Finanzen

US-Börsen: Ölpreissprung und Spannungen im Nahen Osten ließen US-Märkte uneinheitlich schließen

Der US-Aktienmarkt schloss am Montag uneinheitlich, während der Rohölpreis einen starken Sprung machte. Investoren wogen die Folgen der auf den Iran gerichteten Angriffe der USA und Israels ab.
02.03.2026 23:29
Lesezeit: 2 min
US-Börsen: Ölpreissprung und Spannungen im Nahen Osten ließen US-Märkte uneinheitlich schließen
Die US-Börsen spielen eine Schlüsselrolle für die weltweite Kapitalallokation. (Foto: Alexey_Fedoren/iStock) Foto: Alexey_Fedoren/iStock

Der S&P 500 stieg um 0,04 Prozent und der Nasdaq Composite legte um 0,36 Prozent zu, während der Dow Jones Industrial Index um 0,15 Prozent fiel.

Die am Wochenende ausgebrochenen Angriffe zwischen den USA und Israel einerseits und dem Iran andererseits ließen die Ölpreise rasant steigen. Rohöl der Sorte Brent verteuerte sich um 7,3 Prozent und die Futures für West Texas Intermediate stiegen um 6,3 Prozent.

Hinter dem Preisanstieg steht die Angst, dass der sich verschärfende Konflikt die Energieversorgung beeinträchtigen könnte. Zudem kündigte der Iran die Schließung der Straße von Hormus an. Dabei handelt es sich um eine Handelsroute, über die etwa ein Fünftel des weltweiten Erdöls transportiert wird.

An den übrigen Rohstoffmärkten erreichte Gold im Laufe des Handelstages die Marke von 5.400 Dollar pro Feinunze, gab jedoch einen Teil der Gewinne später wieder ab. Der Aluminiumpreis stieg um 1,5 Prozent, da befürchtet wird, dass der Konflikt im Nahen Osten die Tätigkeit der Aluminiumproduzenten in der Region stören könnte.

Der Bitcoin legte trotz des stärkeren Dollars um fast 6 Prozent zu. Dieser Anstieg zog auch die Aktie von Strategy (+6,29 Prozent) nach oben, die damit der stärkste Gewinner im Nasdaq-100-Index war.

Von den „Glorreichen Sieben“ gab Nvidia bekannt, Kooperationsvereinbarungen mit den Photonik-Unternehmen Coherent und Lumentum unterzeichnet zu haben. Die Nvidia-Aktie verteuerte sich um 2,93 Prozent. Die Papiere von Coherent stiegen um 15,44 Prozent und die von Lumentum um 11,75 Prozent.

Verteidigungs- und Energiesektor führten den Markt an

Zu den größten Gewinnern im S&P 500 zählten Verteidigungs- und Energieunternehmen. Palantir (+5,78 Prozent), das enge Beziehungen zur US-Regierung unterhält, legte zu. Ebenfalls im Plus notierten Axon (+5,46 Prozent), Northrop Grumman (+6,02 Prozent), RTX (+4,71 Prozent) und L3Harris Technologies (+3,81 Prozent).

Im Energiesektor wurde der Markt von Raffinerien und Ölproduzenten angeführt. Besonders stark zeigten sich Marathon Petroleum (+5,86 Prozent), APA (+4,35 Prozent), Devon Energy (+3,23 Prozent), Valero Energy (+5,02 Prozent) und ConocoPhillips (+4,21 Prozent).

Der iShares Aerospace & Defense ETF steuerte auf den ersten Rekordschlusskurs seit Mitte Januar zu. Der vergleichbare Fonds XAR von State Street erreichte zwar in der ersten Handelsstunde ein neues Intraday-Allzeithoch, fiel jedoch später in seine sechswöchige Handelsspanne zurück.

Auch Unternehmen aus dem Bereich Cybersicherheit gehörten zu den Gewinnern. Experten warnen, dass nach den Angriffen im Nahen Osten die Cyberbedrohung sowohl für staatliche Einrichtungen als auch für Unternehmen zunehmen könnte. Zulegen konnten Palo Alto Networks (+0,83 Prozent), CrowdStrike (+3,46 Prozent), Zscaler (+1,08 Prozent), Cloudflare (+5,13 Prozent) und Fortinet (+0,19 Prozent).

Verkaufswelle traf Reise- und Kreuzfahrtunternehmen

Die Spannungen im Nahen Osten wirkten sich schmerzhaft auf Reiseaktien aus. Besonders empfindlich reagierten Fluggesellschaften und Kreuzfahrtunternehmen, deren Kosten direkt vom Kraftstoffpreis abhängen.

Die Kreuzfahrtreedereien Carnival (–7,64 Prozent) und Royal Caribbean (–3,25 Prozent) beendeten den Tag tief im Minus. Ebenfalls Verluste verzeichneten die Fluggesellschaften United Airlines (–2,91 Prozent) und Delta Air Lines (–2,21 Prozent).

Investoren befürchten, dass steigende Treibstoffkosten und mögliche Flugbeschränkungen die Rentabilität in den kommenden Monaten spürbar schmälern könnten.

Der Blick richtet sich auf den Arbeitsmarktbericht

Die Renditen von US-Staatsanleihen zogen an. Die Rendite der 10-jährigen Anleihe stieg um 8 Basispunkte auf 4,04 Prozent. An den Märkten schwanden die Hoffnungen auf Zinssenkungen, da teurere Energie die Inflation erneut anheizen könnte.

Der nächste wichtige Indikator für Zinsentscheidungen folgt am Freitag mit der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts. Analysten prognostizieren, dass die US-Wirtschaft im Februar 60.000 neue Stellen geschaffen hat. Dies wäre weniger als der Zuwachs von 130.000 Stellen im Januar, der damals dazu beigetragen hatte, Rezessionsängste zu lindern.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kennzeichnung im Produktionstempo: Wie Brady die Industrie neu taktet

Produktionslinien laufen schneller denn je, doch die Rückverfolgbarkeit hinkt oft hinterher. Brady setzt genau hier an und zeigt, wie sich...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Finanzen
Finanzen Riester-Reform: Lohnt sich der alte Vertrag zur Riester-Rente noch?
15.04.2026

Der neu beschlossene Riester-Nachfolger für eine bessere Altersvorsorge bringt höhere Rendite-Chancen als die klassische Riester-Rente,...

DWN
Politik
Politik YouGov-Umfrage: AfD klar stärkste Kraft - Union stürzt auf schlechtesten Wert seit vier Jahren
15.04.2026

In einer YouGov-Umfrage kann sich die AfD deutlich von den anderen Parteien absetzen. Auch Grüne und Linke legen zu. Die einzigen, die...

DWN
Finanzen
Finanzen Kaufkraft-Ranking in Krisenzeiten: Wo die regionalen Einkommen am meisten wert sind
15.04.2026

Das Verhältnis aus Einkommen und Lebenserhaltungskosten entscheidet über die reale Kaufkraft der Haushalte: Wo viel verdient wird, ist es...

DWN
Politik
Politik Tabaksteuer-Erhöhung finanziert Entlastungsprämie 2026: Doch nicht nur Raucher gehen bei der Ausgleichprämie leer aus
15.04.2026

Günstigeres Tanken und eine 1.000-Euro-Prämie: Doch die Entlastungen kommen noch längst nicht bei den Bürgern an. Auch werden viele...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Ifo: Iran-Krieg verstärkt wirtschaftliche Unsicherheit deutscher Unternehmen
15.04.2026

Steigende Energiepreise, wackelige Lieferketten: Deutsche Unternehmen blicken immer skeptischer in die Zukunft. Welche Branchen besonders...

DWN
Politik
Politik Sparpläne Krankenkassen: Warnungen vor zusätzlichen Belastungen der Beitragszahler
15.04.2026

Die Koalition will die steigenden Ausgaben der Krankenkassen unter Kontrolle bringen, um neue Beitragserhöhungen zu vermeiden - mit einer...

DWN
Politik
Politik Migration in Deutschland: Jeder Vierte hat eine Einwanderungsgeschichte
15.04.2026

In den vergangenen 20 Jahren ist der Anteil der Bevölkerungsgruppe mit Migrationshintergrund um zwei Drittel in Deutschland gewachsen....

DWN
Politik
Politik Touristenattraktion: Berlin-Besucher werden künftig fürs Müllsammeln belohnt
15.04.2026

Mit "BerlinPay" will die Hauptstadt Touristen für nachhaltiges Verhalten belohnen. Noch werden Partner für die Aktion gesucht.