Politik

Großbritannien erwartet erste Resultate bei EU-Wahl

Lesezeit: 1 min
23.05.2014 00:15
Die EU-Wahlen 2014 haben in den Niederlanden und in Großbritannien begonnen. Es wird eine geringe Wahlbeteiligung erwartet. Beobachter halten es für möglich, dass nur 30 Prozent der Wähler zu den Urnen gehen.
Großbritannien erwartet erste Resultate bei EU-Wahl

Mehr zum Thema:  
Europa >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Europa  

Bereits seit 07.30 Uhr kann in den Niederlanden und seit 8.00 Uhr, britischer Zeit, auch in Großbritannien zur EU-Wahl abgestimmt werden. Allerdings soll das Ergebnis erst Sonntag bekannt gegeben werden, um die anderen EU-Mitgliedstaaten nicht mit dem Resultat zu beeinflussen.

In beiden Ländern wird von einer Wahlbeteiligung von nur 30 Prozent ausgegangen. Umfragen des britischen Forschungsinstituts YouGov haben ergeben, dass die Ukip, mit 23 Prozent Kopf-an-Kopf, mit den regierenden Mitte-Rechts- Konservativen konkurriert. An dritter Stelle steht die Labour Party. Die Liberalen nehmen den vierten Platz ein.

Schenkt man dem Umfragepool Survation Glauben, so liegt die Ukip mit sogar 32 Prozent vorn und Labour mit 27 Prozent dahinter. Beide Umfragepools sind sich jedoch einig, dass Eurokritiker in Großbritannien eher dazu neigen, wählen zu gehen. Somit könnte Ukip seinen Rivalen um 5 Prozent schlagen. Nigel Farage, UKIP Führer, kritisiert die Konservativen als zu weich in ihrer EU-Kritik, so der EUobserver.

Doch Farage selbst ist wegen seiner "Nehmer-Qualitäten" ins Zwielicht geraten (mehr dazu hier).

In den Niederlanden liegen laut Nos-Umfrage die liberale Parteien VVD sowie die Demokraten 66 beide zwischen 15 und 18 Prozent. Die Partei PVV belegt derzeit mit 14 bis 17 Prozent den zweiten Platz und die mitte-linke Labour Fraktion 12 bis 14 Prozent. Im Gegensatz zu Großbritannien wird in den Niederlanden von weniger eurokritischen Wählern ausgegangen.

Geert Wilders, Vorsitzender der PVV, hat vorkurzem vor dem Europäischen Parlament in Brüssel einen Stern, der symbolisch für die Niederlande stehen sollte, aus der EU-Flagge geschnitten sowie ausländerfeindliche Parolen geäußert. Forscher der MDI-Monitoring-Gruppe haben 60.000 anti- marokkanische Tweets vom 19. März bis zum 19. Mai verzeichnet.

Die holländischen liberalen Parteien sind generell für die EU, aber auch für Reformen. So wollen sie, dass Machtpotential der EU-Institutionen einschränken. In Großbritannien haben sich die Wahlkampagnen eher auf innenpolitische Themen wie Löhne konzentriert.

Mit größeren Einschränkungen für Migranten aus der EU, haben die Tories und Labour versucht, Ukip-Stimmen abzuwerben. Die Konservativen haben auch von einem Referendum über die EU-Mitgliedschaft im Jahr 2017 gesprochen. Zweiter Mann hinter Cameron Osborn, Chris Leslie, sagte, dass es die größte Bedrohung für die britische Wirtschaft wäre, ihren größten Markt - die Europäischen Union- zu verlassen.

In Frankreich würden einer Le Monde-Umfrage zufolge 24 Prozent der Befragten für den National Front von Marine Le Pen stimmen (mehr hier).

Aktuell konkurrieren einundvierzig Parteien um 73 britische Sitze im Europäischen Parlament. Neunzehn Parteien wetteifern um die niederländische Vertretung von 23 Euroabgeordneten.


Mehr zum Thema:  
Europa >

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bertelsmann-Studie: Wie nachhaltig sind deutsche Unternehmen?
25.05.2024

Die Transformation deutscher Unternehmen befindet sich an einem entscheidenden Wendepunkt, der von der zunehmenden Digitalisierung, dem...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Nach den Protesten im Winter: Bauern wieder in schwieriger Geschäftslage
25.05.2024

Die finanzielle Situation vieler Höfe hatte sich zuletzt deutlich stabilisiert. Ist diese Phase für die Landwirtschaft nun schon wieder...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lieferdienst Getir ist vom Markt: Wie es bei den Lebensmittel-Lieferanten weitergeht
25.05.2024

Der Weg zum nächsten Supermarkt ist in Deutschland meist kurz. Trotzdem bestellen viele Menschen Brot, Käse, Obst und Gemüse längst...

DWN
Politik
Politik Die größte Demokratie der Welt wählt: Indiens verstärkt despotische Aussichten
25.05.2024

Einige Monate vor dem Beginn der indischen Parlamentswahlen am 19. April (die Wahlen dauern noch bis 1. Juni an) machte der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutscher Teeverband sorgt sich um Kleinbauern
25.05.2024

Der Deutsche Teeverband bangt wegen des neuen Liefergesetzes der EU um die Kleinbauern als Zulieferer. Eine Sorge, die die...

DWN
Technologie
Technologie China dominiert grüne Technologien – und wird zum Big Player der Erdölindustrie
25.05.2024

Chinas Exporte von Batterien, Elektroautos und Solarmodulen sind im vergangenen Jahr auf ein Rekordniveau gestiegen, womit das Land seine...

DWN
Politik
Politik Russische Taktiken und die europäische Sicherheitslandschaft: Norwegen im Fokus
25.05.2024

Tor Ivar Strømmen gilt als einer der angesehensten Militärwissenschaftler Norwegens. Kurz nach der Entdeckung der Lecks in der Nord...

DWN
Finanzen
Finanzen Fußball-EM 2024: Gemeinsam gucken und Steuer sparen - für Teamgeist und Motivation
25.05.2024

Sie wollen in der Firma den Teamgeist stärken und eine größere Identifikation der Mitarbeitenden mit dem Unternehmen schaffen? Laden...