Panorama

Sommerurlaub 2026: Studie erwartet Kerosinknappheit und steigende Ticketpreise

Allianz Trade warnt vor teuren Tickets und Kerosinzuschlägen: Iran-Krieg lässt Sorge vor Kerosin-Engpass wachsen. Fluggesellschaften streichen Verbindungen, während Ticketpreise für 2026 unter Druck geraten. Warum sich der Sommerurlaub für viele grundlegend ändert.
29.04.2026 13:03
Lesezeit: 1 min

Studie: Knappes Kerosin und hohe Ticketpreise im Sommer

Flugtouristen müssen sich im bevorstehenden Sommer auf weiter steigende Ticketpreise einstellen. Vor allem die Kerosinknappheit infolge des Iran-Kriegs treibe die Kosten und verenge das mögliche Angebot, geht aus einer Branchen-Studie des Kreditversicherers Allianz Trade hervor. Während die Krisenregion Nahost als Reiseziel ausfällt, werden Reisen nach Asien und Australien wegen der fehlenden Umsteigekapazitäten am Persischen Golf deutlich teurer.

Profitieren könnten süd- und südwesteuropäische Ziele wie Spanien, Portugal, Griechenland und Italien, wenn Fernreise-Pläne aufgegeben werden. «Buchungsdaten deuten aktuell auf einen Nachfrageanstieg von 32 Prozent im Jahresvergleich für Spanien und von rund 20 Prozent für Italien, Griechenland und Portugal hin», sagt Allianz-Trade-Expertin Maria Latorre. Einigen Menschen vergehe angesichts steigender Energiepreise, Inflation und schwacher Konsumstimmung aber auch die Reiselust. Der deutsche Inlandstourismus werde daher nicht automatisch von einem Schub profitieren.

Preise rund ums Fliegen steigen

«Für Reisende in Deutschland wird Fliegen erst einmal spürbar teurer», sagt Latorre. «Selbst wenn sich die Lage im Nahen Osten rasch entspannt, bleiben die Effekte auf Preise und Angebot über die Ferienzeit hinaus bestehen.» Die internationalen Flugpreise hätten sich bereits um 5 bis 15 Prozent erhöht und zusätzlich hätten viele Gesellschaften wieder separate Kerosinzuschläge eingeführt und verlangten höhere Preise für Nebenleistungen wie Gepäck oder Reservierungen. Die bislang verkündeten Streckenstreichungen seien eher als Netzoptimierung denn als systematische Kürzung anzusehen.

Selbst bei einer baldigen Öffnung der Straße von Hormus würde es nach Schätzungen der Allianz Trade drei bis sechs Monate dauern, bis Förderung und Raffinerieauslastung im Mittleren Osten wieder weitgehend normalisiert sind, warnt Allianz Trade. Deutschland gehört neben Großbritannien zu den größten Importeuren von Kerosin. Einfuhren aus den USA könnten die Ausfälle aus dem Mittleren Osten nicht annähernd kompensieren. «Die Folge: Die Vorräte bauen sich schnell ab und das Risiko physischer Knappheit im Frühsommer steigt.»

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