Goldpreis aktuell: Rückgang gilt als bloße Korrektur – Goldpreis-Entwicklung bleibt positiv
Experten sind sich uneins, ob die Goldpreis-Korrektur mehrere Monate oder nur wenige Wochen dauern wird. In einem Punkt herrscht jedoch Einigkeit: In einem Jahr dürfte der Kurs deutlich höher stehen, denn die zentralen Treiber für die Goldpreis-Entwicklung haben sich nicht geändert.
Am Donnerstag ringt der Goldpreis aktuell mit der psychologisch wichtigen Marke von 5.000 US-Dollar. Bei einem dünnem Handel zeigt sich Gold aktuell kaum verändert, nachdem der Goldkurs am Vortag noch um mehr als zwei Prozent zugelegt hatte. Die geringe Liquidität ist vor allem auf die feiertagsbedingte Zurückhaltung asiatischer Investoren zurückzuführen. Die Börsen in Festlandchina, Hongkong, Singapur, Taiwan und Südkorea sind am Donnerstag wegen der Feierlichkeiten zum Chinesischen Neujahr weiterhin geschlossen.
Das am gestrigen Mittwoch veröffentlichte Protokoll der US-Notenbank machte deutlich, dass die Entscheidungsträger nahezu einhellig dafür votierten, die Zinsen bei ihrer Sitzung unverändert zu belassen. Hinsichtlich der weiteren geldpolitischen Schritte bestand jedoch keine Einigkeit: "Mehrere" Mitglieder signalisierten Offenheit für Zinserhöhungen, falls die Inflation auf hohem Niveau verharren sollte, während andere zusätzliche Zinssenkungen in Betracht ziehen würden, sollte die Teuerung weiter zurückgehen. Neue Impulse für die Goldpreis-Entwicklung könnten kurzfristig durch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe am Donnerstagnachmittag kommen. Für zusätzliche Impulse beim Goldpreis sorgt zudem der für Freitag angekündigte Januar-Bericht zu den persönlichen Konsumausgaben (Personal Consumption Expenditures, PCE), dem bevorzugten Inflationsindikator der Fed.
Gesunde Skepsis dominiert an den Edelmetallmärkten
Seit dem Preisrutsch Ende Januar ist die uneingeschränkte Euphorie beim Goldpreis einer gesunden Skepsis gewichen. Nach dem Goldpreis-Rekordhoch bei 5.416,40 US-Dollar am 28. Januar brach der Wert des gelben Edelmetalls in nur drei Tagen um annähernd 15 Prozent ein. Das entsprach einem deutlichen Rückgang von mehr als 700 US-Dollar je Unze. Bereits im Oktober 2025 gab es einen ähnlich starken Rücksetzer mit einem Verlust von 10 Prozent – allerdings dauerte die Korrektur damals sechs Tage an. Marcin Kiepas, Analyst bei Tickmill, erklärte damals, die Korrektur sei der starken vorangegangenen Rally angemessen gewesen.
Die Goldpreis-Entwicklung war in den vergangenen Jahren rasant: Im Oktober 2022 kostete eine Unze noch weniger als 1.900 US-Dollar, Ende 2025 rund 4.300 US-Dollar. Allein in den Jahren 2024 und 2025 verdoppelte sich der Wert des gelben Edelmetalls. Rohstoff-Experte Kiepas ging noch im Oktober 2025 davon aus, dass die Hausse langfristig anhält und die Goldpreis-Entwicklung weiterhin positiv bleibt. Gilt diese Goldpreis-Prognose immer noch?
Wie lange dauert die Konsolidierung beim Goldpreis?
Der Analyst beobachtete damals, dass in Japan und Polen Schlangen für den Kauf physischen Goldes entstanden. Dies könne darauf hindeuten, so Kiepas, dass die Korrektur ähnlich wie zwischen Mai und August 2025 mehrere Monate dauert. Damals pendelte der Goldpreis um 3.350 US-Dollar.
Der polnische eToro-Analyst Paweł Majtkowski sah im Oktoberrutsch vor allem Investoren als Ursache, die den Rückgang als günstige Einstiegschance nutzten. Er warnte jedoch davor, dies als endgültige Rückkehr zum Aufwärtstrend zu deuten. Doch wie geht die Goldpreis-Entwicklung nun weiter? Gelten für den Goldpreis aktuell ähnliche Aussichten wie nach der Oktoberkorrektur?
Goldpreis-Entwicklung 2026: Wie sich Anleger positionieren sollten
Eine Reihe an ökonomischen und geopolitischen Unsicherheiten stützt den Goldpreis aktuell weiterhin. Dazu zählen Entscheidungen der US-Zentralbank, Handelskonflikte sowie die russisch-ukrainische Kriegsführung. Hinzu kommen Spannungen rund um Iran und dessen Atomprogramm sowie das Risiko einer gewaltsamen Eingliederung Taiwans in die Volksrepublik China. All dies führt dazu, dass Zentralbanken Gold als Wertreserve anderen Anlagen wie Devisen bevorzugen.
Kiepas verweist zudem auf die geldpolitischen Muster seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers 2008. Statt einer strikten Inflationsbekämpfung setzen Regierungen und Zentralbanken stärker auf die Vermeidung hoher Arbeitslosigkeit. Dies begünstige eine dauerhaft höhere Inflation und materielle Werte wie Goldbarren oder Goldmünzen behalten in diesem Umfeld ebenso wie physisches Silber ihre Attraktivität. Edelmetalle bleiben als Krisenschutz daher langfristig gefragt, was die Goldpreis-Entwicklung auch 2026 weiter unterstützen dürfte – auch wenn die extreme Kaufdynamik der vergangenen Monate als Ausnahme zu werten ist und womöglich bereits der Vergangenheit angehören dürfte.
Positive Goldpreis-Prognose: Zentralbanken als Preistreiber für Goldpreis-Entwicklung?
Viele Faktoren sprechen dafür, dass Zentralbanken ihre Goldkäufe fortsetzen. Der Goldanteil in den chinesischen Reserven beträgt lediglich annähernd 10 Prozent. Angesichts des Bestrebens, unabhängiger vom US-Dollar zu werden, könnte China ebenso wie andere Notenbanken weiterhin Gold akkumulieren.
Die Goldrally werde laut Rohstoff-Spezialisten im Wesentlichen durch Käufe der Zentralbanken getragen. Selbst bei neutralem Verhalten anderer Marktteilnehmer könnte dies ausreichen, um die Goldpreis-Entwicklung 2026 um weitere 15 bis 20 Prozent steigen zu lassen. Majtkowski verweist zudem auf steigende Schuldenstände in den USA und Europa als anhaltenden Risikofaktor, der Gold als Absicherung weiterhin attraktiv machen dürfte.
Goldpreis-Entwicklung: Fehlinterpretierte Signale richtig einordnen
Die jüngsten ETF-Verkäufe seien aus Sicht vieler Goldexperten kein Zeichen einer Trendwende. Große institutionelle Investoren wie Pensionsfonds ändern ihre Strategien nicht kurzfristig. Es sei vielmehr zu vermuten, dass kurzzeitig Gewinne realisiert wurden.
Für Anlegerinnen und Anleger bleibt Gold in einem von geopolitischen Risiken und strukturell höherer Inflation geprägten Umfeld ein stabilisierender Faktor. Gleichzeitig sollten Goldinvestoren Vorsicht bei kurzfristigen Kursschwankungen walten lassen, Gold bleibt anfällig für kurzfristige Kursschwächen. Eine wichtige Unterstützung liege laut Finanzmarktanalyst Bruce Powers beim 50-Tage-Durchschnitt, der aktuell bei 4.673 US-Dollar liegt und steigt. Allerdings solle neben dem 50-Tage-Durchschnitt auch das jüngste Zwischentief bei 4.655 US-Dollar berücksichtigt werden. Werde dieses höhere Tief unterschritten, so der Experte, wäre der zweite Aufwärtstrend vom Tiefpunkt aus gescheitert.
Goldpreis-Prognose: Wenn allerdings die Unterstützung bei etwa 4.842 US-Dollar und der 50-Tage-Durchschnitt hielten, bleibe Aufwärtspotenzial mit dem Ziel einer Erholung in Richtung 5.345 US-Dollar. Wer als Anleger auf physisches Gold oder etablierte Gold-Anlageprodukte setzt, kann langfristig von der Goldpreis-Entwicklung profitieren. Die Chancen stehen weiterhin gut.

