Finanzen

BMW-Aktie: Warum der Autobauer vorsichtig bleibt – trotz stabiler Zahlen

Die BMW-Aktie schwächelt, obwohl der Autobauer stabiler durch die Krise kommt als die Konkurrenz. Vorsichtiger Ausblick, China-Probleme und neue Zölle bremsen die Erwartungen – doch bei der Dividende überrascht der Konzern.
12.03.2026 08:50
Aktualisiert: 12.03.2026 08:50
Lesezeit: 3 min

BMW-Aktie: Ausblick bleibt vorsichtig, Dividende steigt überraschend

Der Autobauer BMW hat im vergangenen Jahr erneut den schwachen Markt in China zu spüren bekommen und setzt sich für 2026 vorsichtige Ziele. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sank 2025 um 11,5 Prozent auf 10,19 Milliarden Euro, wie der Dax -Konzern am Donnerstag in München mitteilte. In der wichtigen Autosparte lag die operative Ergebnismarge (Ebit) bei 5,3 Prozent, ein Minus von einem Prozentpunkt. Im vierten Quartal schnitten die Bayern etwas schwächer ab als von Experten erwartet.

Im neuen Jahr soll die viel beachtete operative Auto-Marge in einer Spanne von vier bis sechs Prozent liegen. Dabei belasten erhöhte Zölle laut Unternehmen mit rund 1,25 Prozentpunkten. Experten hatten bislang mit einer leichten Erholung der Marge 2026 auf 5,7 Prozent gerechnet.

Die BMW-Aktie lag vorbörslich mit 0,9 Prozent leicht im Minus. Im laufenden Jahr hat die BMW-Aktie im Xetra-Handel bisher 13 Prozent verloren, vor allem der Nahost-Krieg belastete zuletzt die Stimmung der Anleger. Auch auf Sicht von einem Jahr notiert die BMW-Aktie leicht im Minus.

Unter dem Strich fiel der Gewinn 2025 um drei Prozent auf 7,45 Milliarden Euro, der Umsatz sank um 6,3 Prozent auf rund 133,5 Milliarden Euro. Die Dividende soll überraschend um zehn Cent auf 4,40 Euro je im Dax notierter Stammaktie steigen. Hauptprofiteure sind die Erben der Eignerfamilie Quandt, Stefan Quandt und seine Schwester Susanne Klatten.

BMW-Aktie im Vergleich: Stabiler als Mercedes und Volkswagen

BMW kommt bisher vergleichsweise gut durch die allgemeine Krise der deutschen Autoindustrie. Zwar ist es bereits der dritte Gewinnrückgang auf Jahressicht, doch die beiden deutschen Konkurrenten Mercedes und Volkswagen haben ihre Gewinne vergangenes Jahr jeweils fast halbiert. Im Vergleich dazu wirkt der Rückgang bei den Münchnern deutlich moderater – allerdings hatten Probleme in China und mit zugelieferten Bremsen bereits im Vorjahr stark zu Buche geschlagen.

Keine Stellenstreichungen: Vorteil für BMW in der Krise

Während andere deutsche Autobauer Jobs abbauen, kommt BMW bislang ohne Stellenstreichungsprogramme durch die Krise.

Ein klarer Pluspunkt für die Münchner ist das große eigene Werk in den USA. Dadurch bleibt der Konzern von den dortigen Zöllen zumindest teilweise verschont. Knapp 413.000 Autos liefen dort vergangenes Jahr vom Band, mehr als die Hälfte davon blieb in den USA. Das bedeutet, dass BMW weniger als die Hälfte der in den USA verkauften Fahrzeuge importieren musste.

Zudem profitieren die Münchner davon, dass sie ihre Werke flexibel ausgelegt haben. Auf einem Band können Elektroautos, Hybride und Verbrenner entstehen. Das hilft, die Unsicherheiten beim Hochlauf der Elektromobilität abzufedern. BMW-Chef Oliver Zipse betonte: "Wir haben uns in den letzten Jahren strategisch richtig aufgestellt. Davon profitieren wir heute: Wir müssen in einem herausfordernden Umfeld nicht umsteuern, sondern können unseren Kurs halten und unsere Strategie weiter konsequent umsetzen."

Führungswechsel bei BMW: Zipses letzte Zahlen

Die Jahresbilanz ist die letzte, die Zipse verantwortet. Am 14. Mai übernimmt sein designierter Nachfolger Milan Nedeljkovic. Bislang ist er Produktionsvorstand – ein Amt, das auch Zipse vor seinem Aufstieg an die Unternehmensspitze bekleidet hatte.

Nedeljkovic ist seit Längerem mit Zipses wichtigstem Projekt befasst, das in den kommenden Jahren über Wohl und Wehe der BMW-Aktie mitentscheiden dürfte. Die Neue Klasse, deren erster Vertreter iX3 vergangenes Jahr vorgestellt wurde, steht seit wenigen Tagen bei den Händlern.

Der Start verlief stark. Wegen hoher Bestellungen führte BMW bereits im Januar eine zusätzliche Schicht in der Produktion ein. In Kürze wollen die Münchner zudem das nächste Modell der Neuen Klasse vorstellen: den i3 – das elektrische Gegenstück zum 3er – in einem für BMW zentralen Volumenbereich.

Prognose für die BMW-Aktie: Konzern bleibt vorsichtig

Bei den Aussichten auf das laufende Jahr bleibt BMW zurückhaltend und geht davon aus, dass der Vorsteuergewinn trotz stabiler Auslieferungen moderat sinken wird. Belastend wirken unter anderem höhere Zölle, Währungseffekte und teurere Rohstoffe.

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