Politik

Neuer BND-Chef wird Martin Jäger - bisher deutscher Botschafter der Ukraine

Der deutsche Botschafter in der Ukraine, Martin Jäger, wird neuer Präsident des Bundesnachrichtendienstes. BND-Präsident Bruno Kahl wechselt nach neun Jahren an der Spitze des Auslandsnachrichtendiensts auf seinen Wunschposten am Heiligen Stuhl.
18.06.2025 13:03
Lesezeit: 1 min

BND-Präsident Bruno Kahl wechselt nach neun Jahren an der Spitze des Auslandsnachrichtendiensts auf seinen Wunschposten am Heiligen Stuhl. Sein Nachfolger ist ein erfahrener Diplomat.

Deutscher Botschafter in Ukraine Jäger wird neuer BND-Chef

Der deutsche Botschafter in der Ukraine, Martin Jäger, wird neuer Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND). Der 60-Jährige wird Nachfolger von Bruno Kahl, der den deutschen Auslandsgeheimdienst seit 2016 geführt hat, wie das Bundeskabinett nach Informationen der DPA aus Regierungskreisen entschieden hat. Der Spitzendiplomat Jäger verfügt über intensive Erfahrungen als Botschafter in Krisengebieten, im Kanzleramt und auch in der Wirtschaft.

Sein Vorgänger Kahl (62), der seit 2016 Präsident des deutschen Auslandsgeheimdienstes war, wird deutscher Vertreter beim Heiligen Stuhl in Rom. Kahl hatte sich den Wechsel in den Vatikan schon länger gewünscht.

Auswärtiger Dienst, Kanzleramt, Wirtschaft

Der in Ulm in Baden-Württemberg geborene Jäger ging nach dem Studium der Völkerkunde und der Politik in München in den Auswärtigen Dienst. Nachdem er noch in Bonn im Auswärtigen Amt begonnen hatte, wurde er Referent im Kanzleramt und 2002 Referent an der Botschaft in Prag.

Nach einer Zwischenstation als stellvertretender Referatsleiter im Kanzleramt in Berlin war er von 2005 bis 2008 Sprecher des Auswärtigen Amts. Anschließend wechselte er bis 2013 als Leiter des Bereichs Außenbeziehungen zur Daimler AG.

Von 2013 bis 2014 war Jäger Botschafter in der afghanischen Hauptstadt Kabul, anschließend bis 2016 unter dem damaligen Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) Leiter des Leitungsstabes. Nach Zeiten als Staatssekretär im baden-württembergischen Innenministerium (2016 bis 2018) und im Entwicklungsministerium (2018 bis 2021) vertrat Jäger Deutschland von 2021 bis 2023 als Botschafter in der irakischen Hauptstadt Bagdad. Seit 2023 ist er Botschafter in Kiew.

Mehrstufiges Verfahren zur Besetzung von Botschafterposten

Botschafter- und Botschafterinnenposten werden in einem mehrstufigen Verfahren besetzt, in dessen Verlauf bei der Regierung des Gastlandes ein sogenanntes Agrément beantragt wird. Wurde dieses erteilt, stellt der Bundespräsident ein Beglaubigungsschreiben aus, das bei Amtsantritt dem Staatsoberhaupt des Gastlandes überreicht werden muss.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutscher Mittelstand verzweifelt an Regierung: Warum Unternehmer frustriert sind
14.06.2026

Deutschlands mittelständische Unternehmen verlieren zunehmend das Vertrauen in die Lösungskompetenz der Bundesregierung. Wie eine falsche...

DWN
Technologie
Technologie Megatrends zeigen Europas gefährliche Zukunftslücke
14.06.2026

Technologie, Schulden, Demografie und Energie verändern die Weltwirtschaft schneller, als die Politik reagieren kann. Die Analyse der...

DWN
Politik
Politik Fünf politische Dauerbaustellen: Was aus großen Reformversprechen wurde
14.06.2026

Von Ehegattensplitting bis Familienstartzeit: Diese fünf Reformprojekte sollten Deutschland verändern. Heute prägen sie vor allem eines...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Er ist dabei, Maersk zu überholen – nun gibt CMA-Chef Saadé eine aufsehenerregende Prognose ab
14.06.2026

CMA-Chef Rodolphe Saadé sieht eine Weltwirtschaft auf Speed und warnt vor neuen Schocks im Welthandel. Seine Botschaft trifft auch Maersk,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Startups suchen Geldgeber: Wer finanziert Deutschlands Zukunft?
14.06.2026

Deutschland hat kein Startup-Problem, sondern ein Kapitalproblem. Während innovative Gründer neue Technologien entwickeln, fehlt häufig...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rebecca Harding im Interview: Konflikte haben die Funktionsweise der Weltwirtschaft unwiderruflich verändert
14.06.2026

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran im Nahen Osten hat gezeigt, was ein Wirtschaftskrieg ist und wie er funktioniert, erklärt Dr....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wandert die Industrie ab? Fakten statt Ideologie
13.06.2026

Die Industrie verschwindet nicht über Nacht. Gefährlicher ist, was leiser passiert: Investitionen entstehen anderswo, Produktlinien...

DWN
Finanzen
Finanzen Rechenzentren: Warum Energieaktien zur Nebenwette auf künstliche Intelligenz werden
13.06.2026

Der Energiesektor könnte zu einem der Gewinner beim Bau der Rechenzentren werden, die für künstliche Intelligenz benötigt werden.