Unternehmen

Tesla-Aktionäre ebnen Musk den Weg: Aktien im Wert von einer Billion Dollar

Elon Musk steht vor einer potenziellen Megabelohnung: Die Anteilseigner von Tesla haben einem außergewöhnlichen Vergütungspaket zugestimmt, das dem Tech-Milliardär Aktien im Wert von bis zu einer Billion US-Dollar in Aussicht stellt. Um tatsächlich davon zu profitieren, muss Musk jedoch ehrgeizige Unternehmensziele erreichen – und die Hürden sind hoch.
07.11.2025 08:59
Lesezeit: 4 min

Von 1,5 auf 8,5 Billionen Dollar in 10 Jahren

Tesla-Chef Elon Musk bekommt die Aussicht auf ein Riesen-Aktienpaket im Wert von einer Billion Dollar. Mehr als 75 Prozent der Aktionäre stimmten für den Vergütungsplan, bei dem der Elektroauto-Hersteller verschiedene ambitionierte Ziele erfüllen muss, damit Musk die Aktien bekommt. Musk hatte gedroht, den Chefposten bei Tesla aufzugeben, falls das Vorhaben platzen würde.

Das Paket könnte rund eine Billion US-Dollar (aktuell 871 Milliarden Euro) wert sein - zumindest falls der Autobauer in zehn Jahren an der Börse wie erhofft 8,5 Billionen Dollar schwer sein sollte. Aktuell liegt der Börsenwert bei knapp 1,5 Billionen Dollar. Bei einem solchen Wertanstieg würde der Wert der Aktien, die Musk bereits besitzt, ebenfalls die Billionen-Marke knacken. Der 54-Jährige ist schon jetzt der reichste Mensch der Welt mit einem geschätzten Vermögen von mehr als 470 Milliarden Dollar.

Mit den neuen Aktien würde Musks Beteiligung an Tesla auf rund 25 Prozent steigen. Zu den Voraussetzungen für die Gewährung der Anteile gehört, dass Musk das Jahrzehnt in der Chefetage bleibt - und Tesla eine Million Robotaxis im Einsatz hat und eine Million KI-Roboter ausliefert.

Die Annahme des Plans schien nicht garantiert: Unter anderem der norwegische Staatsfonds und zwei einflussreiche Beratungsfirmen, die Empfehlungen für Aktionäre abgeben, sprachen sich dagegen aus. Musk besitzt aber Kultstatus bei einer großen Zahl der Tesla-Kleinaktionäre.

Zielmarke 20 Millionen verkaufte Teslas

Insgesamt könnte Musk bis zu 423,74 Millionen Tesla-Aktien bekommen - in zwölf Stufen, die meist an Schritte von zusätzlichen 500 Milliarden Dollar beim Börsenwert gekoppelt sind. Hinzu kommen die geschäftlichen Ziele wie etwa die Auslieferung von insgesamt 20 Millionen Teslas beim Börsenwert von zwei Billionen Dollar. Bisher brachte Tesla seit der Gründung rund 8,5 Millionen Autos auf die Straße - und davon gut 1,8 Millionen im bisher besten Jahr 2023.

Eine noch größere Hürde könnte es später sein, zusätzlich zu 6,5 Billionen Dollar Börsenwert die Marke von 400 Milliarden Dollar pro Jahr beim bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zu knacken und darüber zu bleiben. Bei einem Börsenwert von vier Billionen Dollar steht zunächst einmal ein bereinigtes Ebitda von 50 Milliarden Dollar auf dem Plan.

Die Verwaltungsratsvorsitzende Robyn Denholm betonte, Musk werde leer ausgehen, wenn Tesla die Ziele nicht erreiche. Der Tech-Milliardär selbst sagt, mehr als das Geld interessiere ihn, seine Tesla-Beteiligung auf 25 Prozent zu erhöhen und damit seinen Einfluss bei dem Unternehmen zu sichern.

Der Aktionärsvorschlag, dass Tesla in Musks KI-Firma xAI investieren solle, bekam zwar mehr Zustimmung als Ablehnung - aber mit vielen Enthaltungen. Tesla werde dies nun weiter abwägen, hieß es.

Fokus auf Roboter und Robotaxis

Tesla - der Elektroauto-Vorreiter, der vor einigen Jahren die Branche zu einer teuren Aufholjagd veranlasste - wirkte zuletzt entzaubert und steuert auf das zweite Jahr mit einem Absatzrückgang zu. Musk argumentiert wiederum, die Zukunft von Tesla liege ohnehin in selbstfahrenden Robotaxis und humanoiden Robotern.

Der Tech-Milliardär behauptet sogar, dass die "Optimus"-Roboter des Konzerns das Potenzial hätten, zum «größten Produkt aller Zeiten» zu werden. Mit der Zeit könnten seiner Vorstellung zufolge Dutzende Milliarden der Roboter im Einsatz sein. Humanoide Roboter seien der einzige Weg, Armut zu beenden, meint der Milliardär. Vor einigen Wochen verkündete Musk auch: "Optimus wird ein unglaublicher Chirurg sein." Bei der Hauptversammlung fantasierte er auch, "Optimus"-Roboter könnten Menschen folgen und sie davon abhalten, Verbrechen zu begehen.

Musk hofft, die Produktion der Roboter im kommenden Jahr zu starten. Bei einem angepeilten Ausstoß von einer Million Roboter werde der Herstellungspreis bei 20.000 Dollar liegen, stellte er in Aussicht.

Kontrolle über "Roboter-Armee"

Seine Forderung nach einer Beteiligung von 25 Prozent verbindet Musk direkt mit der Kontrolle über die neue Technologie. «Wenn wir diese Roboter-Armee bauen - werde ich zumindest einen starken Einfluss auf diese Roboter-Armee haben?», sagte er vor wenigen Tagen. Andernfalls sei ihm nicht wohl bei dem Gedanken.

Wenn es Musk vorrangig um den Einfluss im Unternehmen und nicht um Geld geht, hätte Tesla ihm nicht einfach einige Aktien mit zusätzlichen Stimmrechten geben können? Bei Tech-Schwergewichten wie Google und dem Facebook-Konzern Meta sichert ein System mit verschiedenen Aktienarten schließlich seit Jahren die Kontrolle durch die Gründer. Denholm sagte im Wirtschaftssender CNBC, dies wäre nur vor dem Börsengang von Tesla möglich gewesen.

Musk verspricht Millionen Robotaxis

Die Produktion eines neuen Robotaxis-Fahrzeugs ohne Lenkrad und Pedale will Tesla laut Musk im April kommenden Jahres starten. Durch eine hohe Automatisierung hofft er, auf einer Produktionslinie bis zu fünf Millionen der Wagen pro Jahr bauen zu können. Allerdings ist immer noch unklar, ob sein Plan, autonomes Fahren nur mit Kameras umzusetzen, am Ende aufgeht.

Konkurrenten wie die Google-Schwesterfirma Waymo setzten für mehr Sicherheit zusätzlich teurere Laser-Radare ein, die die Umgebung der Fahrzeuge abtasten. Mit Musks Ansatz hat Tesla zwar einen Kostenvorteil - aber es gibt Fragen zur Verlässlichkeit der Technik unter anderem bei schwierigen Sichtverhältnissen.

Bereits früherer Vergütungsplan umstritten

Um den vergangenen großen Vergütungsplan für Musk hatte es eine große Kontroverse gegeben. Bei einem ihm zugesagten Aktienpaket aus dem Jahr 2018 erfüllte Tesla zwar alle damals vorgegebenen Ziele. Doch ein Gericht im Bundesstaat Delaware, in dem Tesla damals formell ansässig war, befand, dass Musk bei Vereinbarung des Plans zu viel Einfluss im Verwaltungsrat gehabt habe und die Aktionäre darüber nicht ausreichend informiert worden seien. Das Berufungsverfahren dazu läuft noch. Tesla verlegte den Firmensitz danach nach Texas und stellte eine Hürde für Aktionärsklagen auf: Sie müssen dafür eine Beteiligung von mindestens drei Prozent haben.

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