Politik

Nahost-Krieg: Deutsche kommen nicht zurück - Lufthansa-Airbus fliegt leer von Abu Dhabi nach München

Etwa 30.000 Touristen von deutschen Reiseveranstaltern hängen im Nahen Osten fest. Die Bundesregierung sieht aber in erster Linie nicht den Staat oder die Bundeswehr in der Verantwortung, um die Urlauber zurückzubringen. Lufthansa-Airbus fliegt leer von Abu Dhabi nach München wegen fehlenden Kabinenpersonals.
02.03.2026 19:45
Lesezeit: 2 min

Lufthansa-Airbus fliegt leer von Abu Dhabi nach München

Ein Airbus A380 der Lufthansa ist trotz zehntausender gestrandeter Reisender in der Golfregion ohne Passagiere von Abu Dhabi nach München geflogen. Eine Passagierbeförderung war nach Angaben der Fluggesellschaft wegen fehlenden Kabinenpersonals nicht möglich. An Bord der Maschine waren demnach lediglich die beiden Piloten.

Für die Mitnahme von Fluggästen wäre laut Lufthansa aus Sicherheitsgründen eine mindestens 17-köpfige Kabinencrew erforderlich gewesen. Diese war demnach in Abu Dhabi nicht vor Ort und konnte wegen der kriegsbedingten Einschränkungen auch nicht eingeflogen werden. "Ohne Flugbegleiter ist eine Passagierbeförderung rechtlich und sicherheitstechnisch ausgeschlossen", hatte die Lufthansa nach dem Start in Abu Dhabi mitgeteilt. Zudem seien auch die Erreichbarkeit des Flughafens in Abu Dhabi für viele Fluggäste sowie der Check-In, die Sicherheitskontrolle und das Boarding dort nicht gewährleistet gewesen.

Nach Angaben aus der Tourismusbranche sitzen derzeit rund 30.000 Gäste deutscher Reiseveranstalter in der Golfregion fest und können nicht ausreisen, weil aufgrund des Iran-Kriegs keine Flugzeuge fliegen. Hinzu kommen Geschäftsreisende.

Regierung: Urlauber-Rückholung mit Bundeswehr letzte Wahl

Bei der Rückholung der im Nahen Osten gestrandeten deutschen Urlauber sieht die Bundesregierung vorrangig die Reiseveranstalter und Fluglinien in der Pflicht. «Die Bundeswehr ist wirklich das letzte Mittel der Wahl», sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in der Bundespressekonferenz in Berlin.

Das Auswärtige Amt unterstützt die Bundesbürger aber nach Angaben eines Sprechers mit allen Möglichkeiten und steht «in allerengstem Kontakt» mit der Reiseindustrie. «Uns geht es darum, gemeinsam Lösungen für unsere Landsleute zu finden.» Der Krisenstab im Auswärtigen Amt habe inzwischen dreimal getagt.

Sehr gut ausgebaute Luftverkehrsinfrastruktur in der Region

Die Region habe eine sehr gut ausgebaute Luftverkehrsinfrastruktur mit vielen Flughäfen und Fluggesellschaften, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums. Rund um den Iran gebe es befreundete Länder, die eine zivile Ausreise zuließen, wenn der Luftraum offen sei. Es seien jetzt in allererster Linie die Airlines und die Reiseveranstalter zuständig.

Der Sprecher des Auswärtigen Amts betonte zugleich: «Wir bereiten uns auf alle Szenarien vor, wie wir eine Ausreise ermöglichen können.» Das Auswärtige Amt würde sich auf «vulnerable Personen» konzentrieren, wenn für sie keine anderweitige Hilfe möglich wäre.

Informationen zur Entwicklung über «Landsleutebriefe»

Das Auswärtige Amt geht dem Sprecher zufolge von einer mittleren fünfstelligen Zahl von betroffenen Bundesbürgern aus. Die von der Reiseindustrie genannte Zahl von etwa 30.000 Menschen sei «eine einigermaßen verlässliche Größe».

Über neue Entwicklungen informierten das Auswärtige Amt und die deutschen Auslandsvertretungen in der Region auf ihren Internetseiten und Social-Media-Kanälen sowie mit sogenannten «Landsleutebriefen».

Dazu sollten sich Betroffene bei der Krisenvorsorgeliste ELEFAND des Auswärtigen Amts anmelden. Wo die Angriffe erfolgten, müsse die Devise lauten, sich an einem sicheren Ort oder in der Nähe eines Schutzraums aufzuhalten, sagte der Sprecher.

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