Wirtschaft

Mehr schwere Mängel bei Hauptuntersuchungen – Zustand deutscher Autos verschlechtert sich

Deutschlands Autos sind in einem schlechteren Zustand als im Vorjahr. Bei den regelmäßigen Hauptuntersuchungen stellten Prüfer 2024 insgesamt 144.074 Pkw mit gefährlichen Mängeln fest oder erklärten sie sogar für verkehrsunsicher. Das zeigen aktuelle Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA).
24.10.2025 11:52
Lesezeit: 2 min
Mehr schwere Mängel bei Hauptuntersuchungen – Zustand deutscher Autos verschlechtert sich
In einer Werkstatt wird die Profiltiefe eines Winterreifes gemessen (Foto: dpa). Foto: Patrick Pleul

Tüv, Dekra und Co. kontrollierten gut 22 Millionen vergangenes Jahr

Das waren 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr - obwohl sogar etwas weniger Autos untersucht wurden. Ganz ohne Beanstandung endeten 65,1 Prozent der Hauptuntersuchungen - 0,6 Prozentpunkte weniger als 2023.

Insgesamt begutachteten die Prüfer von Tüv, Dekra und Co. vergangenes Jahr gut 22 Millionen Autos. 11.700 Mal erklärten sie den Pkw dabei für verkehrsunsicher, das bedeutet, dass der Wagen nicht mal mehr aus eigener Kraft vom Hof fahren darf - diese Zahl sank sogar etwas.

132.374 Mal sahen sie gefährliche Mängel. Diese Fahrzeuge dürfen nach der Prüfung nur noch nach Hause oder in die Werkstatt gebracht werden und müssen nach der Reparatur zur Nachuntersuchung.

Erhebliche Mängel diagnostizierten die Prüfer 4,6 Millionen Mal - diese Fahrzeuge dürfen noch gefahren werden, müssen aber "unverzüglich" repariert und ebenfalls zur Nachuntersuchung gebracht werden. Geringe Mängel gab es 2,0 Millionen Mal, keine Mängel wurden 14,4 Millionen Mal festgestellt.

Mehr ältere Fahrzeuge geprüft

Ein wichtiger Grund für die gestiegene Zahl schwerer Mängel könnte sein, dass weniger relativ neue und mehr alte Fahrzeuge zur Hauptuntersuchung vorgeführt wurden. Hier dürfte sich bemerkbar machen, dass in den vergangenen Jahren deutlich weniger Neuwagen gekauft wurden als in der Zeit davor. Zudem gibt es schon lange den Trend, dass das durchschnittliche Fahrzeugalter steigt.

Jüngere Fahrzeuge werden sehr viel seltener beanstandet als alte. Autos im Alter von null bis drei Jahren kommen zu 90 Prozent ohne Beanstandung durch die HU, im Alter von acht bis neun Jahren sind es noch 71 Prozent und bei den Autos, die zehn Jahre oder älter sind, nicht einmal mehr die Hälfte.

25,5 Millionen Mängel

Nimmt man alle Fahrzeugarten - also auch Motorräder, Lkw, Fahrzeuganhänger und Ähnliches -, stellten die Prüfer vergangenes Jahr bei 31 Millionen Untersuchungen insgesamt 25,5 Millionen Mängel fest, einige hunderttausend mehr als vor einem Jahr und oft mehrere am selben Fahrzeug. Am häufigsten beanstandeten sie Licht und Elektrik mit 6,6 Millionen Mängeln, gefolgt von der Bremsanlage mit 4,6 Millionen sowie dem Bereich Achsen, Räder, Reifen, Aufhängungen mit 4,3 Millionen Mängeln.

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