Wirtschaft

Eurozone: Stimmung der Dienstleister trübt sich weiter ein

Die Stimmung der Dienstleister in der Eurozone sinkt zu Beginn des Jahres weiter: In Deutschland hat sich die Stimmung überraschend verschlechtert. Der französische Indikator rutschte zudem unter die Wachstumsschwelle.
04.02.2026 14:49
Lesezeit: 2 min

Eurozone: Stimmung der Dienstleister trübt sich weiter ein

Die Stimmung der Dienstleister in der Eurozone hat sich zu Beginn des Jahres weiter verschlechtert. Der von S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex fiel im Januar um 0,8 Punkte auf 51,6 Punkte, wie S&P am Mittwoch in London nach einer zweiten Schätzung mitteilte. In einer ersten Schätzung war nur ein Rückgang auf 51,9 Punkte ermittelt worden.

Damit hat sich die Stimmung in den Betrieben des Dienstleistungssektors den zweiten Monat in Folge eingetrübt und den tiefsten Stand seit vier Monaten erreicht. Zuvor war der Stimmungsindikator drei Monate in Folge gestiegen und hatte im November den höchsten Stand seit Mai 2023 erreicht.

Trotz des erneuten Dämpfers zum Jahresbeginn liegt der Wert weiter über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten, was auf eine höhere wirtschaftliche Aktivität hindeutet.

Wachstum des Privatsektors verlangsamt sich im Januar

In Deutschland hat sich die Stimmung überraschend verschlechtert. In Frankreich trübte sich die Dienstleistungsstimmung ebenfalls ein, aber nicht so stark wie nach der ersten Schätzung gemeldet. Der französische Indikator rutschte zudem unter die Wachstumsschwelle.

Eine positive Überraschung wurde hingegen aus Italien gemeldet, wo sich die Stimmung der Dienstleister verbessert hat. In Spanien ist der Stimmungsindikator hingegen deutlich gesunken. In Italien und Spanien werden jeweils nur Erstschätzungen veröffentlicht. Beide Indexwerte liegen weiter über der Expansionsschwelle.

Trotz des Stimmungsdämpfers sieht Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank, den Dienstleistungssektor der Eurozone weiter auf einem "ordentlichen" Wachstumspfad. Allerdings sei die Lage für die Unternehmen nicht komfortabel. Die Firmen hätten zuletzt kaum noch Personal eingestellt, sagte de la Rubia. "Dass das Neugeschäft im Januar kaum gewachsen ist, zeigt, dass die Erholung in diesem Sektor immer noch fragil ist."

Der Indikator für die Stimmung in der Gesamtwirtschaft der Eurozone ging ebenfalls zurück. Der Indexwert fiel geringfügig um 0,2 Punkte auf 51,3 Punkte. In einer ersten Schätzung war ein unveränderter Wert ermittelt worden.

Die Daten im Überblick: ^ Region/Index Januar Prognose Vorläufig Vormonat

  • EURORAUM Dienstleistungen 51,6 51,9 51,9 52,4 Industrie 49,5 49,4 49,4 48,8 Gesamt 51,3 51,5 51,5 51,5
  • DEUTSCHLAND Dienstleistungen 52,4 53,3 53,3 52,7 Industrie 49,1 48,7 48,7 47,0
  • FRANKREICH Dienstleistungen 48,4 47,9 47,9 50,1 Industrie 51,2 51,0 51,0 50,7
  • ITALIEN Dienstleistungen 52,9 51,3 --- 51,5 Industrie 48,1 48,5 --- 47,9
  • SPANIEN Dienstleistungen 53,5 56,8 --- 57,1 Industrie 49,2 49,9 --- 49,4

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