Finanzen

Vom Sorgenkind zum Börsenkandidaten: Vincorions Weg aufs Parkett

Lange Zeit flog Vincorion unter dem Radar der großen Märkte. Als Randsparte im Jenoptik-Konzern eher stiefmütterlich behandelt, hat sich das Blatt für den Rüstungsspezialisten nach dem Verkauf an Investoren und unter dem Eindruck der „Zeitenwende“ massiv gewendet. Mit prall gefüllten Auftragsbüchern und neuem Selbstbewusstsein peilt das Unternehmen nun das nächste Ziel an: den Gang an die Börse.
13.03.2026 10:23
Aktualisiert: 13.03.2026 10:23
Lesezeit: 1 min
Vom Sorgenkind zum Börsenkandidaten: Vincorions Weg aufs Parkett
Soldaten gehen an einem FlaRak-System Patriot im Seehafen vorbei. Vincorion debütiert am 20. März in Frankfurt zu 17 Euro je Aktie. Was steckt hinter dem Rüstungszulieferer? (Foto: dpa) Foto: Jens Büttner

Der Börsengang des Rüstungszulieferers Vincorion steht kurz bevor. Das Unternehmen gab in Wedel bekannt, dass die Anteilsscheine erstmals am kommenden Freitag (20. März) an der Frankfurter Börse gehandelt werden. Vorab wurde der Preis einer Aktie auf 17 Euro festgelegt, wodurch sich der Wert der Firma zunächst auf 850 Millionen Euro beläuft.

Vincorion hat rund 900 Beschäftigte, neben dem Firmensitz in Wedel bei Hamburg hat sie große Standorte im bayerischen Altenstadt und in Essen (NRW). 2025 kam die Vincorion auf einen Umsatz von 240 Millionen Euro, zum Gewinn wurden keine Angaben gemacht. Der Gesamtauftragsbestand lag zum Jahreswechsel bei rund 1,1 Milliarden Euro.

Investoren hatten ein feines Näschen

Die Firma gehörte bis 2022 zum Thüringer Technologiekonzern Jenoptik, dann übernahmen britische Investoren namens Star Capital das Unternehmen. Für die Briten war das ein gutes Timing, denn in den Jahren danach ging die Nachfrage nach Rüstungsgütern wegen des Ukraine-Krieges steil nach oben. Nun machen sie Kasse, ihre Investition dürfte sich gelohnt haben. Star Capital bleibt zunächst Hauptaktionär. Andere Investoren haben zugesichert, sich von dem Aktienpaket, das Star Capital abgibt, große Scheiben abzuschneiden und dadurch zu Ankeraktionären zu werden.

Firmenchef Kajetan von Mentzingen sieht den Börsengang als Meilenstein für sein Unternehmen. "Dieser Schritt ermöglicht es uns, weiterhin zuverlässige Energie- und Mechatroniklösungen für führende Verteidigungsplattformen sowie innovative Luftfahrtsysteme zu entwickeln und herzustellen."

Vincorion stellt Mechatronik, Generatoren und andere Energielösungen her, zu den Kunden gehören die Panzerbauer Rheinmetall, KNDS und andere große Konzerne. Die Komponenten von Vincorion sind etwa in den Flugabwehrsystemen Patriot und Iris-T sowie im Kampfpanzer Leopard verbaut. Vincorion ist ein Kunstname aus dem lateinischen Wort "vincere" (siegen) und dem Sternbild Orion.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Insolvente Perlon-Gruppe: Deutscher Weltmarktführer geht an China
10.06.2026

Die deutsche Chemie ist in einer schwierigen Lage, geplagt von hohen Kosten, schwachem Weltmarkt und chinesischer Konkurrenz. Ein...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Personalabbau bei Chemieriese Evonik: 1.850 Arbeitsplätze fallen weg
10.06.2026

Deutschlands Industrie baut weiter ab: Der Essener Chemiekonzern Evonik streicht 1.850 Stellen bis Ende 2026. Die Krise der deutschen...

DWN
Finanzen
Finanzen Schaeffler-Aktie im Fokus: Erholung nach Vortagsrutsch - Was das Kursziel erhöht
10.06.2026

Aktie im Fokus: Für die Aktien von Schaeffler ist im vorbörslichen Handel am Mittwoch direkt wieder eine Erholung angesagt.

DWN
Politik
Politik FDP-Chef Kubicki rechnet mit Merz ab: “Erwartungsmanagement ist unterirdisch“
10.06.2026

In der ARD-Sendung Maischberger warf Kubicki dem CDU-Chef vor, "unglaublich schlecht" zu kommunizieren. Seine Kritik fällt deutlich aus...

DWN
Politik
Politik Nach Trump-Ansage: Netanjahu zu Alleingang gegen den Iran bereit
10.06.2026

Israel hat seine Angriffe auf den Iran auf US-Wunsch eingestellt - schließt aber einen Alleingang nicht aus. Ein Iran-Experte warnt vor...

DWN
Politik
Politik Düngemittel-Lobbyisten tummeln sich in Belarus
10.06.2026

Minsk versucht mit Unterstützung der USA, die bislang unnachgiebige Haltung der Europäischen Union zum Transit von belarussischem Dünger...

DWN
Technologie
Technologie iPhones in der EU ohne KI-Siri: Apple greift Kommission an
10.06.2026

Apple startet einen neuen Anlauf bei Künstlicher Intelligenz – doch Nutzer in der EU erhalten auf iPhones und iPads keinen Zugang zu...

DWN
Panorama
Panorama Gewalt von Linken und Rechten nimmt zu
10.06.2026

Die Erhebung politisch motivierter Straftaten gilt als eine Art Fiebermessung für die deutsche Gesellschaft. Ein Blick auf die Statistik...