Politik

100 Tage Präsident: Trump gibt sich Bestnoten

Donald Trump hat seine ersten einhundert Tage der neuen Amtszeit zum Triumphzug erklärt – mit scharfen Angriffen auf Joe Biden, Justiz, Medien und politische Gegner. Die Rede in Michigan zeigt: Der frühere Präsident gibt sich siegessicher, ignoriert Kritik und verspricht das nächste große Wunder. Doch Fachleute warnen vor den Folgen seines wirtschaftspolitischen Kurses.
30.04.2025 13:15
Lesezeit: 2 min

Trump zelebriert Amtszeit mit aggressiver Rede

US-Präsident Donald Trump hat seine ersten einhundert Tage im Amt mit einer kämpferischen Kundgebung gefeiert. Die Monate seit Beginn seiner zweiten Amtszeit im Januar seien die "erfolgreichsten ersten einhundert Tage einer Regierung in der Geschichte unseres Landes", erklärte der Republikaner vor Anhängern im Bundesstaat Michigan. "Wir holen uns unser Land von einer kranken politischen Klasse zurück, die dadurch reich geworden ist, Amerika zu verkaufen und ausbluten zu lassen. Wir lassen so etwas nicht mehr zu."

In seiner Rede lobte sich Trump selbst in den höchsten Tönen und attackierte politische Gegner erneut scharf. Es war sein erster Auftritt im Stil eines Wahlkampfs seit dem Wiedereinzug ins Weiße Haus. "Ich habe euch vermisst, ich habe die Kampagne vermisst", rief er seinen Anhängern zu. Die Republikaner richten ihren Blick nach der Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr bereits auf die Kongresswahlen 2026 zur Mitte von Trumps Amtszeit.

Scharfe Attacken auf Biden und die Demokraten

Trump spottete bei dem Auftritt ausgiebig über seinen Amtsvorgänger, den Demokraten Joe Biden, den er als sabbernden, senilen Mann darstellte und als "verrückten Typen" beschimpfte. "Wie zum Teufel konnte dieser Kerl jemals Präsident werden", höhnte Trump. Die Demokraten bezeichnete er pauschal als "radikale Irre", "Kriminelle" und "kranke Leute", Zehntausende Bundesbeamte als "inkompetent" und "korrupt".

Der Achtundsiebzigjährige beklagte sich auch über "linksradikale Richter", die versuchten, seine Politik zu blockieren, und über voreingenommene Medien, die fast ausschließlich negativ über ihn berichteten. Schlechte Umfragewerte zu seinen ersten einhundert Tagen wies er sämtlich als gefälscht zurück.

Versprechen trotz Kritik

Trump betonte, er lasse sich durch nichts aufhalten. Unter dem Jubel seiner Anhänger zählte er zahlreiche umstrittene Entscheidungen aus den ersten Monaten seiner Präsidentschaft auf und kündigte als nächsten Schritt umfassende Steuersenkungen an. "In den kommenden Wochen und Monaten werden wir die größten Steuersenkungen in der amerikanischen Geschichte auf den Weg bringen", sagte Trump – und versprach erneut ein "goldenes Zeitalter" für Amerika mit niedrigen Verbraucherpreisen, höheren Löhnen und der "besten Wirtschaft in der Geschichte der Welt". Fachleute warnen hingegen angesichts von Trumps radikaler Zollpolitik vor steigender Inflation und schwächerem Wirtschaftswachstum.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Unternehmen
Unternehmen Personalabbau bei Chemieriese Evonik: 1.850 Arbeitsplätze fallen weg
10.06.2026

Deutschlands Industrie baut weiter ab: Der Essener Chemiekonzern Evonik streicht 1.850 Stellen bis Ende 2026. Die Krise der deutschen...

DWN
Finanzen
Finanzen Schaeffler-Aktie im Fokus: Erholung nach Vortagsrutsch - Was das Kursziel erhöht
10.06.2026

Aktie im Fokus: Für die Aktien von Schaeffler ist im vorbörslichen Handel am Mittwoch direkt wieder eine Erholung angesagt.

DWN
Politik
Politik FDP-Chef Kubicki rechnet mit Merz ab: “Erwartungsmanagement ist unterirdisch“
10.06.2026

In der ARD-Sendung Maischberger warf Kubicki dem CDU-Chef vor, "unglaublich schlecht" zu kommunizieren. Seine Kritik fällt deutlich aus...

DWN
Politik
Politik Nach Trump-Ansage: Netanjahu zu Alleingang gegen den Iran bereit
10.06.2026

Israel hat seine Angriffe auf den Iran auf US-Wunsch eingestellt - schließt aber einen Alleingang nicht aus. Ein Iran-Experte warnt vor...

DWN
Politik
Politik Düngemittel-Lobbyisten tummeln sich in Belarus
10.06.2026

Minsk versucht mit Unterstützung der USA, die bislang unnachgiebige Haltung der Europäischen Union zum Transit von belarussischem Dünger...

DWN
Technologie
Technologie iPhones in der EU ohne KI-Siri: Apple greift Kommission an
10.06.2026

Apple startet einen neuen Anlauf bei Künstlicher Intelligenz – doch Nutzer in der EU erhalten auf iPhones und iPads keinen Zugang zu...

DWN
Panorama
Panorama Gewalt von Linken und Rechten nimmt zu
10.06.2026

Die Erhebung politisch motivierter Straftaten gilt als eine Art Fiebermessung für die deutsche Gesellschaft. Ein Blick auf die Statistik...

DWN
Finanzen
Finanzen ChatGPT geht an die Börse
09.06.2026

Der ChatGPT-Entwickler OpenAI steuert auf die Börse zu. Zugleich macht das Unternehmen aber deutlich, dass es sich für diesen Schritt...