Finanzen

DAX-Rekordhoch zum Wochenstart erreicht

Der DAX erreicht ein neues Rekordhoch und überrascht Anleger mit starker Dynamik. Doch was steckt hinter dem Höhenflug am Aktienmarkt – und wie nachhaltig ist das DAX-Rekordhoch?
19.05.2025 23:15
Lesezeit: 2 min

DAX-Rekordhoch auch dank Wall Street

Zum Wochenbeginn erreichte der deutsche Leitindex ein neues DAX-Rekordhoch. Nach zunächst zurückhaltendem Verlauf zog der Aktienmarkt am Nachmittag deutlich an. Der DAX stieg im Späthandel auf das neue DAX-Allzeithoch von 23.935 Punkten. Am Ende lag er mit 0,70 Prozent im Plus bei exakt 23.934,98 Zählern. Der MDax verbuchte einen Zuwachs von 0,82 Prozent und erreichte 30.131,65 Punkte.

Gestützt wurde der Aktienmarkt durch eine stabile Entwicklung an der Wall Street, wo sich die Nervosität wegen der Herabstufung des US-Ratings durch Moody's nach Handelsbeginn rasch legte. Dies stärkte in Deutschland die Risikofreude. Marktbeobachter verwiesen darauf, dass die Maßnahme keine Überraschung darstellte, da Moody's damit Fitch und S&P lediglich gleichzog.

EuroStoxx 50 erholt sich fast vollständig

Der Eurozonen-Index EuroStoxx 50 konnte mit dem DAX-Rekordhoch nicht ganz mithalten. Immerhin machte er seine Verluste fast wett und schloss 0,01 Prozent tiefer bei 5427,23 Punkten. In Zürich und London entwickelten sich die Leitindizes leicht positiv. Der Dow Jones bewegte sich zuletzt nahe dem Stand vom Freitag.

Impulse kamen auch aus Europa. Die angekündigte engere Kooperation zwischen Großbritannien und der EU sorgte für Zuversicht. Fünf Jahre nach dem Brexit erzielten beide Seiten Fortschritte bei Verteidigung, Energie, Migration, Fischerei und Standards für Lebensmittel.

Wirtschaftliche Hoffnung nach EU-UK-Abkommen

Der Deal mit dem Vereinigten Königreich sei laut ING-Ökonom James Smith ein erster konstruktiver Schritt. Ruairi Cullinane von RBC sprach von einem Neuanfang in den Beziehungen. Der Rahmen biete laut Analysten die Chance, den gegenseitigen Handel zu beleben und den Reiseverkehr anzukurbeln.

Zum Gespräch zwischen US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin wurden bis Börsenschluss keine weiteren Einzelheiten veröffentlicht.

Rheinmetall-Aktie setzt Höhenflug fort

Die Papiere von Rheinmetall gewannen 1,7 Prozent und setzten ihre Rekordrally fort. Trotz diplomatischer Kontakte rechnen Anleger nicht mit raschen Friedensfortschritten. Auch Renk-Aktien erzielten ein DAX-Rekordhoch und legten um 3,9 Prozent zu.

Borussia Dortmund stand ebenfalls im Fokus. Der Fußballclub sicherte sich in letzter Minute die Champions-League-Teilnahme. Dennoch kam es zu Gewinnmitnahmen, da sich Anleger zuvor bereits positioniert hatten. Die Aktie verlor 4,4 Prozent.

Lufthansa und Tui profitieren von Reisesektor

Die Lufthansa-Papiere kletterten um 2,6 Prozent. Rückenwind kam durch den Quartalsbericht von Ryanair. Der Billigflieger geht von steigenden Preisen aus und zeigte sich für das Sommerquartal optimistisch. Tui legte um 1,7 Prozent zu, nachdem schwache Buchungen zuletzt belastet hatten.

Gea verloren 0,3 Prozent. Nach dem jüngsten Anstieg von bis zu 27 Prozent sieht Citigroup-Analyst Klas Bergelind das Verhältnis von Chance und Risiko nun ausgeglichen. Er strich daher seine Kaufempfehlung.

Salzgitter und Stratec deutlich im Plus

Ohne neue Nachrichten legten Salzgitter-Aktien über 10 Prozent zu. Analysten verwiesen auf den Sprung über die 21-Tage-Linie, ein gängiges Signal für kurzfristige Aufwärtstrends. Der Kurs erreichte den höchsten Stand seit Anfang Mai – ein weiterer Schub für das DAX-Rekordhoch-Umfeld.

Stratec stiegen um 2,8 Prozent. Der Diagnostikspezialist veröffentlichte am Montag verspätet den Geschäftsbericht für das vergangene Jahr. Wegen dieser Verzögerung hatte das Unternehmen seinen Platz im SDax verloren – dennoch zeigte sich der Markt zuversichtlich angesichts des neuen DAX-Allzeithochs

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

 

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Hier sind die besten und schlechtesten Rentensysteme der Welt
22.10.2026

Deutschlands Rentensystem gerät zunehmend unter Druck, während Dänemark im weltweiten Renten-Ranking auf den zweiten Platz klettert....

DWN
Politik
Politik Steuereinnahmen steigen: Klingbeil sieht trotzdem keinen neuen Spielraum
22.10.2026

Die neue Steuerschätzung bringt dem Bund Milliarden an zusätzlichen Einnahmen. Für Finanzminister Lars Klingbeil bedeutet das trotzdem...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rüstungsboom statt Autokrise: Mittelstand drängt in die Wehrtechnik
22.10.2026

Deutschlands Wehretat knackt die 100-Milliarden-Euro-Marke und treibt den industriellen Strukturwandel voran. Weil das klassische...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft SpaceX mit Milliardengewinn: Elon Musk plant die größte Fusion aller Zeiten
22.10.2026

Elon Musk meldet einen Milliardengewinn bei SpaceX und denkt bereits über den nächsten historischen Schritt nach. Eine Fusion mit Tesla...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Verbrenner-Aus in der EU: Lockerung nimmt erste Hürden im Europaparlament
22.10.2026

Das geplante Verbrenner-Aus könnte weniger strikt ausfallen als bislang vorgesehen. Im Europaparlament haben sich erste Ausschüsse für...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Mittelschicht in Deutschland: Ab welchem Einkommen Sie wirklich dazugehören
22.10.2026

Viele Deutsche halten sich für durchschnittliche Verdiener, obwohl sie längst zu den oberen Einkommensgruppen gehören. Eine neue Studie...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Barclays streicht 5.000 Stellen: KI soll Produktivität erhöhen
22.10.2026

Die britische Großbank Barclays baut Tausende Arbeitsplätze ab. Ein Teil der Einsparungen wird ausdrücklich mit höherer Effizienz durch...

DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Ich überlege schon, mein Portfolio für Weihnachten einzukaufen
22.10.2026

Seit längerer Zeit beobachte ich einen bestimmten Sektor und warte geduldig auf den richtigen Zeitpunkt zum Kaufen. Vielleicht ist er...