Finanzen

Hexensabbat: Großer Verfallstag an den Terminbörsen lässt Kurse tanzen

Wenn an den Terminbörsen der Hexensabbat naht, steigt die Nervosität: Kontrakte laufen aus, Volumen schießt hoch, Kurse zucken. Anleger sehen plötzlich Bewegungen ohne Nachrichten – oft in wenigen Minuten.
19.12.2025 11:22
Lesezeit: 1 min
Hexensabbat: Großer Verfallstag an den Terminbörsen lässt Kurse tanzen
Am großen Verfallstag, auch Hexensabbat genannt, kann es kurzfristig zu starken Kursschwankungen kommen (Foto: dpa).

Hexensabbat: Warum der große Verfallstag Kurse bewegt

An diesem Freitag steht wieder der Hexensabbat an, also der große Verfallstag: Dann enden Terminkontrakte auf Aktien und Indizes an den Terminbörsen. Vom "großen Verfall" oder auch "vierfachen Verfall" sprechen Börsianer, wenn Optionen und Futures auf Indizes sowie einzelne Aktien am selben Tag verfallen. Vier große Verfallstermine gibt es pro Jahr, jeweils am dritten Freitag der Monate Juni, September, Dezember und März. Rund um den Hexensabbat können Aktienkurse und Indizes auch ohne relevante Nachrichten merklich schwanken. Deutlichere Ausschläge am Hexensabbat zeigen sich häufig bei Index-Schwergewichten in den jeweiligen Indizes.

Auslöser dieser Bewegungen sind Marktteilnehmer, deren Frist zur Abwicklung ihrer Derivategeschäfte endet. Vor allem größere Fonds- oder Vermögensverwalter versuchen zuvor, die Kurse auf jene Preisniveaus zu lenken, zu denen sie an der Terminbörse positioniert sind. Beim Hexensabbat kann es deshalb binnen Minuten zu hohen Handelsvolumina und spürbaren Kursschwankungen kommen. Einzelne Kleinanleger können dabei kaum kursbewegend eingreifen.

Was ist Hexensabbat und wie sollten Anleger reagieren?

Der große Verfallstag, auch Hexensabbat genannt, bezeichnet jene Termine an den Terminbörsen, an denen Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien gleichzeitig auslaufen. Dadurch treffen besonders viele Positionen aufeinander, was kurzfristig zu hohen Handelsvolumina und teils starken Kursschwankungen führen kann – oft ohne neue Nachrichten. Für Anleger bedeutet das: Ruhe bewahren und nicht jeder Bewegung hinterherlaufen.

Wer langfristig investiert ist, sollte den Hexensabbat vor allem beobachten und sich nicht zu spontanen Käufen oder Verkäufen verleiten lassen. Kurzfristig orientierte Anleger sollten erhöhte Volatilität einkalkulieren, enge Stopps prüfen und sich der Risiken bewusst sein, die durch schnelle und teils technisch getriebene Kursbewegungen entstehen können.

Wann beim Hexensabbat Aktien tanzen

Zur Mittagszeit um 12.00 Uhr, beim sogenannten Fixing, verfallen zunächst die Index-Optionen und -Futures von EuroStoxx 50 und Stoxx 50 an der Eurex. Um 13.00 Uhr verfallen in der Mittagsauktion die Futures und Optionen auf den DAX und den TecDAX und fünf Minuten später die auf den MDAX.

Gegen Handelsschluss zum Hexensabbat laufen dann die Optionen und Futures auf die einzelnen Aktien aus. Das gilt nicht nur für die deutsche Terminbörse Eurex, sondern für die meisten großen Börsen weltweit. Während etwa die Derivate auf deutsche und französische Aktien an der Eurex ab 17.30 Uhr verfallen, ist das in der Schweiz bereits um 17.20 Uhr der Fall.

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