Der S&P 500 stieg um 0,04 Prozent und der Nasdaq Composite legte um 0,36 Prozent zu, während der Dow Jones Industrial Index um 0,15 Prozent fiel.
Die am Wochenende ausgebrochenen Angriffe zwischen den USA und Israel einerseits und dem Iran andererseits ließen die Ölpreise rasant steigen. Rohöl der Sorte Brent verteuerte sich um 7,3 Prozent und die Futures für West Texas Intermediate stiegen um 6,3 Prozent.
Hinter dem Preisanstieg steht die Angst, dass der sich verschärfende Konflikt die Energieversorgung beeinträchtigen könnte. Zudem kündigte der Iran die Schließung der Straße von Hormus an. Dabei handelt es sich um eine Handelsroute, über die etwa ein Fünftel des weltweiten Erdöls transportiert wird.
An den übrigen Rohstoffmärkten erreichte Gold im Laufe des Handelstages die Marke von 5.400 Dollar pro Feinunze, gab jedoch einen Teil der Gewinne später wieder ab. Der Aluminiumpreis stieg um 1,5 Prozent, da befürchtet wird, dass der Konflikt im Nahen Osten die Tätigkeit der Aluminiumproduzenten in der Region stören könnte.
Der Bitcoin legte trotz des stärkeren Dollars um fast 6 Prozent zu. Dieser Anstieg zog auch die Aktie von Strategy (+6,29 Prozent) nach oben, die damit der stärkste Gewinner im Nasdaq-100-Index war.
Von den „Glorreichen Sieben“ gab Nvidia bekannt, Kooperationsvereinbarungen mit den Photonik-Unternehmen Coherent und Lumentum unterzeichnet zu haben. Die Nvidia-Aktie verteuerte sich um 2,93 Prozent. Die Papiere von Coherent stiegen um 15,44 Prozent und die von Lumentum um 11,75 Prozent.
Verteidigungs- und Energiesektor führten den Markt an
Zu den größten Gewinnern im S&P 500 zählten Verteidigungs- und Energieunternehmen. Palantir (+5,78 Prozent), das enge Beziehungen zur US-Regierung unterhält, legte zu. Ebenfalls im Plus notierten Axon (+5,46 Prozent), Northrop Grumman (+6,02 Prozent), RTX (+4,71 Prozent) und L3Harris Technologies (+3,81 Prozent).
Im Energiesektor wurde der Markt von Raffinerien und Ölproduzenten angeführt. Besonders stark zeigten sich Marathon Petroleum (+5,86 Prozent), APA (+4,35 Prozent), Devon Energy (+3,23 Prozent), Valero Energy (+5,02 Prozent) und ConocoPhillips (+4,21 Prozent).
Der iShares Aerospace & Defense ETF steuerte auf den ersten Rekordschlusskurs seit Mitte Januar zu. Der vergleichbare Fonds XAR von State Street erreichte zwar in der ersten Handelsstunde ein neues Intraday-Allzeithoch, fiel jedoch später in seine sechswöchige Handelsspanne zurück.
Auch Unternehmen aus dem Bereich Cybersicherheit gehörten zu den Gewinnern. Experten warnen, dass nach den Angriffen im Nahen Osten die Cyberbedrohung sowohl für staatliche Einrichtungen als auch für Unternehmen zunehmen könnte. Zulegen konnten Palo Alto Networks (+0,83 Prozent), CrowdStrike (+3,46 Prozent), Zscaler (+1,08 Prozent), Cloudflare (+5,13 Prozent) und Fortinet (+0,19 Prozent).
Verkaufswelle traf Reise- und Kreuzfahrtunternehmen
Die Spannungen im Nahen Osten wirkten sich schmerzhaft auf Reiseaktien aus. Besonders empfindlich reagierten Fluggesellschaften und Kreuzfahrtunternehmen, deren Kosten direkt vom Kraftstoffpreis abhängen.
Die Kreuzfahrtreedereien Carnival (–7,64 Prozent) und Royal Caribbean (–3,25 Prozent) beendeten den Tag tief im Minus. Ebenfalls Verluste verzeichneten die Fluggesellschaften United Airlines (–2,91 Prozent) und Delta Air Lines (–2,21 Prozent).
Investoren befürchten, dass steigende Treibstoffkosten und mögliche Flugbeschränkungen die Rentabilität in den kommenden Monaten spürbar schmälern könnten.
Der Blick richtet sich auf den Arbeitsmarktbericht
Die Renditen von US-Staatsanleihen zogen an. Die Rendite der 10-jährigen Anleihe stieg um 8 Basispunkte auf 4,04 Prozent. An den Märkten schwanden die Hoffnungen auf Zinssenkungen, da teurere Energie die Inflation erneut anheizen könnte.
Der nächste wichtige Indikator für Zinsentscheidungen folgt am Freitag mit der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts. Analysten prognostizieren, dass die US-Wirtschaft im Februar 60.000 neue Stellen geschaffen hat. Dies wäre weniger als der Zuwachs von 130.000 Stellen im Januar, der damals dazu beigetragen hatte, Rezessionsängste zu lindern.


