichen

Zur Agrarministerkonferenz haben sich die Landwirtschaftsminister in Oberhof getroffen und dabei auch über eine bessere Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln gesprochen.
12.09.2024 17:05
Lesezeit: 1 min
Thüringens Agrarministerin: Wieder mehr Dorfläden ermöglichen
Agrarministerkonferenz in Thüringen: In der Mitte Susanna Karawaskji, die Gastgeberin in Oberhof. (Foto: dpa) Foto: Martin Schutt

Bund und Länder sollten nach Ansicht der Vorsitzenden der Agrarministerkonferenz, Susanna Karawanskij (Linke), gemeinsam den Schwund an Läden in ländlichen Regionen stoppen. „In den vergangenen 30 Jahren sind etwa drei Viertel der zumeist kleinen Geschäfte in den Dörfern verschwunden. Dem müssen wir etwas entgegensetzen“, sagte Karawanskij den DWN. Mehrere Bundesländer haben nach Angaben der Thüringer Ressortchefin eine sichere Nahversorgung in ländlichen Regionen auf die Tagesordnung der Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern heute und am Freitag im thüringischen Oberhof gesetzt. Sie sehen den Bund stärker in der Pflicht.

Dorfläden nicht nur zum Einkaufen

„Wir setzen uns für eine stabile Bundesförderung für Dorfläden ein“, sagte Karawanskij. Thüringen habe zwar seit 2015 ein Förderprogramm, mit dem seitdem auch 60 Dorfläden unterstützt wurden. Das reiche aber wie in anderen Bundesländern nicht aus.

Laut Karawanskji geht es beispielsweise um Investitionshilfen für die Läden, die oft keinen hohen Ertrag abwerfen. Viele von ihnen seien aber auch ein Treffpunkt für die Menschen in kleinen Orten, manche mit Bäckerei und Tischen, oder Anlaufstelle für Postdienst- und Bankdienstleistungen: „Da geht es auch um Daseinsvorsorge.“

Nach den Bauernprotesten im Winter und Frühjahr beschäftigen sich die Minister auch mit weiteren Schritten zum Bürokratieabbau in der Landwirtschaft sowie mit der Förderung alternativer Antriebe für landwirtschaftliche Maschinen und Geräte. „Man wird auf Agrardiesel nicht auf weiteres verzichten können. Aber es müssen staatliche Anreize zum Umstieg auf andere Antriebstechniken gesetzt werden“, sagte die Vorsitzende der Agrarministerkonferenz.

Verlässlichkeit für Betreibe wichtig

Nach Einschätzung von Karawanskij geht es in der Landwirtschaft um Tempo beim nötigen Strukturwandel, aber auch um Verlässlichkeit für die Investitionsplanung der Betriebe. „Wenn Verlässlichkeit fehlt, sorgt das für Unmut. Und das kann ich verstehen“, sagte die Linke-Politikerin. Vor dem Tagungshotel in Oberhof hat der Thüringer Bauernverband Aktionen angekündigt. Der Deutsche Bauernverband verlangt vor allem, dass in den kommenden Jahren der Finanzrahmen für die Landwirtschaft erhöht wird, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern

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