Finanzen

Schott Pharma-Aktie: Zähe Nachfrage nach Glasspritzen – Pharmazulieferer Schott Pharma schaut vorsichtig auf 2026

Die Schott Pharma-Aktie ist am Donnerstag nachbörslich unter Druck geraten, Anleger beäugen den Ausblick des Mainzer Pharmazulieferers kritisch: Schott Pharma senkt die Erwartungen, während die Nachfrage nach Glasspritzen schwächelt. Gleichzeitig wird der mittelfristige Plan gestutzt – was bedeutet das für die Schott Pharma-Aktie und die Investoren?
04.12.2025 20:57
Lesezeit: 2 min
Schott Pharma-Aktie: Zähe Nachfrage nach Glasspritzen – Pharmazulieferer Schott Pharma schaut vorsichtig auf 2026
Gelände eines Produktionsstandortes der Schott AG: Der Spezialglashersteller hat die Anleger mit einem schwachen Ausblick enttäuscht, die Schott Pharma-Aktie steht unter Druck (Foto: dpa). Foto: Martin Schutt

Pharmazulieferer Schott Pharma mit vorsichtigem Ausblick

Der Pharmazulieferer Schott Pharma (ISIN: DE000A3ENQ51) ringt weiter mit der Unsicherheit im Markt. Der Ausblick für das noch junge Geschäftsjahr 2025/26 wirkt daher zurückhaltend und liegt unter den Erwartungen der Analysten. 2026 werde "ein Übergangsjahr sein, in dem wir uns in einem herausfordernden Marktumfeld bewegen und die nächste Wachstumsphase vorbereiten", sagte Unternehmenschef Andreas Reisse laut Mitteilung vom Mittwochabend. Die Schott Pharma-Aktie gab nachbörslich nach.

Für das seit Oktober laufende Geschäftsjahr 2026 rechnet der Konzern damit, dass der Erlös währungsbereinigt um 2 bis 5 Prozent zulegt. Bei der Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda-Marge) erwarten die Mainzer rund 27 Prozent. Am Markt wird ein Umsatzplus von gut 8 Prozent und eine operative Marge von fast 29 Prozent gesehen, was die Schott Pharma-Aktie belastet.

Auch beim mittelfristigen Ausblick nahm das Unternehmen Tempo heraus. Für die Geschäftsjahre 2027 bis 2029 soll im Durchschnitt ein jährliches Umsatzwachstum von 6 bis 8 Prozent erreicht werden. Die operative Marge soll sich dabei in Richtung 30 Prozent entwickeln. Zuletzt war noch von einem jährlichen Umsatzplus von mehr als 10 Prozent sowie einer Marge im niedrigeren 30er-Prozentbereich ausgegangen worden. "Insbesondere im Segment Drug Delivery Systems hält der Gegenwind kurzfristig an", erklärte Schott-Pharma-Chef Reisse. Eine geänderte Markteinschätzung eines wichtigen Kunden sorge für eine geringere Nachfrage nach Glasspritzen, was den Kurs der Schott Pharma-Aktie unter Druck setzt.

Schott Pharma-Aktie nachbörslich unter Druck: Anleger in Sorge

Als am Donnerstagabend der Schott Pharma-Ausblick veröffentlicht wurde, reagierte die Aktie des Mainzer Pharmazulieferers umgehend – und rutschte in die Verlustzone. Beim Finanzdienstleister Lang & Schwarz rutschte die Schott Pharma-Aktie gegen 21 Uhr auf 18,10 Euro ab, gegenüber dem Schlusskurs entspricht das einem Minus von annähernd 2,7 Prozent. Im Xetra-Hauptgeschäft könnte damit am Freitag ein Rekordtief unter dem bisherigen Tiefststand von 17,90 Euro aus dem November drohen. Der Mainzer Spezialglashersteller Schott hatte seine Pharmasparte im September 2023 zu einem Ausgabepreis von 27 Euro je Papier an die Börse geführt. Bis Anfang 2024 stieg die Schott Pharma-Aktie auf gut 43 Euro, doch seitdem hält der Abwärtstrend an.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024/25 erzielte Schott Pharma nach vorläufigen Resultaten währungsbereinigt ein Umsatzplus um 5,8 Prozent auf gut 986 Millionen Euro. Damit traf der Pharmazulieferer in etwa die zuvor reduzierte Prognose eines organischen Erlöswachstums von ungefähr 6,0 Prozent. Die operative Marge stieg 2024/25 währungsbereinigt von 26,9 auf 28,4 Prozent. Das entspricht einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von gut 280 Millionen Euro. Ausführliche Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr folgen in einer Woche am 11. Dezember.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Ripple startet RWA-Strategie, AMT DeFi-Verträge für erneuerbare Energien gehen live – XRP beginnt einen neuen Aufwärtszyklus

Mit der beschleunigten Einführung der RWA-Strategie (Real World Assets) durch Ripple entwickelt sich die Blockchain-Branche von reinem...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Trump im zweiten Amtsjahr: Wachsende Risiken für globale Finanzmärkte
18.01.2026

Donald Trumps zweite Amtszeit fällt in eine Phase erhöhter politischer und ökonomischer Verwundbarkeit der Märkte. Droht den...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Inflationsschock, Schuldenfalle, Rezession: Das neue ökonomische Dreieck
18.01.2026

Deutschland geht der finanzielle Spielraum aus. Hinter der Fassade steckt ein Staat, der ganz langsam unter explodierenden Schulden, hoher...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Wochenrückblick KW 03: Die wichtigsten Analysen der Woche
18.01.2026

Im DWN Wochenrückblick KW 03 des neuen Jahres fassen wir die zentralen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der vergangenen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschlands Industrie am Wendepunkt: Strukturwandel prägt die Entwicklung
18.01.2026

Die deutsche Industrie verharrt nach dem Abschwung in einer Phase wirtschaftlicher Unsicherheit. Handelt es sich um eine vorübergehende...

DWN
Technologie
Technologie Speicherchips: Der wahre Engpass der Künstlichen Intelligenz
18.01.2026

Jahrelang drehte sich im KI-Boom alles um Rechenleistung. Doch nun zeigt sich, dass nicht Prozessoren, sondern Speicherchips den Takt...

DWN
Technologie
Technologie BDEW kritisiert Infrastruktur auf dem Silbertablett: Was sich nach dem Angriff aufs Berliner Stromnetz dringend ändern muss
18.01.2026

Nach dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz übt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) scharfe Kritik an geltenden...

DWN
Finanzen
Finanzen Kupferpreis treibt Fusion an: Rio Tinto plant Übernahme von Glencore
17.01.2026

Die Dynamik auf den Rohstoffmärkten verschiebt derzeit die strategischen Gewichte in der globalen Industrie. Entsteht hier ein neuer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ölpreisgrenze: EU senkt Preisobergrenze für russisches Öl ab 1. Februar
17.01.2026

Der Westen zieht die Daumenschrauben bei russischem Öl weiter an: Ab Februar sinkt die Preisobergrenze erneut. Ziel ist es, Moskaus...