Der S&P-500-Index stieg um 0,69 Prozent und der Dow Jones Industrial Average um 0,47 Prozent. Angeführt wurde der Anstieg vom Technologiesektor, wobei der Nasdaq Composite um 0,9 Prozent zulegte. Alle drei Hauptindizes beendeten die Woche im Plus.
Der Oberste Gerichtshof der USA (Supreme Court) entschied am Freitag, dass Trump seine Befugnisse überschritten habe, als er im April den International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) zur Einführung von Zöllen nutzte.
Trump kündigte daraufhin auf einer Pressekonferenz an, dass seine Regierung beabsichtige, einen weltweiten Zoll von 10 Prozent einzuführen, der die vom Obersten Gerichtshof aufgehobenen Zölle ersetzen soll.
Nach dem Gerichtsurteil stiegen die Aktien von Möbel- und Haushaltswarenherstellern. Die Aktie von Bob’s Discount Furniture verteuerte sich um 6,38 Prozent. Zuwächse verzeichneten auch die Papiere von Wayfair (+2,34 Prozent), Arhaus (+3,49 Prozent) und Williams-Sonoma (+1,92 Prozent).
Auch die Bekleidungsindustrie verzeichnete Zuwächse. Zu den Gewinnern zählten Under Armour (+5,58 Prozent), Levi Strauss (+2,83 Prozent), Deckers Outdoor (+0,49 Prozent) und Kontoor Brands (+3,05 Prozent). Auch europäische Marken, darunter Adidas (+2,22 Prozent), bewegten sich im Einklang mit dem Markt nach oben.
Aktien von Cybersicherheitssoftware fielen am Freitag, nachdem Anthropic neue Sicherheitsfunktionen für sein KI-Modell Claude angekündigt hatte. Die Aktie von CrowdStrike fiel um 7,95 Prozent, Zscaler verlor 5,47 Prozent und Cloudflare gab um 8,05 Prozent nach.
Der US-Ölpreis sank leicht nach einem Bericht des Wall Street Journal, wonach Trump begrenzte und gezielte Schläge gegen militärische oder staatliche Ziele in Erwägung zieht, um Druck auf den Iran auszuüben. Dennoch sind die Öl-Futures seit vergangenem Freitag um mehr als 5 Prozent gestiegen.
Zudem wurde der Wall Street am Freitag bekannt, dass sich das US-Wirtschaftswachstum im vergangenen Quartal deutlich verlangsamt hat und nur 1,4 Prozent erreichte, was klar unter den Erwartungen der Analysten lag. Gleichzeitig stieg der Kernindex der persönlichen Konsumausgaben (Core PCE) im Dezember sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich stärker als erwartet.
Im Fokus stehen auch Spannungen am Markt für Privatkredite (Private Credit), nachdem der Vermögensverwalter Blue Owl Auszahlungen ausgesetzt hatte. Investoren befürchten, dass dies ein frühes Warnsignal für eine mögliche Finanzkrise sein könnte, da die Investitionen des Sektors eng mit Softwareunternehmen verknüpft sind, die durch die Entwicklung künstlicher Intelligenz unter Druck geraten sind. Die Aktie von Blue Owl fiel um 4,8 Prozent.
Aktie von Kommunikationsdienstleister springt um ein Drittel nach oben
Zum größten Gewinner des Börsentages avancierte der Anbieter cloudbasierter Kommunikationsdienste RingCentral, dessen Aktie um 34,4 Prozent nach oben schoss. Das Unternehmen veröffentlichte Ergebnisse für das vierte Quartal, die die Erwartungen übertrafen, und gab eine optimistische Gewinnprognose für das Gesamtjahr ab. Der Umsatz belief sich auf 644 Millionen Dollar und der bereinigte Gewinn pro Aktie betrug 1,18 Dollar. RingCentral prognostiziert für das Geschäftsjahr 2026 einen bereinigten Gewinn pro Aktie von etwa 4,87 Dollar.
Die Aktie des Biotechnologieunternehmens Spyre Therapeutics stieg um 14,28 Prozent, obwohl das Unternehmen schwächer als erwartete Ergebnisse für das vierte Quartal meldete. Das in Waltham, Massachusetts, ansässige Unternehmen wies einen Verlust von 0,70 Dollar pro Aktie aus, während Analysten im Durchschnitt einen Verlust von 0,66 Dollar erwartet hatten. Im Gesamtjahr belief sich der Verlust des Unternehmens auf 155,2 Millionen Dollar bzw. 1,98 Dollar pro Aktie.
Deutlich verteuerten sich auch die Entwicklungsfirma Legence (+16,84 Prozent), das biopharmazeutische Unternehmen Telix Pharmaceuticals (+14,01 Prozent) sowie das Edelmetallbergbauunternehmen Fortuna Mining (+12,57 Prozent).
Softwareunternehmen verliert fast ein Viertel an Wert
Zum größten Verlierer des Tages wurde der Anbieter der Software-Lieferkettenplattform JFrog, dessen Aktie um 24,94 Prozent einbrach. Der Rückgang folgte auf die Ankündigung von Anthropic bezüglich des neuen Tools Claude Code Security, das in der Lage ist, Codebasen autonom zu scannen, Sicherheitslücken zu erkennen und gezielte Korrekturen vorzuschlagen. Die Ängste der Investoren wurden durch die Einsicht verstärkt, dass künstliche Intelligenz von einer unterstützenden Rolle zu einem direkten Ersatz für margenstarke, spezialisierte Sicherheitssoftware werden könnte.
Die Aktie des Energie- und Industriebedarfshändlers Dnow fiel um 19,13 Prozent nach enttäuschenden Ergebnissen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2025. Der Umsatz des Unternehmens lag bei 959 Millionen Dollar, und nach GAAP wurde ein Verlust von 0,95 Dollar pro Aktie ausgewiesen. Analysten hatten hingegen einen Gewinn von 0,15 Dollar pro Aktie erwartet.
Spürbar nachgaben auch das Chemieunternehmen The Chemours Company (–16,51 Prozent), das Kommunikationsunternehmen Akamai Technologies (–14,07 Prozent) und das Life-Sciences-Unternehmen Regencell Bioscience (–12,82 Prozent).

