Finanzen

Steuerzahlerbund fordert: Bundesbank soll deutsches Gold aus USA zurückholen

Sind die riesigen deutschen Goldbestände in New York noch sicher? Mit der Politik von Donald Trump wachsen die Sorgen. Der Vizepräsident des Steuerzahlerbunds fordert die Bundesbank zum Handeln auf.
04.02.2026 09:11
Lesezeit: 1 min

Steuerzahlerbund: Bundesbank soll Gold aus USA zurückholen

Wegen der unberechenbaren Politik von US-Präsident Donald Trump fordert der Bund der Steuerzahler, die deutschen Goldreserven so bald wie möglich aus den USA nach Deutschland zu bringen. «Wir sind der Auffassung, dass es höchste Zeit ist, das deutsche Gold aus den USA zurückzuholen», sagte Michael Jäger, Vizepräsident des Bundes der Steuerzahler Deutschland, der «Mediengruppe Bayern». Das Vertrauen in die Vereinigten Staaten habe mit der Politik von Trump stark gelitten.

Deutsches Gold ist zweitgrößter Goldschatz der Welt

Der aggressive Kurs von Trump im Grönland-Konflikt hat eine Debatte ausgelöst, ob das deutsche Gold in den USA noch sicher ist. Der von der Bundesbank für den deutschen Staat verwaltete Goldschatz ist der größte der Welt nach den Beständen der USA. Rund 3.352 Tonnen waren es Ende 2024. Mehr als die Hälfte lagert nach Angaben der Bundesbank in eigenen Tresoren in Frankfurt. 1.236 Tonnen, knapp 37 Prozent, werden bei der Fed in New York aufbewahrt.

Bundesbankpräsident Joachim Nagel sieht keinen Grund, die deutschen Goldreserven aus den USA zurückzuholen. «Ich zweifele nicht daran, dass unser Gold bei der Fed in New York sicher aufbewahrt ist», sagte Nagel kürzlich der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung».

Große Verlockung für Trump?

Verbandsvize Jäger verwies hingegen darauf, dass die USA jährlich allein eine Billion US-Dollar (1.000 Milliarden) als Zinsen auf ihre steigenden Staatsschulden zahlen müssten. Für Trump sei es daher wichtig, «unbedingt zusätzliche Einnahmen zu generieren, zum Beispiel über höhere Zölle». Diese reichten aber nicht aus. «Daher übt Trump wachsenden Druck auf die unabhängige US-Notenbank Fed aus.»

Die Verlockung sei groß, anderweitig an Gelder zu kommen. «Da bietet sich das deutsche Gold als Zugriffsmöglichkeit an. Begründen könnte er das mit den enormen Kosten des US-Engagements in Deutschland und Europa seit dem Zweiten Weltkrieg», sagte Jäger. «Das klingt zwar wie ein Horrorszenario, aber das Risiko ist zu hoch, um das Gold weiterhin in den USA zu belassen.» Letztlich sei für die Entscheidung über eine Rückholung aber allein die Bundesbank zuständig, betonte er.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU Inc.: Europas Tech-Traum droht an Amerika zu zerbrechen
26.05.2026

Europa gründet, forscht und erfindet. Doch wenn aus Ideen Konzerne werden sollen, wandern viele der besten Firmen in Richtung USA. Mit EU...

DWN
Politik
Politik Forschungsstandort Europa 2026: Zwischen Exzellenz und Sparzwang
25.05.2026

Europa forscht stark, doch Kürzungen bei Horizon Europe bedrohen den Anschluss an USA und China. Was das für Talente, Patente und...

DWN
Politik
Politik Weltbekannter Professor sieht gefährliche Veränderung bei Trump
25.05.2026

Francis Fukuyama sieht Trump politisch geschwächt, aber gerade deshalb gefährlich. Für Dänemark und Grönland könnte die nächste...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KI-Arbeitsmarkt: Wer durch KI ersetzt wird, zahlt jahrelang
25.05.2026

KI soll Unternehmen schneller, schlanker und profitabler machen. Doch für Beschäftigte, die durch neue Technologien ihren Job verlieren,...

DWN
Finanzen
Finanzen Aktienempfehlungen: Günstige Aktien trotz KI-Hype, Zinsrisiko und Rüstungsboom
25.05.2026

Viele Anleger jagen weiter den teuersten KI-Gewinnern hinterher, doch Morningstar sieht die spannendere Chance woanders. Zehn globale...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Hyundai Kona im Test: Futuristisch, mutig und anders
25.05.2026

Der Hyundai Kona sieht aus, als wolle er nicht jedem gefallen. Genau das macht ihn spannend, denn hinter der mutigen Form steckt ein...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Klimarisiken in Europa: Warum der Mittelstand besser vorsorgen muss
25.05.2026

Klimarisiken und Nachhaltigkeit werden für Europas Mittelstand zu entscheidenden Faktoren für Finanzierung, Wettbewerbsfähigkeit und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Veggie-Burger-Boom verliert an Tempo: Fleischersatz in Deutschland erstmals rückläufig
25.05.2026

Pflanzliche Fleischalternativen haben den Lebensmittelmarkt in Deutschland stark verändert. Doch nach Jahren kräftigen Wachstums sinkt...