Finanzen

Rheinmetall-Aktie und andere Rüstungswerte schwach – Friedensgespräche belasten

Die Rheinmetall-Aktie und weitere Rüstungsaktien stehen am Dienstag unter Druck. Geopolitische Verhandlungen geben Hoffnung und schüren zugleich Unsicherheit an der Börse. Anleger reagieren nervös, steht die nächste Korrektur bei Rheinmetall und Co. bevor?
17.02.2026 12:18
Aktualisiert: 17.02.2026 12:18
Lesezeit: 2 min

Rüstungswerte wieder schwach angesichts neuer Verhandlungen

Die Anleger trennen sich am Dienstag erneut von ihren Rüstungsaktien. Die Rally, die die Rheinmetall-Aktie im Herbst bis über die 2.000-Euro-Marke getragen hatte, ist seit mehreren Monaten nicht mehr richtig vorangekommen. Nun setzte sich der jüngste Schlingerkurs beim Dax-Mitglied mit minus 2,4 Prozent fort. Ausgelöst wurden die Verkäufe durch neue Gespräche auf geopolitischer Ebene: Die Ukraine und Russland verhandeln wieder in Genf, zudem gehen die USA und der Iran in eine zweite Runde.

Die Diskussion darüber, ob die Konflikte am Verhandlungstisch gelöst werden können, wirkt sich seit Wochen immer wieder belastend auf die Rüstungswerte aus, die seit dem russischen Überfall auf die Ukraine im Jahr 2022 eine fulminante Rally erlebt haben. Geopolitische Hoffnungsschimmer drücken immer wieder auf die Stimmung bei den Branchenwerten, auch wenn Analysten betonen, dass ein Waffenstillstand den notwendigen Investitionen Europas in die Verteidigung keinen Abbruch tun würde. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz wurde deutlich, dass Europa sich nicht mehr auf die USA als Schutzmacht verlassen will. Die Rheinmetall-Aktie bleibt dabei besonders im Fokus der Märkte.

Hensoldt nach Analystenkritik schwächer als Rheinmetall-Aktie

Zusätzlich belastet von einer negativen Analysteneinschätzung gaben die Aktien von Hensoldt im MDax noch deutlicher als die Rheinmetall-Aktie um 4,5 Prozent nach, während Renk und TKMS dort um bis zu 2,7 Prozent fielen. Hensoldt war von den Analysten der italienischen Bank Mediobanca negativ in die Beobachtung aufgenommen worden, wegen Bedenken zur Bewertung. Diese impliziere, dass steigende Ausgaben in Deutschland möglicherweise bereits eingepreist seien. Für viele Anleger stehen damit sowohl Rüstungsaktien als auch andere Rüstungswerte erneut unter Druck.

Gemessen am aktuellen Hensoldt-Kurs von 78 Euro suggeriert das Mediobanca-Ziel von 89 Euro zwar noch etwas Luft nach oben. Das vergebene Rating "Underperform" bedeutet aber, dass Analyst Alessandro Pozzi mit einer Kursentwicklung rechnet, die mit der Branchen-Vergleichsgruppe nicht mithalten kann. Bessere Chancen sieht er bei der Rheinmetall-Aktie. Der Dax-Konzern bildet mit Leonardo aus Italien und der neu mit "Outperform" aufgenommenen Aktie von Indra Sistemas aus Spanien seine Gruppe der Top-Empfehlungen für 2026. Damit bleibt die Rheinmetall-Aktie einer der wichtigsten Rüstungswerte im europäischen Sektor.

Rüstungsaktien: Rheinmetall-Aktie bleibt Schlüsselwert im Sektor

Pozzi weitete seinen Bewertungshorizont im Bereich der Rüstungsaktien aus, während die jüngsten Ereignisse in Venezuela und Grönland eine neue Weltordnung schaffen und sich ein zunehmend schärferer Ton von US-Präsident Donald Trump gegenüber Europa verdeutlicht. Vor diesem Hintergrund nahm der Experte weitere Rating-Änderungen vor, die für die Unternehmen Fincantieri und BAE Systems nun jeweils zu neutralen Einschätzungen führen. Auch hier bleibt die Rheinmetall-Aktie als einer der zentralen Rüstungswerte im Blick.

Die jüngsten Kursverluste zeigen, wie sensibel die Rheinmetall-Aktie und andere Rüstungsaktien auf geopolitische Entwicklungen reagieren. Schon die Aussicht auf diplomatische Fortschritte reicht aus, um Rüstungswerte kurzfristig unter Druck zu setzen. Gleichzeitig betonen Analysten, dass Europas strukturell steigende Verteidigungsausgaben unabhängig von einzelnen Verhandlungsrunden bleiben dürften. Während Hensoldt mit einer skeptischen Einschätzung konfrontiert ist, wird die Rheinmetall-Aktie weiterhin als Favorit unter den europäischen Rüstungswerten gesehen. Für Anleger bedeutet das: Kurzfristige Schwankungen könnten anhalten, langfristig bleibt der Sektor jedoch strategisch bedeutsam und stark von politischen Rahmenbedingungen abhängig.

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