Siemens-Aktie: Prognose nach überraschend starkem Quartal angehoben
Die Siemens-Aktie steht nach einem überraschend starken Start ins neue Geschäftsjahr wieder im Fokus der Anleger. Siemens ist im ersten Quartal 2025/26 deutlich profitabel gewachsen und hat daraufhin die Prognose angehoben. Der Konzern profitiert besonders von der boomenden Nachfrage nach Rechenzentren und einer spürbaren Erholung im Automatisierungsgeschäft.
Im Zeitraum von Oktober bis Dezember erzielte Siemens einen Gewinn von 2,22 Milliarden Euro. Das ist zwar weniger als im Vorjahr, als unter dem Strich 3,87 Milliarden Euro standen. Damals hatte allerdings ein positiver Sondereffekt von 2,1 Milliarden Euro aus dem Verkauf von Innomotics das Ergebnis verzerrt. Bereinigt ergibt sich ein Anstieg des Gewinns aus fortgeführten Aktivitäten um knapp ein Viertel. Konzernchef Roland Busch betonte: „Nach einem starken Start ins Geschäftsjahr heben wir unseren Ausblick an.“ Damit liefert Siemens nicht nur starke Siemens-Zahlen, sondern auch ein klares Signal für den weiteren Jahresverlauf.
Höchste Marktkapitalisierung: Siemens-Aktie überholt SAP-Aktie wieder
Die Börse reagierte prompt: Der Siemens Kurs stieg zu Handelsbeginn deutlich und hob die Marktkapitalisierung auf mehr als 217 Milliarden Euro. Damit überholte Siemens im Rennen um den Titel wertvollstes Dax-Unternehmen erneut SAP.
Busch kommentierte die Entwicklung mit gemischten Gefühlen: Er freue sich über die Stärke von Siemens, der Wertverlust von SAP sei dagegen unerfreulich. Für Anleger bedeutet das: Der Siemens-Aktienkurs bleibt ein zentraler Gradmesser für die Stimmung im deutschen Technologiesektor.
Siemens-Prognose nach oben geschraubt
Nach dem unerwartet starken Quartal hob Siemens die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie an. Dieser soll nun zwischen 10,70 und 11,10 Euro liegen, zuvor waren 10,40 bis 11,00 Euro angepeilt.
Das Umsatzziel bleibt unverändert: Siemens rechnet weiterhin mit einem Wachstum von 6 bis 8 Prozent auf vergleichbarer Basis. Finanzvorstand Ralf Thomas erklärte, man beabsichtige nun, „ein vergleichbares Umsatzerlöswachstum in der oberen Hälfte unseres Zielkorridors“ zu erreichen. Siemens strebt damit mehr als 7 Prozent Wachstum an. Diese Siemens-Zahlen zeigen, dass die Siemens-Bilanz trotz globaler Unsicherheiten robust bleibt.
Smart Infrastructure treibt das Wachstum
Den größten Beitrag zum Ergebnis lieferte erneut die Sparte Smart Infrastructure. Sie legte um 18 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro zu. Besonders stark ist hier die Nachfrage nach Rechenzentren. Der Auftragseingang war im ersten Quartal „herausragend“, sagte der scheidende Finanzchef Thomas. Im Electrification-Geschäft gab es ein Plus von 38 Prozent. Siemens meldete zudem ein Rekordvolumen von 1,8 Milliarden Euro an Großaufträgen für Rechenzentren.
Busch erklärte dazu: „Die Nachfrage nach Rechenzentren hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen.“ Für die Siemens-Aktie bedeutet das: Der Siemens-Aktienkurs wird zunehmend von Zukunftsthemen wie Infrastruktur und KI getrieben.
Deutliche Erholung im Automatisierungsgeschäft
Auch die zuletzt schwächelnde Sparte Digital Industries zeigt wieder Stärke. Das Ergebnis sprang um 37 Prozent auf 804 Millionen Euro. Besonders in China zog die Fabrikautomatisierung an, die Auftragseingänge stiegen um 15 Prozent.
Die Nachfrageschwäche scheint sich hier aufzulösen. Finanzchef Thomas zeigte sich „verhalten optimistisch“, verwies aber auf die schwankende Stimmung der Kunden. Damit liefert Siemens weitere positive Siemens-Zahlen, die die Siemens-Bilanz stabilisieren.
Führungswechsel zum 1. April
Parallel zu den starken Quartalszahlen kündigte Siemens einen umfassenden Führungswechsel an. Finanzchef Ralf Thomas übergibt zum 1. April an Veronika Bienert. Thomas scheidet zum 13. Mai aus dem Vorstand aus, bleibt aber bis Dezember als Berater.
Zudem übernimmt Peter Körte zum 1. Juli zusätzlich die Leitung von Smart Infrastructure. Der Vorstand wird damit von sieben auf fünf Mitglieder verkleinert. Die Siemens-Aktie reagierte im nachbörslichen Handel nahezu unverändert bei 256,50 Euro, während die Siemens-Aktie im vorbörslichen Tradegate-Handel zeitweise 2,69 Prozent höher bei 263,50 Euro notierte.
Siemens-Aktie: Was bedeutet das für Anleger? Das sagen die Analysten
Die Siemens-Aktie profitiert aktuell von starken Quartalszahlen, einer angehobenen Prognose und Wachstumstreibern wie KI und Rechenzentren. Der Siemens-Aktienkurs bleibt eng an die Entwicklung der Siemens-Bilanz gekoppelt. Mit der angehobenen Prognose und robusten Siemens-Zahlen zeigt Siemens, dass die Transformation hin zu KI-gestützter Automation Früchte trägt – ein entscheidender Faktor für die weitere Entwicklung der Siemens-Aktie.
Die Analysten blicken nach den Zahlen zum ersten Geschäftsquartal insgesamt positiv auf den Technologiekonzern Siemens. Während die Einschätzungen unterschiedlich ausfallen, zeigen beide Kommentare, dass die aktuellen Resultate besser als erwartet waren und der Markt nun mit steigenden Prognosen rechnet. Die Siemens-Aktie bleibt damit im Fokus.
Goldman Sachs hat die Einstufung für Siemens mit Kursziel 264 Euro auf „Buy“ belassen. Analystin Daniela Costa schrieb am Donnerstag, dass nach den Quartalsergebnissen der Ergebniskonsens für das Gesamtjahr im niedrigen einstelligen Prozentbereich steigen dürfte. RBC bestätigte am Donnerstag das Rating „Sector Perform“ mit Kursziel 245 Euro. Mark Fielding hob hervor, dass die Resultate deutlich besser als erwartet ausgefallen seien und Siemens zudem sein Gewinnziel für das Geschäftsjahr 2025/26 erhöht habe.
Insgesamt zeigen die Einschätzungen, dass die Siemens-Aktie von starken Quartalszahlen profitiert, auch wenn die Banken unterschiedliche Bewertungen setzen. Während Goldman Sachs klar zum Kauf rät, bleibt RBC moderater, sieht aber ebenfalls Rückenwind durch die angehobene Prognose.


