Finanzen

TKMS-Aktie auf Rekordhoch: Norwegen bestellt weitere U-Boote bei Thyssenkrupp Marine Systems

Norwegen setzt beim Ausbau seiner Marine weiter auf TKMS-U-Boote und erweitert den Großauftrag deutlich. Auch andere Staaten beobachten die Entwicklung genau. Doch wie stark kann die deutsche Werft von der wachsenden Nachfrage profitieren – und wo lauern neue Konkurrenzrisiken?
30.01.2026 16:16
Aktualisiert: 30.01.2026 16:16
Lesezeit: 2 min

TKMS-Aktie: Norwegen bestellt weitere Einheiten bei TKMS

Mit zwei zusätzlichen Booten wächst der Großauftrag für den Kieler U-Boot-Hersteller TKMS weiter. Auch Kanada signalisiert Interesse an der neuen U-Boot-Klasse.

Norwegen stockt seinen Vertrag mit dem größten deutschen Marineschiffbauer TKMS wie erwartet um zwei weitere TKMS-U-Boote auf. Die norwegische Regierung habe dem Erwerb von zwei zusätzlichen U-Booten zugestimmt, teilte TKMS mit. Norwegen hatte im Rahmen des deutsch-norwegischen 212CD-Programms bereits vier Boote bestellt. Nun folgte die Zusage für die Einheiten fünf und sechs. Die TKMS-Aktie reagiert positiv: Im späten Freitagshandel an der Frankfurter Börse klettert die Thyssenkrupp Marine Systems-Aktie über drei Prozent nach oben auf ein Allzeithoch bei über 100 Euro.

TKMS-U-Boote: Strategisch wichtiges Projekt zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit Europas

"Mit diesem strategisch wichtigen und nun weiterwachsenden Projekt tragen wir entscheidend zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit Europas und der Beziehung beider Länder bei", sagte Vorstandschef Oliver Burkhard. Das Unternehmen spricht von einem der größten Aufträge der Unternehmensgeschichte.

Deutschland und Norwegen hatten 2021 einen gemeinsamen Vertrag zur Beschaffung von zunächst insgesamt sechs TKMS-U-Boote der neuen Klasse geschlossen. Bereits Ende 2024 hatte der Haushaltsausschuss des Bundestags den Bau von vier weiteren U-Booten für die Deutsche Marine bewilligt. Damit baut TKMS nun für jedes der beiden Länder sechs Boote des neuen Typs. Der Kieler U-Boot-Bauer setzt zudem auf einen weiteren 212CD-Auftrag aus Kanada zum Bau von bis zu zwölf TKMS-U-Boote. Dort gibt es allerdings Konkurrenz durch einen Mitbewerber aus Südkorea. Eine Entscheidung wird 2026 erwartet.

TKMS-Aktie: Wichtige Kennzahlen verbessert – Kaufempfehlung

TKMS hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024/25 wichtige Kennzahlen verbessert. Der Auftragsbestand lag damals bereits bei 18,2 Milliarden Euro, das waren 55 Prozent mehr als ein Jahr zuvor (11,6 Milliarden Euro). Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 9.100 Mitarbeitende, darunter rund 3.300 in Kiel. Weitere Standorte sind Wismar und Itajaí in Brasilien. Mehrheitsaktionär ist Thyssenkrupp.

Die Analysten von Deutsche Bank Research sehen die TKMS-Aktie weiterhin in einem positiven Bewertungsumfeld. Am 29. Januar bekräftigte Analyst Sriram Krishnan die Einstufung "Buy" mit einem Kursziel von 99 Euro. Er rechnet beim Bericht zum ersten Geschäftsquartal der Marinewerft mit keinen größeren Überraschungen. Auch die Signale für 2026 dürften im erwarteten Rahmen liegen.

Am 13. Januar hob Christophe Menard das Kursziel für TKMS von 82 auf 99 Euro an und bestätigte ebenfalls das Rating "Buy". Hintergrund sei der deutliche Anstieg europäischer Rüstungsaktienbewertungen im Verhältnis zum operativen Gewinn 2025, die auch 2026 recht hoch bleiben könnten. Ein weiterer Bewertungsausbau sei jedoch insgesamt unwahrscheinlich, da geopolitische Treiber teils gegenläufig wirkten und die Rüstungsausgaben regional stark unterschiedlich seien. Insgesamt bleibt die TKMS-Aktie aus Analystensicht solide unterstützt, mit stabilen Erwartungen und begrenztem Potenzial für weitere Bewertungsanstiege.

TKMS-U-Boote als strategischer Wachstumsfaktor

Die zusätzlichen Bestellungen aus Norwegen zeigen, wie stark TKMS-U-Boote international an Bedeutung gewinnen. Gemeinsam mit Deutschland entsteht ein zentrales europäisches Rüstungsprojekt, das sowohl industrielle als auch sicherheitspolitische Wirkung entfaltet. Der steigende Auftragsbestand und die Expansion an mehreren Standorten unterstreichen die wirtschaftliche Stärke der Werft. Gleichzeitig bleibt der Blick auf Kanada entscheidend, denn dort könnte ein weiterer Großauftrag winken – allerdings nicht ohne Wettbewerb. TKMS steht damit vor großen Chancen, aber auch wachsenden Herausforderungen.

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