Politik

Selenskyj lehnt US-Pläne ab: Kein Frieden auf Kosten der Ukraine

Die Ukraine steht unter internationalem Druck, Gebiete aufzugeben. Präsident Selenskyj widersetzt sich – noch.
30.04.2025 10:09
Lesezeit: 1 min

Die geopolitische Spannung um den Ukraine-Krieg erreicht einen neuen Höhepunkt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich vehement gegen Berichte gestellt, wonach die USA eine Einfrierung der Frontlinien und die Anerkennung der Krim als russisch in Betracht ziehen. Bei einem Gipfeltreffen in Polen machte er deutlich: Ein „gerechter Frieden“ bedeute keine „Belohnung“ für den Aggressor – und vor allem keinen Verzicht auf ukrainisches Staatsgebiet.

Friedensvorschläge aus Washington: Rückzug oder Kapitulation?

Selenskyjs deutliche Worte fielen mit Medienberichten zusammen, die von einem möglichen US-Angebot an Russland sprechen: Anerkennung der russischen Kontrolle über die 2014 annektierte Krim und ein Stopp der Kampfhandlungen entlang der aktuellen Frontlinie. Für Kiew ist das ein inakzeptabler Vorschlag – für Moskau eine stille Einladung zur Teilung der Ukraine.

Trump signalisiert Bereitschaft zu Gebietsabtrennungen

Ex-Präsident Donald Trump äußerte zuletzt, Selenskyj sei womöglich bereit, die Krim aufzugeben, um einen Frieden zu erzielen. Diese Einschätzung stößt in Kiew auf scharfe Ablehnung. Auch weitere russische Forderungen – darunter die dauerhafte Kontrolle über vier teilweise besetzte ukrainische Regionen – würden auf eine vollständige Revision der europäischen Sicherheitsordnung hinauslaufen.

20 Prozent Ukraine unter russischer Kontrolle – vorläufig?

Russland hält derzeit rund 20 Prozent des ukrainischen Territoriums besetzt – inklusive der Krim. Doch die militärische Kontrolle ist brüchig, insbesondere in den umkämpften südlichen und östlichen Regionen. Während Moskau von vollzogenen Annexionen spricht, erkennt der Westen diese nicht an – zumindest bisher.

Washington: „Entscheidende Woche“ im Ukraine-Krieg

Die USA sehen die laufende Woche als potenziell richtungsweisend für den weiteren Kriegsverlauf. Ob es zu einem Wendepunkt oder einer geopolitischen Neuordnung kommt, hängt nun maßgeblich davon ab, wie weit Washington und Kiew bereit sind, Kompromisse einzugehen – und wie viel Einfluss Moskau auf den Friedensprozess nimmt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Digitales Trinkgeld umstritten: Trinkgeldvorgaben per Terminal stoßen auf wenig Begeisterung
07.04.2026

Vorgeschlagene Trinkgeldbeträge am Kartenterminal sind umstritten: Nur knapp drei von zehn Deutschen finden sie praktisch – Ältere sind...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kraftstoffsteuer in Europa: Warum der Benzinpreis dauerhaft zu hoch ist
07.04.2026

Die Kraftstoffsteuer entwickelt sich zunehmend zum zentralen Kostenfaktor für Energie in Europa und verschärft den Druck auf Industrie...

DWN
Politik
Politik EU-Energieabhängigkeit: Weg von Putin, hinein in Trumps Einfluss
06.04.2026

Die EU hat ihre Abhängigkeit von russischer Energie in den vergangenen vier Jahren deutlich reduziert. Stattdessen ist eine neue...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Der moderne CEO: Warum klassische Karrierewege nicht mehr ausreichen
06.04.2026

Immer mehr Vorstandschefs großer Konzerne werden ausgewechselt, während sich zugleich die Anforderungen an die Rolle deutlich...

DWN
Finanzen
Finanzen Steuererklärung: Welche Hilfe das Finanzamt wirklich leisten darf
06.04.2026

Das Finanzamt gilt für viele als erste Anlaufstelle bei Steuerfragen. Doch nicht jede Antwort ist erlaubt oder verbindlich. Welche Hilfe...

DWN
Technologie
Technologie KI im E-Learning: Wie ChatGPT Kursanbieter entlarvt
06.04.2026

Was früher niemand las, prüft heute eine Maschine in Sekunden. Kunden lassen Verträge, E-Books und Onlinekurse von KI analysieren und...

DWN
Panorama
Panorama Die unsichtbaren Schatzkammern der Welt: 10 Rohstoffquellen unter dem Radar
06.04.2026

Rohstoffe sind zurück im Zentrum der Weltpolitik – doch die größten Konflikte entstehen nicht in Venezuela, Iran oder China. Tiefsee,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elektrischer Mercedes GLC: Preise, Technik und Reichweite im Überblick
06.04.2026

Mit dem elektrischen GLC will Mercedes den Umstieg in die Elektromobilität attraktiver machen und kombiniert moderne Technik mit...