Politik

Donald Trump: Alcatraz-Gefängnis soll Betrieb wieder aufnehmen

Die einst berüchtigte Strafanstalt auf der Insel bei San Francisco galt als unbezwingbare Festung. Jetzt will Donald Trump das Alcatraz-Gefängnis wieder aktivieren – als unmissverständliches Zeichen für Härte im Umgang mit Kriminellen.
05.05.2025 12:21
Aktualisiert: 05.05.2025 12:21
Lesezeit: 2 min

Donald Trump plant spektakuläre Rückkehr von Alcatraz

Der frühere US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, das Alcatraz-Gefängnis reaktivieren zu wollen. Auf Truth Social schrieb der Republikaner, er habe Behörden angewiesen, ein "vergrößertes und umgebautes Alcatraz wiederzueröffnen, um Amerikas skrupelloseste und gewalttätigste Straftäter unterzubringen". Der neue Plan soll Alcatraz erneut zu einem Sinnbild für kompromisslose Justiz machen. Konkrete Umsetzungspläne wurden bisher nicht genannt.

Zwischen 1934 und 1963 war das Alcatraz-Gefängnis in den USA berüchtigt. Die kleine Insel "The Rock" war praktisch ausbruchssicher – und diente der Isolierung der gefährlichsten Kriminellen. Namhafte Gangster wie Al Capone mussten dort unter extrem harten Bedingungen ihre Strafen absitzen. Auch viele weniger bekannte Häftlinge, die als besonders aggressiv galten oder als Fluchtrisiko eingestuft wurden, saßen dort ein. Heute steht Alcatraz unter Natur- und Denkmalschutz, dient als Museum und zieht Touristen aus aller Welt an. Die Insel ist Brutplatz für Vögel und wurde in Hollywood-Filmen als Kulisse genutzt. Der Name Alcatraz ist längst weltbekannt – und steht noch immer für Härte.

Trump erklärte, die Vereinigten Staaten hätten früher keine Scheu gehabt, gefährliche Verbrecher weitab von der Gesellschaft festzusetzen. "So sollte es auch sein. Wir werden diese Serientäter, die auf unseren Straßen Schmutz, Blutvergießen und Chaos verbreiten, nicht länger dulden", so der 78-Jährige. "Die Wiedereröffnung von Alcatraz wird als Symbol für Recht, Ordnung und Gerechtigkeit dienen."

Kostenfaktor beendete einst den Betrieb des Alcatraz-Gefängnisses

Laut Angaben der zuständigen Bundesbehörde waren im Alcatraz-Gefängnis über die Jahre hinweg stets nur rund 260 bis 275 Insassen gleichzeitig untergebracht. Die maximale Kapazität von 336 Häftlingen wurde nie erreicht. Alcatraz beherbergte damit weniger als ein Prozent aller Gefangenen im Bundesstrafvollzug. Die damalige Schließung erfolgte laut Behördenangaben aus Kostengründen. Der Betrieb von Alcatraz war fast dreimal so teuer wie der anderer Bundesgefängnisse. "Die Hauptkosten wurden durch die physische Isolation der Insel verursacht (...). Diese Isolation bedeutete, dass alles (Lebensmittel, Vorräte, Wasser, Treibstoff usw.) per Schiff nach Alcatraz gebracht werden musste." Deshalb entschied sich die US-Regierung für eine neue, kostengünstigere Lösung.

Donald Trump scheint diese Argumente nicht zu interessieren. Es ist unklar, wie viel der Wiederaufbau von Alcatraz kosten würde oder wie lange er dauern könnte. Doch für Trump zählt vor allem die Wirkung: Er präsentiert sich erneut als „Law-and-Order“-Verfechter, der mit Alcatraz ein deutliches Zeichen gegen Kriminalität setzen will. Die symbolische Strahlkraft steht für ihn klar über der Realisierbarkeit.

Symbolpolitik mit Guantánamo und Alcatraz

Bereits kurz nach Amtsantritt hatte Trump im Januar ein Zentrum für kriminelle Migranten auf dem Militärstützpunkt Guantánamo Bay angekündigt – ebenfalls ein Ort mit düsterem Ruf. Der Plan sah den Ausbau einer bereits existierenden Einrichtung vor, getrennt vom berühmten Gefangenenlager, das nach dem 11. September errichtet wurde. Guantánamo gilt bis heute als Sinnbild für Härte – was der damaligen Ankündigung zusätzliche Wirkung verlieh.

Trump erhielt damals Unterstützung von seinem Sohn Donald Junior. Nach Bekanntwerden der Guantánamo-Pläne schlug dieser auf X vor, auch Alcatraz wiederzueröffnen. „Das ist eine großartige Idee“, schrieb er, „Vielleicht sollten wir auch Alcatraz wieder eröffnen?!?!“ Auf Nachfrage eines Journalisten erklärte Trump nun vor dem Weißen Haus: „Es ist einfach eine Idee, die ich hatte.“ Alcatraz sei „seit langem ein Symbol für was auch immer. Ich meine, es ist ein trauriges Symbol, aber es ist ein Symbol für Recht und Ordnung“.

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