Finanzen

Goldpreis-Prognose: Experten sehen weiterhin Potenzial am Markt

Die Entwicklung am Goldmarkt sorgt derzeit für besondere Aufmerksamkeit, da viele Anleger Orientierung in einem zunehmend unsicheren Umfeld suchen. Doch welches Potenzial sehen Fachleute für die kommenden Jahre?
30.11.2025 17:27
Lesezeit: 2 min

Goldpreis-Prognose zeigt weiteres Aufwärtspotenzial

Die Entwicklung am Goldmarkt sorgt derzeit für besondere Aufmerksamkeit, da viele Anleger Orientierung in einem unsicheren Umfeld suchen. Doch welches Potenzial sehen Fachleute für die kommenden Jahre? Der Goldpreis ist in diesem Jahr deutlich gestiegen, doch Experten gehen davon aus, dass das Edelmetall seinen Höchststand noch nicht erreicht hat.

Gold bleibt ein klassischer sicherer Hafen. In der Sendung Investor Toomase tund der estnischen DWN-Partnerseite erklärten die Goldexperten Mait Kraun von Tavidi und Triinu Tapver von LHV, dass geopolitische Spannungen, Zinssenkungserwartungen und ungewöhnlich hohe Käufe der Zentralbanken den jüngsten Preisanstieg beschleunigt haben. Kraun betonte, dass die Wartelisten für physisches Gold bei Herstellern spürbar länger geworden seien. Die Nachfrage habe sich deutlich erhöht, weshalb allein zwischen August und Oktober ein Preisplus von rund 30 Prozent verzeichnet wurde.

Goldpreis-Prognose und wirtschaftliche Belastungen

Kraun erläuterte, dass das Wirtschaftswachstum vieler Staaten zunehmend vom Umfang ihrer Haushaltsdefizite abhänge. Sollten die USA versuchen, ihren Haushalt auszugleichen, könnte dies eine Rezession auslösen. Tapver ergänzte, dass dies sogar zu erheblichen Belastungen für die US-Börsen führen könnte.

Da die Schuldenlast vieler Staaten steigt und die Finanzierung immer teurer wird, suchen Anleger verstärkt nach stabilen Anlageformen. Eine fundierte Goldpreis-Prognose berücksichtigt diese strukturellen Risiken und zeigt, warum Gold für viele Investoren weiterhin attraktiv bleibt.

Historische Muster und Bewertungsspielräume

Rückblicke auf frühere Marktphasen verdeutlichen, wie stark Gold in bestimmten Zyklen an Wert gewonnen hat. In den 1970er Jahren stieg der Preis nach Aufgabe des Goldstandards auf das Zwanzigfache. Zwischen 2000 und 2011 folgte ein weiterer kräftiger Anstieg, der den Wert des Edelmetalls versiebenfachte.

Aus aktuellen Bewertungskennzahlen schließt Kraun, dass Gold weiterhin unterbewertet sei. Dies stütze seine Goldpreis-Prognose, wonach der Markt noch weit von früheren Höchstständen entfernt ist. Für Anleger eröffne das zusätzlichen Spielraum für langfristiges Wachstum.

Silber als impulsiver Begleiter im Edelmetallmarkt

Neben Gold beleuchteten die Analysten auch die Entwicklung von Silber. Kraun beschreibt Silber als eine verstärkte Form von Gold, da es häufig zeitversetzt reagiert und in starken Marktphasen mit größerer Dynamik steigt. Deshalb hält er eine Preisverdopplung für möglich.

Gleichzeitig betonten Kraun und Tapver, dass Anleger die Struktur ihres Portfolios sorgfältig prüfen sollten. Eine langfristige Orientierung, die auch die eigene Goldpreis-Prognose einbezieht, helfe dabei einzuschätzen, welchen Anteil Edelmetalle sinnvoll einnehmen können.

Einordnung für deutsche Anleger in geopolitisch unsicheren Zeiten

Für Deutschland bleibt Gold besonders relevant, da wirtschaftspolitische Debatten, Schuldenfragen und geopolitische Risiken auch hier die Märkte beeinflussen. Eine realistische Goldpreis-Prognose kann deutschen Anlegern helfen, die Rolle von Edelmetallen als Schutzinstrument und Renditebaustein besser zu bewerten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Cartier Tank oder Santos – welche ist zeitloser?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht: Design-Kenner sehen in der klar reduzierten Tank das zeitlosere Statement, während die vielseitigere...

 

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: US-Indizes schließen uneinheitlich, da Trump ein Iran-Abkommen nach den Zwischenwahlen für möglich hält
22.09.2026

Politische Signale und starke Einzelwerte bewegen die Märkte im späten Handel.

DWN
Politik
Politik Mehrheit fordert Rücktritt von Kanzler Merz
22.09.2026

Mehr als die Hälfte der Befragten spricht sich für einen Rücktritt des Kanzlers aus. Unter den Anhängern einer Partei ist der Anteil...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Planet Labs: Berlin bekommt eine neue Satellitenfabrik
22.09.2026

In der Hauptstadt soll ein neuer Produktionsstandort für Satelliten entstehen. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in den USA, will aber...

DWN
Politik
Politik Ehemaliger Topberater des Weißen Hauses: Trump gibt Tech-Milliardären beängstigend viel Macht
22.09.2026

Künstliche Intelligenz könnte die Welt ähnlich tiefgreifend verändern wie einst das Manhattan-Projekt. Doch diesmal liegt die...

DWN
Finanzen
Finanzen Heizkosten steigen 2026: So teuer wird das Heizen
22.09.2026

Für viele Haushalte wird das Heizen 2026 teurer – besonders bei Öl und Holzpellets. Eine neue Prognose zeigt, welche Heizarten stärker...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs springt über 85.000 Dollar. Was hat die Erholung ausgelöst?
22.09.2026

Der Bitcoin-Kurs ist wieder deutlich gestiegen und kletterte über 85.000 Dollar. Bemerkenswert ist der Rebound, da kurz zuvor zwei...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Insolvenz: So schützen Unternehmer ihr Privatvermögen
22.09.2026

Gerät die Firma ins Wanken, kann es schnell um mehr gehen als das Unternehmen. Plötzlich stehen auch Haus, Depot und Ersparnisse auf dem...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mercedes-Benz-Aktie: Arbeitszeit in der Diskussion – Konzern setzt deutsche Werke unter Druck
22.09.2026

Mercedes hält seine deutschen Werke für zu teuer und fordert mehr Arbeit für das gleiche Geld. Um den Druck zu erhöhen, legt der...