Wirtschaft

Weltwirtschaftsforum Davos: JP Morgan-Chef Dimon weicht Fragen zu Trumps Außenpolitik aus

JP Morgan-Chef Jamie Dimon sagt, die USA hätten recht, Europa unter Druck zu setzen, seine Verteidigungsfähigkeit auszubauen. Gleichzeitig weigert er sich, die Frage zu beantworten, ob Donald Trump eine erfolgreiche Außenpolitik betreibt – und greift stattdessen die Davoser Elite an.
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avtor
21.01.2026 16:45
Aktualisiert: 21.01.2026 16:45
Lesezeit: 2 min
Weltwirtschaftsforum Davos: JP Morgan-Chef Dimon weicht Fragen zu Trumps Außenpolitik aus
World Economic Forum (WEF): Das 56. Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums findet vom 19. bis 23. Januar in Davos statt (Foto: dpa). Foto: Gian Ehrenzeller

JP-Morgan-Chef fordert Verteidigungswende in Europa auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos

Bei einer Podiumsdiskussion am Weltwirtschaftsforum in Davos wurde der Bankmanager von der Chefredakteurin des „Economist“, Zanny Minton Beddoes, hart zu seiner Einschätzung von Donald Trumps Außenpolitik befragt. Jamie Dimon sagte, er wünsche sich eine stärkere Nato und es sei richtig, wenn die USA darauf hinwiesen, dass die Europäer zu wenig beitragen.

„Ich finde, es ist in Ordnung, das anzusprechen – wenn das Ziel ist, Europa stärker zu machen, statt es zu spalten. Aber ich würde dabei höflicher vorgehen“, sagte der Wall-Street-Manager und fügte hinzu: „Wir brauchen ein stärkeres Europa. Ich glaube, das ist gut für Amerika. Es ist gut für Europa.“ Gleichzeitig betonte er, dass es aus seiner Sicht für den Westen am besten sei, geschlossen aufzutreten. „Das wäre mein Ziel. Man könnte die Welt sicherer machen und die Demokratie stärken.“

„Kein guter Job“: Dimons Abrechnung mit dem Weltforum

Als er jedoch konkret gefragt wurde, ob Trumps Außenpolitik gut für die USA sei, verweigerte er eine Antwort. „Ihr wollt immer eine eindeutige Antwort auf alles“, sagte er und ergänzte: „Ich weiß es noch nicht.“

Zanny Minton Beddoes zeigte sich erstaunt über Dimons Unwillen, die Frage zu beantworten, und sagte schließlich, sie habe den Eindruck, dass sich unter US-Konzernchefs ein Klima der Angst ausbreite. Das wiederum veranlasste den JP-Morgan-Chef, die intellektuelle Elite in Davos anzugreifen, die sich jedes Jahr treffe, um zu diskutieren. „Ihr habt keinen besonders guten Job gemacht, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.“

Trump kündigt Klage gegen JP Morgan an – Streit um Konten

Während des Präsidentschaftswahlkampfs 2024 wurde Jamie Dimon als möglicher Kandidat für das Amt des US-Finanzministers unter Donald Trump gehandelt, doch das Verhältnis zwischen den beiden hat sich seitdem verschlechtert. Am Samstag teilte Trump mit, dass er JP Morgan verklagen werde, weil die Bank nach dem Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 den Zugang zu seinen Konten eingeschränkt haben soll. Die Bank wies die Vorwürfe zurück, Konten aus politischen Gründen geschlossen zu haben.

In Davos sprach Jamie Dimon zudem über die außerordentliche Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft, sagte aber, er würde sich mehr Politik wünschen, die Wachstum fördert und gesellschaftlich Schwächere unterstützt. „Ich glaube, wir könnten mehr tun, um die Wirtschaft für alle zugänglicher zu machen. Jetzt sehen wir Anzeichen dieser K-Ökonomie“, sagte er.

Der Begriff K-Ökonomie („K-shaped economy“) beschreibt eine Entwicklung, bei der steigende Lebenshaltungskosten vor allem Haushalte mit niedrigem Einkommen belasten, während Eigentümer von Immobilien und Aktienportfolios überproportional von steigenden Vermögenspreisen profitieren.

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Malin Rising

Malin Rising ist seit 20 Jahren Journalistin. Erfahrung sammelte sie als Reporterin, Korrespondentin, Redakteurin und Podcast-Produzentin für internationale Zeitungen. Sie war beispielsweise für The Wall Street Journal tätig und arbeitet nun als Europa-Reporterin bei der schwedischen Wirtschaftszeitung Dagens Industri.

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