Unternehmen

Stellenabbau Mittelstand: Jedes vierte Familienunternehmen baut Jobs ab

Auch bei den Familienunternehmen in Deutschland sind zunehmend Jobs in Gefahr: 23 Prozent der Unternehmer wollen in diesem Quartal Arbeitsplätze abbauen, wie eine Umfrage der Verbände Familienunternehmer und Junge Unternehmer ergab. Warum ohne tiefgreifende Reformen der Bundesregierung die Talfahrt des Mittelstandes weitergeht. 
05.11.2025 14:44
Aktualisiert: 05.11.2025 15:08
Lesezeit: 1 min

Deutsche Familienunternehmen gehören zu den umsatzstärksten der Welt. Doch nun erwägen auch immer mehr von ihnen, Arbeitsplätze zu streichen. Sie verlangen von der Regierung rasche Reformen.

Jedes vierte Familienunternehmen plant Stellenabbau

Bei Familienunternehmen in Deutschland sind zunehmend Jobs in Gefahr. 23 Prozent der Unternehmer wollen in diesem Quartal Arbeitsplätze abbauen, wie eine Umfrage der Verbände Familienunternehmer und Junge Unternehmer ergab. Im vierten Quartal 2024 gaben dies 19 Prozent an.

„Der voranschreitende Arbeitsplatzabbau auch bei den Familienunternehmen sollte uns alle aufhorchen lassen“, sagte Marie-Christine Ostermann, Präsidentin des Verbands Die Familienunternehmer. Gerade diese Unternehmen seien der „Stabilitätsanker“ in schwierigen Wirtschaftszeiten.

„Zwar liegt der Rückgang bei den Familienunternehmen noch unter dem allgemeinen Abwärtstrend in der Industrie. Doch die Wirtschaftskrise und die strukturellen Schwächen dieses Landes schädigen die Fundamente der Familienunternehmen mittlerweile so massiv, dass nun auch sie in vielen Bereichen die Reißleine ziehen und Arbeitsplätze abbauen müssen.“

Laut Umfrage wollen 61 Prozent der Familienunternehmer ihre Stellen bis zum Jahresende konstant halten. Zugleich verfüge die Mehrheit der Befragten über offene Stellen. Ostermann forderte die Bundesregierung auf, Unternehmen zu entlasten. „Ohne tiefgreifende Reformen der Sozialsysteme und Entlastung der Unternehmen auf der Abgabenseite wird sich der Abbau an Arbeitsplätzen sonst ungebremst fortsetzen.“ Das Bundeskabinett will jetzt Maßnahmen für weniger Bürokratie auf den Weg bringen.

Mehrheit sieht Bürokratie als größtes Investitionshemmnis

Mittlerweile sehen laut Umfrage 63 Prozent aller Befragten die Bürokratie als das größte Investitionshemmnis. Dies sei ein sehr hoher Wert, so der Verband. Die Bereitschaft zu investieren, befinde sich im „anhaltenden Sinkflug“. Nur noch jeder Fünfte der befragten Unternehmer wolle im vierten Quartal sein Unternehmen erweitern. Gar nicht investieren wollten 46 Prozent.

Eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln ergab vor Kurzem, dass 36 Prozent der Unternehmen planen, im kommenden Jahr Stellen zu streichen. Nur 18 Prozent wollen neue Jobs schaffen.

Nach zwei Jahren ohne Wirtschaftswachstum rechnen die Bundesregierung und Wirtschaftsinstitute für das laufende Jahr allenfalls mit einem Mini-Wachstum. Im kommenden Jahr soll es leicht bergauf gehen.

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