Technologie

Autonomes Fahren in Deutschland: Bundesregierung plant flächendeckenden Regelbetrieb

Die Bundesregierung treibt die Umsetzung des autonomen Fahrens in Deutschland voran: Bis 2028 soll der weltweit größte Betriebsbereich für autonome Fahrzeuge entstehen. Im Fokus stehen dabei der öffentliche Nahverkehr, der Güterverkehr und die Integration innovativer Technologien. Ziel ist eine sichere, nachhaltige und effiziente Mobilität, die das Potenzial der deutschen Automobilindustrie stärkt.
08.12.2024 09:42
Lesezeit: 1 min

Autonomes Fahren in Deutschland: Regelbetrieb im Fokus

Was die rechtlichen Rahmenbedingungen angeht, gilt Deutschland mit drei Gesetzen aus den Jahren 2017, 2021 und 2022 weltweit als Vorreiter im Bereich des autonomen Fahrens. Doch während in US-Städten wie San Francisco und Phoenix oder in China bereits tausende Robo-Taxis unterwegs sind, gibt hierzulande zwar einzelne Pilotprojekte, es fehlt allerdings noch an Serienreife und skalierbaren Geschäftsmodellen.

Perspektivisch solle das autonome Fahren überall in Deutschland im Regelbetrieb stattfinden, sagte Bundesverkehrsminister Volker Wissing (parteilos). „Darauf wirken wir hin und legen einen besonderen Schwerpunkt auf den öffentlichen Personennahverkehr sowie den Güterverkehr.“ Autonomes Fahren sei eine Schlüsseltechnologie für eine innovative, saubere, barrierefreie und bezahlbare Mobilität.

Im Laufe des kommenden Jahres sollen dem Papier zufolge Finanzierungsmöglichkeiten für autonome Mobilität im ÖPNV identifiziert werden. Bis 2026 soll dann ein nahtloser Übergang vom Erprobungs- in den Regelbetrieb erfolgen. Die Bundesregierung verspricht sich dadurch eine höhere Verkehrssicherheit und eine Stärkung des ÖPNV. Außerdem helfe autonomes Fahren dabei, den Fahrermangel zu bewältigen und die Effizienz im Güterverkehr zu steigern, weil Fahrzeiten im autonomen Betrieb ausgedehnt und Logistikkonzepte integriert werden könnten.

Herausforderungen und Chancen für autonome Mobilität

Als Herausforderungen werden in dem Papier die noch fehlende Serienreife, hohe Kosten, ungeklärte Haftungsfragen sowie eine möglicherweise fehlende Akzeptanz in der Bevölkerung genannt.

Robo-Busse und deutsche Autobauer: Wegbereiter für Innovationen

Der Zeitplan der Bundesregierung zum Durchbruch beim autonomen Fahren deckt sich mit den Erwartungen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA). „2026, spätestens 2027 werden selbstfahrende Robo-Busse in den ersten Städten in Deutschland unterwegs sein und Fahrgäste transportieren“ , sagte KBA-Präsident Richard Damm jüngst der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ . Hamburg etwa könnte es schaffen, bis 2030 rund 10.000 Shuttle-Busse auf den Straßen zu haben.

Die Förderung des autonomen Fahrens in Deutschland soll auch einheimischen Auto-Herstellern neuen Schwung verleihen. „Wir wollen, dass die deutsche Automobilindustrie an ihre bisherigen Erfolge anknüpfen und ihre Weltmarktführerschaft durch Innovationen behaupten kann.“ Hierzu gehöre eine breite Einführung des autonomen und vernetzten Fahrens in allen Anwendungsbereichen.

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