Finanzen

Hugo Boss-Aktie: Machtkampf mit Großaktionär Frasers?

Beim Modekonzern Hugo Boss knirscht es im Machtgefüge: Der wichtigste Investor zieht dem Aufsichtsratschef die Unterstützung weg, während das Management auf Stabilität pocht. Zugleich schwankt die Hugo Boss-Aktie im MDAX. Welche Folgen hat der Bruch für Kurs, Dividende und Führung?
01.12.2025 15:30
Aktualisiert: 01.12.2025 15:30
Lesezeit: 1 min
Hugo Boss-Aktie: Machtkampf mit Großaktionär Frasers?
Unruhe bei Modekonzern Hugo Boss: Der Großaktionär Frasers entzieht AR-Chef Sturm die Rückendeckung, die Hugo Boss-Aktie bleibt stabil (Foto: dpa). Foto: Bernd Weißbrod

Hugo Boss-Aktie: Hugo-Boss-Großaktionär Frasers entzieht AR-Chef Rückendeckung

Der Aufsichtsratsvorsitzende des Modekonzerns Hugo Boss (ISIN: DE000A1PHFF7) hat den Rückhalt seines größten Anteilseigners verloren. Am Freitagabend veröffentlichte der Konzern in einer Pflichtmitteilung eine Stellungnahme der Frasers Group. Demnach unterstützt der Investor den Boss-Aufsichtsratschef Stephan Sturm nicht mehr. Hugo Boss selbst hält die Zukunft seines Aufsichtsvorsitzenden für gesichert: "Stephan Sturm steht zu seiner Verantwortung als Aufsichtsratsvorsitzender und hat die feste Absicht dieses Amt weiter auszuüben", hieß es in einer ebenfalls am Freitag publizierten Erklärung des Modekonzerns.

Die Hugo Boss-Aktie legte am Montagmorgen um knapp 0,7 Prozent zu und gehörte damit zu den wenigen Kursgewinnern im MDAX, dem Index für mittelgroße Unternehmenswerte. Im bisherigen Jahresverlauf hat die Hugo Boss-Aktie allerdings rund 14 Prozent an Wert eingebüßt.

Sturm habe Frasers Group zuvor informiert, dass er ohne deren Unterstützung nicht als Vorsitzender des Aufsichtsrats von Hugo Boss bleiben wolle, heißt es in der Pflichtmitteilung. Frasers beabsichtige daher, Einfluss auf die Zusammensetzung des Aufsichtsrats von Hugo Boss zu nehmen, um Sturm, falls nötig, abzuberufen und einen neuen Vorsitzenden zu ernennen. Der Investor ist mit einem Anteil von 25 Prozent mit Abstand größter Aktionär des Konzerns, was auch die Hugo Boss-Aktie bewegt.

Frasers drängt auf Kurswechsel bei Dividenden

Unstimmigkeiten zwischen dem Management von Hugo Boss und dem Hugo-Boss-Großaktionär traten zuletzt vor allem bei der Dividendenpolitik auf. Frasers Group hält den Kurs der Hugo Boss-Aktie für unterbewertet, wie aus einer Pflichtmitteilung aus dem Juli hervorgeht. Nach Ansicht von Frasers sollte Hugo Boss derzeit keine Dividende ausschütten; die Mittel seien stattdessen zur Wertsteigerung zu nutzen.

Das Management um Konzernchef Daniel Grieder zeigte sich für das laufende Jahr vorsichtiger. 2025 dürften Umsatz und Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) an den unteren Enden der bislang ausgegebenen Spannen liegen, teilte Hugo Boss Anfang November mit den Zahlen für das dritte Quartal mit. Als Gründe nannte der Modekonzern konjunkturelle Unsicherheiten und negative Wechselkurseffekte, die auch die Hugo Boss-Aktie belasten können.

Investorentag soll Richtung für 2025 klären

Hugo Boss rechnet für 2025 mit Erlösen von 4,2 Milliarden bis 4,4 Milliarden Euro sowie einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 380 Millionen bis 440 Millionen Euro. Am 3. Dezember richtet der Konzern eine Investorenveranstaltung aus, bei der das Management ein Update zur Strategie geben will; die Hugo Boss-Aktie dürfte dabei im Mittelpunkt stehen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Politik
Politik Nukleare Wende in Europa: Deutschland und Polen blicken auf Frankreichs Atomschirm
20.02.2026

Europas Sicherheitsarchitektur gerät unter Druck, während Deutschland und Polen über nukleare Abschreckung und höhere...

DWN
Politik
Politik NATO vor dem Zerfall: Topforscher warnt vor historischem Bruch
20.02.2026

Die NATO gerät zunehmend unter strukturellen Druck, während sich die Machtstrukturen zwischen Europa und den USA verschieben. Bedeutet...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Wall Street schließt im Minus: Ölpreisrallye und Schwäche der Tech-Giganten belasten die Märkte
19.02.2026

Die US-Aktienmärkte beendeten den Handelstag am Donnerstag überwiegend im Minus, da Investoren versuchten, widersprüchliche Signale...

DWN
Politik
Politik "Fröhlichkeit bei der Arbeit": Merz strebt zweite Amtszeit an
19.02.2026

"Alle mal zusammen ins Rad packen": Bundeskanzler Friedrich Merz will, dass die Deutschen mehr arbeiten - und eine zweite Amtszeit.

DWN
Politik
Politik Ukraine vor politischer Weichenstellung: Mögliche Wahlen und Friedensreferendum unter US-Druck
19.02.2026

Unter US-Druck treibt Präsident Wolodymyr Selenskyj Präsidentschaftswahlen und ein mögliches Friedensreferendum in der Ukraine voran....

DWN
Politik
Politik Trump-Friedensrat: Gaza, Entwaffnung und internationale Fronten
19.02.2026

Trump will die Weltpolitik neu ordnen – mit einem eigenen Friedensrat und milliardenschweren Versprechen für Gaza. Wird aus politischer...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell: Ringen um 5.000 Dollar – wie geht die Goldpreis-Entwicklung weiter?
19.02.2026

Der Goldpreis hat nach einer monatelangen Aufwärtsrally einen deutlichen Rücksetzer erlebt. Viele Beobachter verweisen dennoch auf...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Rückkehr zur Präsenzpflicht? Wann die Produktivität im Homeoffice sinkt – und wie Unternehmen dies vermeiden
19.02.2026

Homeoffice ist inzwischen in einigen Branchen selbstverständlich - wird aber oft von Arbeitgebern kritisch beobachtet. Dabei kann die...