Phishing-Mails: Erkennen Sie die betrügerischen Nachrichten im Posteingang
Zeitdruck, falsche Rechnungen oder mysteriöse Anhänge? Warum Tricks der Kriminellen weiterhin funktionieren – und wie sich jeder mit wenig Aufwand besser absichern kann.
Phishing gehört leider zum digitalen Alltag – ähnlich wie Social Media oder Katzenvideos. Dennoch schaffen es die Täter mit ihren Phishing-Mails häufig, sensible Daten abzugreifen. Auch internetaffine junge Nutzer sind nicht automatisch sicher, wie eine aktuelle Yougov-Studie im Auftrag der Initiative Sicher Handeln (ISH) zeigt. Rund jeder Zweite (49 Prozent) erkennt typische Warnsignale von Phishing nicht zuverlässig.
Und obwohl die betrügerischen Nachrichten immer raffinierter werden, gibt es klare Hinweise. Zum Beispiel den schnellen Mailcheck des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). So funktioniert er:
Alles prüfen: Der Mailcheck für den Alltag
Ein mulmiges Gefühl bei einer Nachricht? Dann ist eine Stimmigkeitsprüfung sinnvoll. Stimmen Absender, Betreff und Anhang überein? Oder wirkt etwas verdächtig? Etwa eine Rechnung ohne Bestellung? Oder fragt die Bank plötzlich nach einem Passwort? Warum sollten Kinder eine Nachricht mit seltsamem Anhang verschicken? Das BSI empfiehlt daher: kritisch prüfen:
- Kenne ich den Absender?
- Ist der Betreff nachvollziehbar?
- Rechne ich mit diesem Anhang?
Im Zweifel gilt: Nicht öffnen, sofort löschen. Nachfragen besser persönlich – nicht per Antwort an die verdächtige Adresse.
Typische Warnsignale bei Phishing-Mails
Früher waren solche Nachrichten leicht zu erkennen: schlechte Sprache, falsches Layout, viele Fehler. Heute ist das anders – doch Hinweise gibt es weiterhin. Dazu zählen:
- Allgemeine Anrede ("Lieber Herr", "Sehr geehrte Kundin")
- Drohungen oder künstlicher Zeitdruck
- Dringender Handlungsbedarf (etwa für eine Paketlieferung)
- Aufforderung zum Datenabgleich mit Passwort und Benutzername
- Bitte um Dateidownload
- Angebote, die unrealistisch klingen
Und ganz entscheidend: "Unternehmen und Behörden fragen nie per E-Mail nach Passwörtern, Bankdaten oder anderen vertraulichen Informationen", so das BSI.
Sicher bleiben und Phishing-Mails erkennen: Technik gegen Phishing nutzen
Fast jeder hat schon eine verdächtige Nachricht bekommen. Angst ist nicht nötig – Schutz vor Phishing ist möglich. Das BSI rät zu fünf Maßnahmen:
- Starke Passwörter wählen: schwer zu erraten, mindestens 8 bis 12 Zeichen, Groß- und Kleinbuchstaben, Zahl und Sonderzeichen. Jedes Konto braucht ein eigenes Passwort. Ein Passwortmanager erleichtert Verwaltung und Sicherheit. Bekannte Programme sind Keepass, Onepasswort oder iCloud-Schlüsselbund. Auch Browser wie Chrome oder Firefox bieten diesen Service.
- Noch sicherer sind Passkeys: verschlüsselte Zugangsberechtigungen, die nur nach Identifikation freigeben. Sie liegen lokal auf Computer oder Smartphone. Anmeldung am Konto gelingt dann nur mit zusätzlicher Bestätigung. Noch nicht jeder Anbieter unterstützt diese Funktion.
- Zweifaktor-Authentifizierung aktivieren: Neben dem Passwort wird ein zweiter Faktor wie ein Code per App oder SMS verlangt. Damit bleibt das Konto auch bei ausspioniertem Passwort geschützt.
- HTML-Anzeige deaktivieren: Wer Programme wie Outlook oder Thunderbird nutzt, kann Mails nur als Reintext öffnen. So werden potenziell gefährliche Inhalte blockiert. Zwar wirkt das weniger schick, aber Tracking-Pixel, versteckte Links oder Schadcode bleiben außen vor.
- E-Mail-Adressen sparsam verwenden: Muss wirklich die Hauptadresse beim Onlineshop hinterlegt werden? Besser sind Alias-Adressen, zum Beispiel für Newsletter oder Foren. Die offizielle Adresse "Vorname.Nachname@mailanbieter.de" sollte nur für Kommunikation mit Behörden oder Banken genutzt werden. Viele Anbieter stellen Aliase kostenlos bereit.

