Unternehmen

Schiene unter Druck: Expertenrunde soll Bahnverkehr stabilisieren

Wegen anhaltender Probleme im Zugverkehr arbeitet eine neue Taskforce an kurzfristigen Lösungen für mehr Pünktlichkeit und Stabilität auf der Schiene. Die Arbeitsgruppe „Zuverlässige Bahn“, der Vertreter des Bundes, der Bahnbranche und zuständiger Behörden angehören, soll bis Ostern 2026 konkrete Vorschläge erarbeiten, wie der Bahnbetrieb wieder verlässlicher werden kann, erklärte Staatssekretär Ulrich Lange nach der ersten Sitzung.
06.12.2025 09:50
Lesezeit: 1 min
Schiene unter Druck: Expertenrunde soll Bahnverkehr stabilisieren
Eine neue Expertenrunde arbeitet an Lösungen für mehr Pünktlichkeit auf der Schiene (Foto: dpa). Foto: Rolf Vennenbernd

Expertenrunde Bahnverkehr: Erste Konfliktlinien zeichnen sich ab

Beim Auftakttreffen seien mehrere Schwerpunkte identifiziert worden, denen sich die Mitglieder in sogenannten Fokus-Gruppen widmen würden, sagte Lange. Dazu gehöre unter anderem die hohe Belastung von engen Bahnverkehrsknoten wie Köln, Frankfurt, Hamburg oder München. Weitere Themen sind demnach bessere Fahrgastinformationen und die Digitalisierung der Schiene.

Ein wesentlicher Knackpunkt in den Beratungen dürfte die Frage werden, ob zur Entlastung der Knoten auch Züge gestrichen werden sollen, insbesondere im Regionalverkehr. Hier seien bereits erste Konfliktlinien deutlich geworden, betonte Lange. Einige Teilnehmer lehnten weniger Verbindungen grundsätzlich ab, andere hielten sie für notwendig.

Neue Bahnchefin Evelyn Palla mit neuer Strategie

Wenn zusätzlich zum dichten Verkehr auf dem in weiten Teilen maroden Schienennetz auch noch gebaut werden muss, staut es sich schnell vor den großen Bahnhöfen - ein wichtiger Grund für die vielen Verspätungen im Netz.

Die Vorschläge der Arbeitsgruppe sollen Lange zufolge ab 2027 umgesetzt werden. Die "Taskforce" ist Teil der neuen Bahnstrategie von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), die dieser im September vorgestellt hat. Darin geht es auch um eine Neuaufstellung des bundeseigenen Konzerns. Seit Oktober hat die Bahn mit Evelyn Palla eine neue Chefin. Sie ist dafür verantwortlich, das Unternehmen und den Bahnverkehr in Deutschland aus der strukturellen Krise zu führen.

Evelyn Pallas Umbauplan: Bahn reduziert Top-Jobs und halbiert die Führungsebene

Mit dem Amtsantritt von Evelyn Palla wird die Deutsche Bahn weiter verschlankt. Der Aufsichtsrat hat bereits beschlossen, den Vorstand der Infrastrukturtochter DB InfraGO von acht auf sechs Mitglieder zu reduzieren. Philipp Nagl bleibt Vorstandschef, Jens Bergmann Finanzvorstand. Künftig gibt es Ressorts für Fahrwege, Bahnhöfe, Infrastrukturplanung/-projekte und Personal.

Nach Angaben aus Bahnkreisen sollen auch die Vorstände von Regionalverkehr (sechs auf fünf) und Fernverkehr (fünf auf vier) schrumpfen. Zudem wird die erste Führungsebene unterhalb des Konzernvorstands von 43 auf 22 Posten halbiert; die fünf Konzernbeauftragtenstellen entfallen komplett.

Palla hatte im Oktober angekündigt, die Konzernleitung umzubauen und Verantwortung stärker ins operative Geschäft zu verlagern. Gespräche dazu laufen, auch mit Arbeitnehmervertretern. Der Aufsichtsrat berät kommende Woche über die neue Geschäftsverteilung; weitere Details zum Stellenabbau werden erwartet. Betroffen sein dürfte vor allem die Verwaltung, außerdem steht die Sanierung der Frachtsparte an. Palla nennt 2026 das Jahr des Umbaus und stellt einen größeren Personalabbau in Aussicht.

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