Novo Nordisk-Aktie: Umsatz soll 2026 deutlich sinken
Die Novo Nordisk-Aktie erlebt erneut einen heftigen Rückschlag. Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk (ISIN: DK0062498333) hat Anleger mit einem unerwartet schwachen Ausblick geschockt. Für das laufende Jahr stellt das Unternehmen einen deutlichen Novo Nordisk-Umsatzrückgang in Aussicht – und die Börse reagiert empfindlich.
Novo Nordisk rechnet für 2026 bei konstanten Wechselkursen mit einem Umsatzrückgang von 5 bis 13 Prozent. Grund ist der immer härtere Wettbewerb im Markt für Abnehm-Medikamente wie Ozempic und Wegovy. Zusätzlich trifft der US-Vorstoß, die Preise für Medikamente zu senken, das Geschäft erheblich. Analysten hatten deutlich weniger erwartet. Diese rechneten lediglich mit einem Minus von im Schnitt 1,4 Prozent, teilweise sogar nur 2 Prozent. Kein Wunder also, dass der Novo Nordisk-Ausblick am Markt schlecht ankam.
Novo Nordisk-Aktienkurs fällt zweistellig
Die Reaktion war drastisch: Die in den USA notierten Hinterlegungsscheine (ADR) fielen am Dienstag in New York um bis zu 12 Prozent. Auch in Europa geriet die Novo Nordisk-Aktie stark unter Druck, zeitweise ging es bis unter 43 Euro. Am Mittwoch setzt sich der Kursrutsch fort: An der Frankfurter Börse geht es im frühen Handel für die Novo Nordisk-Aktie aktuell 3,5 Prozent nach unten auf annähernd 41,00 Euro. Zeitweise betrug das Minus mehr als 5 Prozent, das Tagestief liegt bei weniger als 40,00 Euro. Damit wird der zuletzt ohnehin angeschlagene Novo Nordisk-Aktienkurs erneut zum Sorgenkind für Anleger.
Dabei waren die aktuellen Novo Nordisk-Zahlen eigentlich nicht das Problem. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um 6 Prozent auf gut 309 Milliarden dänische Kronen (rund 41,4 Milliarden Euro). Währungsbereinigt lag das Plus bei 10 Prozent. Das operative Ergebnis fiel um ein Prozent auf 127,7 Milliarden Kronen, während der Konzern unter dem Strich 102,4 Milliarden Kronen verdiente – ein Prozent mehr als im Vorjahr. Im vierten Quartal lag der Umsatz sogar bei 79,14 Milliarden dänischen Kronen, Wegovy steuerte 21,86 Milliarden bei.
Konkurrenzdruck durch Eli Lilly wächst: Hoffnung auf Wegovy-Pille und Aktienrückkauf
Doch der Markt für Abnehm-Medikamente wird enger. Novo Nordisk hat seine führende Position bei Adipositas-Medikamenten an den US-Rivalen Eli Lilly verloren, der mit Zepbound ein Konkurrenzprodukt zu Wegovy auf den Markt gebracht hat. Zusätzlich laufen in mehreren Ländern die Patente auf Semaglutid aus – Kopien rücken näher.
Unter dem neuen Vorstandschef Mike Doustdar setzt Novo Nordisk nun auf die neu eingeführte Wegovy-Pille und aggressive Werbung. Der Finanzchef vermeldet seit dem Launch mehr als 170.000 Patienten, mehr als 80 Prozent davon GLP-1-Neulinge. Zudem kündigte Novo Nordisk ein Aktienrückkaufprogramm an: bis zu umgerechnet zwei Milliarden Euro, später sogar bis zu 15 Milliarden dänische Kronen. Für 2025 stellt der Konzern außerdem eine Gesamtdividende von 11,70 Kronen je Aktie in Aussicht.
Analysten bleiben skeptisch zur Novo Nordisk-Aktie
Das Analysehaus Jefferies belässt die Novo Nordisk-Aktie dennoch auf „Underperform“ mit einem Kursziel von 270 dänischen Kronen. Analyst Michael Leuchten sieht die Veränderungen im Management und den schwachen Ausblick als starke Belastung. Das Umsatzziel könne die Konsensschätzung im hohen einstelligen Prozentbereich drücken.
Die Novo Nordisk-Aktie steht damit erneut vor einer schwierigen Phase. Der erwartete Umsatzrückgang, der harte Wettbewerb und der politische Preisdruck in den USA belasten den Kurs. Anleger müssen sich fragen, wie lange sie die wiederholten negativen Überraschungen noch hinnehmen wollen.
Novo Nordisk-Aktie bleibt ein Risikofaktor für Anleger
Die Novo Nordisk-Aktie steht nach dem enttäuschenden Ausblick erneut unter erheblichem Druck. Der erwartete Umsatzrückgang von 5 bis 13 Prozent zeigt, wie stark Wettbewerb, Preisdruck in den USA und auslaufende Patente die Perspektiven belasten. Trotz solider Jahreszahlen und eines Aktienrückkaufprogramms reagieren Anleger nervös, da die Marktführerschaft im Abnehm-Segment bröckelt. Hoffnung macht langfristig die neue Wegovy-Pille, doch kurzfristig bleibt die Aktie anfällig für weitere Enttäuschungen. Anleger müssen sich auf hohe Schwankungen einstellen.


