Unternehmen

Rheinenergie will MVV-Anteile trotz massiver Wertverluste behalten

Lesezeit: 1 min
16.06.2014 16:38
Der Kölner Energiekonzern Rheinergie will seine Anteile an der Mannheimer Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft trotz immer schlechterer Zahlen behalten. Seit dem Ankauf der Aktien ist der Wert der MVV bereits um 60 Millionen geschrumpft. Rheinenergie gehört größtenteils den Steuerzahlern.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Energie  

Der Kölner Regionalversorger Rheinenergie will seine Beteiligung an dem Mannheimer Energieunternehmen MVV trotz einer erneuten Wertberichtigung gegenwärtig nicht abstoßen. "Wir beabsichtigen zum jetzigen Zeitpunkt nicht, unmittelbar zu verkaufen", sagte Rheinenergie-Chef Dieter Steinkamp am Montag auf der Bilanzpressekonferenz in Köln. Er schloss aber nicht aus, dass sich diese Frage später stellen könnte. MVV sei inzwischen eine reine Finanzbeteiligung für Rheinenergie. Wenn es bessere Anlagemöglichkeiten gebe, müsse die Beteiligung überprüft werden.

Die Kölner halten 16,3 Prozent an dem Mannheimer Versorger. Beim Einstieg vor einigen Jahren hatten die Unternehmen noch eine engere Zusammenarbeit angestrebt, zu der es aber letztendlich nicht kam. Die Ergebnisentwicklung von MVV sei unbefriedigend, nennenswerte Kooperationen seien ebenfalls nicht entwickelt worden, erklärte Rheinenergie. Die Kölner setzen inzwischen eher auf eine Zusammenarbeit mit Unternehmen in der Nähe, etwa den Stadtwerken Düsseldorf. 2013 schrieb Rheinenergie rund 53 Millionen Euro auf die MVV-Beteiligung ab. Vor einem Jahren hatten sie bereits eine Wertberichtigung von über 60 Millionen Euro vorgenommen. Über den aktuellen Buchwert des Pakets wollte sich der Vorstand mit Verweis auf die Börsennotierung von MVV nicht äußern.

Rheinenergie ist das größte Stadtwerk in Nordrhein-Westfalen. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielten die Kölner bei einem Umsatz von 3,7 Milliarden Euro einen Nettogewinn von 157 Millionen Euro. Dies waren 15 Millionen Euro weniger als im Vorjahr, was unter anderem an den gefallenen Strom-Großhandelspreisen lag. Rheinenergie gehört zu 80 Prozent der Stadt Köln und zu 20 Prozent dem Essener Energiekonzern RWE.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

 


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen JP Morgan ist der größte Silberpreis-Manipulator der Geschichte – Tatsächlicher Preis bei 1.000 Dollar pro Unze?

US-Großbank JP Morgan ist bekannt als der größte Silberpreis-Manipulator der Geschichte. Doch die steigende Nachfrage, die Abkehr von...

DWN
Finanzen
Finanzen Neues Zeitalter: Startschuss für den epochalen „Great Reset“ des Finanzsystems

Das internationale Finanzsystem, das durch billiges Geld der Zentralbanken überflutet wurde, steht vor dem Kollaps, weil es marode ist....

DWN
Politik
Politik Das große DWN-Interview mit dem Pentagon über Russland und China

In einem exklusiven Gespräch mit den DWN teilt das Pentagon mit, dass eine stabile und berechenbare Beziehung zu Russland erwünscht sei....

DWN
Finanzen
Finanzen Wie sinnvoll ist es, in Platin oder Palladium zu investieren?

Platin und Palladium sind bei Anlegern weitaus weniger beliebt als Gold uns Silber. Die Investition ist riskanter und schwieriger.

DWN
Technologie
Technologie Sehr ungewöhnlich: Schottische Wissenschaftler produzieren aus Kunststoff-Flaschen Vanillin

Vanillin ist ein sehr wichtiger Aromastoff, der sich nicht nur im Speiseeis, sondern auch in Kosmetika befindet. Forschern aus Edinburgh...

DWN
Deutschland
Deutschland Mehr Arbeit, weniger Urlaub: Institut der deutschen Wirtschaft stellt umstrittene Forderung

Das Institut der deutschen Wirtschaft fordert, dass in Deutschland die Arbeitszeit erhöht wird. Doch der Bundesverband Mittelständische...

DWN
Politik
Politik „Erste Auffrischungen im Herbst“: Niemand weiß, wie lange der Impfschutz anhalten wird

Niemand weiß, wie lange der von Impfungen ausgehende Schutz anhält. Karl Lauterbachs Tipp: sechs Monate. Im Herbst stünden dann die...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft IEA wirft Klima-Mantra über Bord, fordert von OPEC „Aufdrehen der Pipelines“

Wenige Wochen, nachdem ihre Ökonomen einen sofortigen Stopp aller Investitionen im Öl- und Gassektor forderten, macht die Internationale...