Finanzen

Bundesbank-Chef: Deutsche Goldreserven in USA sind sicher

Sind die riesigen deutschen Goldreserven in New York noch sicher? Mit dem Vorgehen von Donald Trump gegen Grönland und enge Nato-Bündnispartner wachsen die Sorgen. Bundesbank-Präsident Nagel beruhigt.
28.01.2026 11:28
Lesezeit: 1 min
Bundesbank-Chef: Deutsche Goldreserven in USA sind sicher
Bundesbank-Chef Joachim Nagel: "Deutsche Goldreserven in USA sind sicher." (Foto: dpa) Foto: Kay Nietfeld

Bundesbank-Chef: Deutsche Goldreserven in USA sind sicher

Bundesbankpräsident Joachim Nagel sieht trotz wachsender Sorgen um den Kurs der USA keinen Grund, die dort lagernden deutschen Goldreserven zurückzuholen. «Ich zweifele nicht daran, dass unser Gold bei der Fed in New York sicher aufbewahrt ist», sagte Nagel der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» mit Blick auf die Aufbewahrung bei der US-Notenbank Federal Reserve. «Das sind unsere Währungsreserven mit besonderem Schutzstatus.»

Das Lagerstättenkonzept schaue sich die Bundesbank regelmäßig an. Nagel verwies darauf, dass man im Zuge dessen vor zehn Jahren beschlossen habe, 300 Tonnen Gold aus New York nach Frankfurt zu holen.

Der aggressive Kurs von US-Präsident Donald Trump im Grönland-Konflikt hat eine Debatte ausgelöst, ob die deutschen Goldvorräte in den USA noch sicher sind. Zuletzt forderte die Vorsitzende des EU-Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), von der Bundesregierung eine Rückholung. «In einer Zeit wachsender globaler Unsicherheiten und unter der unberechenbaren US-Politik von Präsident Trump ist es nicht länger vertretbar, dass rund 37 Prozent der deutschen Goldreserven, mehr als 1230 Tonnen, in Tresoren der Federal Reserve in New York lagern,» sagte sie dem Magazin «Spiegel». Die Tatsache, dass Deutschland rechtlich Eigentümer des Goldes sei, aber keine uneingeschränkte physische Kontrolle über diese Vermögenswerte ausüben könne, sei ein wachsendes Risiko.

Deutsches Gold ist zweitgrößter Goldschatz der Welt

Der von der Bundesbank für den deutschen Staat verwaltete Goldschatz ist der zweitgrößte der Welt nach den Beständen der USA. Rund 3.352 Tonnen waren es Ende 2024, damaliger Wert: gut 270 Milliarden Euro, heutiger Wert nach dem rasanten Anstieg des Goldpreises: rund 465 Milliarden Euro.

Mehr als die Hälfte (1.710 Tonnen) des deutschen Goldes lagert nach Angaben der Bundesbank in eigenen Tresoren in Frankfurt. 1.236 Tonnen, knapp 37 Prozent, werden bei der Fed in New York aufbewahrt. Die restlichen 405 Tonnen verwahrt die Bank of England in London.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Deutsche im Iran: Pistorius bereit für Bundeswehreinsatz bei Waffenruhe
26.03.2026

Der Iran-Krieg alarmiert die Bundesregierung, weil die wirtschaftlichen Folgen weltweit spürbar werden. Verteidigungsminister Pistorius...

DWN
Politik
Politik USA verschärfen Ton gegenüber Teheran: Diplomatie unter maximalem Druck
26.03.2026

Washington droht dem Iran mit einer massiven Ausweitung der Militärschläge, falls die Führung in Teheran nicht einlenkt....

DWN
Politik
Politik EU und Ungarn: Spionageverdacht erschüttert Vertrauen in Europa
26.03.2026

Misstrauen breitet sich in der Europäischen Union aus und trifft einen ihrer eigenen Mitgliedstaaten. Der Verdacht, dass Ungarn...

DWN
Finanzen
Finanzen Aktienmarkt in Gefahr: Investoren warnen vor Eskalation im Iran-Konflikt
25.03.2026

Die Märkte geraten ins Wanken, während geopolitische Spannungen eskalieren. Investoren befürchten nach den Drohungen eines eskalierenden...

DWN
Politik
Politik Russlands Ölexport unter Beschuss: Energiekrieg erreicht neue Stufe
25.03.2026

Explosionen in russischen Ostseehäfen lassen den Ölfluss abrupt versiegen. Die Angriffe treffen Moskaus Energieinfrastruktur empfindlich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Tarif-Durchbruch in der Chemie: Mehr Geld und Jobgarantie für 585.000 Beschäftigte
25.03.2026

Lohnplus trotz Krise: Die rund 585.000 Beschäftigten der deutschen Chemie- und Pharmabranche erhalten künftig deutlich mehr Geld. Nach...

DWN
Politik
Politik Turbo für die Verteidigung: EU plant Millionen-Spritze für Militär-Innovationen
25.03.2026

Die EU-Kommission will die militärische Schlagkraft Europas durch schnellere Innovationszyklen sichern. Ein neues Förderinstrument namens...

DWN
Politik
Politik Digitale Gewalt: Was die Regierung jetzt plant
25.03.2026

Deepfakes, Überwachung, intime Bilder – digitale Gewalt nimmt zu, und der politische Druck wächst. Die Bundesregierung arbeitet an...