Unternehmen

Personalabbau bei Chemieriese Evonik: 1.850 Arbeitsplätze fallen weg

Deutschlands Industrie baut weiter ab: Der Essener Chemiekonzern Evonik streicht 1.850 Stellen bis Ende 2026. Die Krise der deutschen Chemieindustrie erreicht damit auch einen der größten Arbeitgeber im Ruhrgebiet. Die Folgen tragen ausschließlich die Arbeitnehmer.
10.06.2026 10:14
Lesezeit: 2 min
Personalabbau bei Chemieriese Evonik: 1.850 Arbeitsplätze fallen weg
Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender von Evonik, betonte, der Abbau erfolge sozialverträglich und gemeinsam mit Arbeitnehmervertretern. (Foto: dpa) Foto: Oliver Berg

Personalabbau bei Chemieriese Evonik: 1.850 Arbeitsplätze fallen weg

Gürtel enger, Stellen weniger, Dividende gekürzt: Beim Chemiekonzern Evonik aus Essen stehen die Zeichen weiter auf Sparen. Vorstandschef Christian Kullmann machte auf der Hauptversammlung deutlich, dass seit Jahresbeginn zusätzliche kurzfristige Maßnahmen laufen. Betroffen sind unter anderem Fortbildungen, Dienstreisen und Messebesuche. Das Ziel: Evonik soll „schlanker, schneller und schlagkräftiger“ werden, zitiert ihn die WAZ.

Auch beim Personal setzt der Konzern aus Essen den Rotstift an. Bis Ende 2026 sollen insgesamt rund 1.850 Stellen wegfallen. Etwa 1.000 davon betreffen das laufende Jahr. Kullmann betonte, der Abbau erfolge sozialverträglich und gemeinsam mit Arbeitnehmervertretern. Betriebsbedingte Kündigungen bleiben bei Evonik bis 2032 ausgeschlossen.

Sparprogramm in Essener Großunternehmen

Der Umbau kostet allerdings zunächst viel Geld. Personalvorstand Thomas Wessel berichtete von rund 97 Millionen Euro für Abfindungen und weitere Personalmaßnahmen im vergangenen Geschäftsjahr. Darin enthalten sind auch Rückstellungen, etwa für Altersteilzeit. Bereits 850 Arbeitsplätze hat der Konzern nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr abgebaut.

Eine zentrale Rolle spielt dabei weiterhin das Programm „Tailor Made“. Damit hat Evonik große Teile seiner Verwaltung überprüft. Kullmann sieht darin einen wichtigen Schritt gegen unnötige Bürokratie. Deutlich wurde er auch bei der Unternehmenskultur: „Ich glaube, dass wir in der Vergangenheit eine zu ausgeprägte Gesprächskultur hatten. Die Bereitschaft zum Dialog darf nicht verwechselt werden mit einer Sehnsucht nach Palaverei“.

Evonik zahlt rund 100 Millionen Euro für Abfindungen

Im weiteren Verlauf der Hauptversammlung standen noch weitere wichtige Themen auf der Agenda. Diskutiert wurden unter anderem die gekürzte Dividende, ein neues Vergütungssystem für den Vorstand sowie kritische Töne von Aktionärsvertretern. Außerdem äußerte sich das Management zur Zukunft der Hauptversammlung in Essen und zu personellen Weichenstellungen an der Unternehmensspitze.

Evonik aus Essen

  • Evonik gehört zu den größten Industrieunternehmen in Essen und zählt weltweit zu den führenden Spezialchemiekonzernen. Das Unternehmen entwickelt und produziert unter anderem Chemikalien für die Automobil-, Bau-, Pharma- und Konsumgüterindustrie.
  • Seinen Hauptsitz hat Evonik in Essen. Weltweit beschäftigt der Konzern rund 32.000 Mitarbeiter. Die Aktien des Unternehmens werden an der Börse gehandelt, größte Anteilseignerin ist die RAG-Stiftung.
  • Gegründet wurde der heutige Konzern im Jahr 2007.

Der Stellenabbau zeigt, dass der Anpassungsdruck in der deutschen Chemieindustrie weiterhin hoch bleibt.

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