Unternehmen

VW-Aufsichtsrätin kritisiert Bund und fordert Maßnahmen zur E-Mobilität

Angesichts der aktuellen Krise bei Volkswagen sieht VW-Aufsichtsrätin Julia Willie Hamburg die Bundesregierung in der Verantwortung, den Absatz von E-Autos wieder anzukurbeln.
11.10.2024 08:49
Aktualisiert: 11.10.2024 08:49
Lesezeit: 1 min

"Es ist wichtig, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher erkennen, welche Vorteile sie durch den Umstieg auf E-Autos haben", erklärte die Grünen-Politikerin, die als stellvertretende Ministerpräsidentin Niedersachsens im VW-Aufsichtsrat sitzt, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Dazu gäbe es verschiedene Ansätze, wie beispielsweise eine Förderung, die sich an der CO2-Bilanz der Produktion orientiert, steuerliche Anreize oder vergünstigten Ladestrom.

"Entscheidend ist: In Zeiten wie diesen muss die Politik handeln und neuen Schwung in die E-Mobilität bringen – das ist eine dringende Aufgabe für die Bundesregierung", betonte die VW-Aufsichtsrätin Hamburg. Zwar benötige Volkswagen keine direkte staatliche Finanzhilfe, wie sie zuletzt in Niedersachsen der Meyer Werft zugutekam. Die Politik müsse aber die Rahmenbedingungen schaffen, damit der Wandel in der deutschen Industrie erfolgreich sei. "Dazu gehören unter anderem niedrigere Energiepreise."

Hamburg verlangt Entlastungen für Batterieproduktion

Von der EU fordert die Vize-Ministerpräsidentin, die energieintensive Batteriezellproduktion zu entlasten, damit diese in Deutschland wettbewerbsfähig bleibe. "Nur dann können Stromrabatte für die Batteriezellproduktion gewährt werden, was die Herstellung von E-Autos deutlich günstiger machen würde. Für VW ist das von zentraler Bedeutung", so Hamburg.

Mit Blick auf die Debatte über mögliche Werksschließungen bei Volkswagen rief Hamburg sowohl das Unternehmen als auch die Arbeitnehmer auf: "Beide Seiten müssen jetzt tragfähige Lösungen erarbeiten und Optionen prüfen, die Standortschließungen vermeiden."

Das Land Niedersachsen hält 20 Prozent der Stimmrechte im VW-Konzern. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und seine Stellvertreterin Julia Willie Hamburg vertreten das Land im Aufsichtsrat. In Niedersachsen betreibt VW sechs Standorte mit über 100.000 Beschäftigten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

 

DWN
Finanzen
Finanzen VW kündigt Tarifvertrag: Was jetzt auf 100.000 Beschäftigte zukommt – und auf die VW-Aktie
30.09.2026

Volkswagen verschärft seinen Sparkurs und kündigt einen Großteil seiner Haustarifverträge. Nach Angaben der IG Metall sind zehn...

DWN
Politik
Politik Innere Sicherheit: Innenministerkonferenz beschließt nicht mehr einstimmig
30.09.2026

Die Innenministerkonferenz verabschiedet sich vom Einstimmigkeitsprinzip, um zukünftig "Blockaden" zu verhindern. Künftig reichen 13...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europäische Unternehmen, die in China tätig sind, stehen vor einer schwierigen Wahl
30.09.2026

Europäische Unternehmen mit Geschäften in China stehen vor einem Dilemma: gegen EU-Recht verstoßen oder gegen chinesisches Recht. Die...

DWN
Politik
Politik Vestager und Nobelpreisträger schlagen KI-Alarm: Kritisches Zeitfenster schließt sich Monat für Monat
30.09.2026

Europa läuft Gefahr, bei künstlicher Intelligenz dauerhaft von den USA und China abhängig zu werden. Margrethe Vestager, zwei...

DWN
Politik
Politik Teilzeitrepublik: Teilzeit boomt, Vollzeit schrumpft: Arbeiten die Deutschen zu wenig?
30.09.2026

Der Staat klagt über Personalmangel – hat aber selbst die höchste Teilzeitquote unter den Beschäftigten. Eine Studie schlägt nun die...

DWN
Politik
Politik Ende des Brexit? Britischer Premier schließt Wiedereintritt in EU nicht aus
30.09.2026

Der Brexit bleibt auch Jahre nach dem Austritt ein Dauerthema im Vereinigten Königreich. Mit seiner Haltung dazu sorgt der britische...

DWN
Politik
Politik Erster AfD-Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt? Siegmund stellt sich zur Wahl
30.09.2026

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund will sich nach seinem Sieg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Dezember als Ministerpräsident...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Aus für Bohai-Automotive: Werksschließung in Harzgerode
30.09.2026

Der Autozulieferer Bohai Automotive schließt sein Werk im Harz endgültig. Rund 550 Arbeitsplätze verschwinden an dem traditionsreichen...