Von der Leyen bittet Bundeswehr um „freiwilligen Ebola-Einsatz“

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 2 min
22.09.2014 17:30
Verteidigungsministerin Von der Leyen wirbt in der Bundeswehr um Freiwillige für einen Einsatz gegen Ebola. Es seien jetzt „alle gefragt, schnell und wirkungsvoll zu helfen“. Ob die oberste Befehlshaberin selbst mit in das Seuchengebiet reisen will, ist nicht bekannt.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Im Kampf gegen die Ebola-Seuche in Westafrika wirbt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen um freiwilliges medizinisches Personal der Bundeswehr. In einem am Montag veröffentlichten Aufruf an die Truppe erklärte sie, es seien jetzt „alle gefragt, schnell und wirkungsvoll zu helfen“. Ärzte und Pfleger, Logistiker und Techniker erhielten eine umfassende Unterweisung und gingen mit klaren Rahmenbedingungen in den Einsatz. „Im Notfall können Sie sich darauf verlassen, dass Sie nach Deutschland zurückgeholt und Sie in Deutschland medizinisch fachgerecht behandelt werden“, führte die CDU-Politikerin in dem Reuters vorliegenden Schreiben an die Soldaten aus.

Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Jens Flosdorff, sagte, die Bundeswehr verfüge außer über Ärzte auch über Pflegekräfte, Apotheker und Hygienefachkräfte. Allerdings nur etwa zwei Prozent aller Mediziner in Deutschland gehörten der Truppe an. Pflegekräfte seien ohnehin meist zivil beschäftigt. Von der Leyen könnte die Soldaten anweisen, nach Westafrika zur Seuchenbekämpfung zu ziehen. Nach Angaben Flosdorffs will sie von einem solchen Befehl aber nicht Gebrauch machen.

Dem Sprecher zufolge sollen die Freiwilligen vor ihrem Einsatz unter anderem in Hygienemaßnahmen und im Schutz vor Ansteckungen geschult werden. Zudem müssten mit ihnen Versicherungsfragen, die Länge des Einsatzes, die Bezahlung und Rückholmöglichkeiten besprochen werden.

Flosdorff räumte ein, die fliegenden Krankenstationen Medewac und spezielle Transall-Maschinen verfügten bisher nicht über die notwendigen Isoliereinheiten, um eine Rückholgarantie zu erfüllen. Es brauche daher noch etwas Zeit, um diese in die Flugzeuge einzubauen. "Wir trauen uns aber zu, dass wir das in wenigen Wochen schaffen." Allerdings gehe es dabei auch nur um Personen, bei denen die Krankheit noch nicht voll ausgebrochen sei. Daher werde das Auswärtige Amt ein Flugzeug mit eingebauter Isolierstation anschaffen. Die Bundeswehr werde dann in der Lage sein, „jeden dort herauszuholen“.

Laut Regierungssprecher Steffen Seibert bemühen sich die Bundesregierung und Kanzlerin Angela Merkel persönlich, außer über die Bundeswehr auch anderes medizinisches Personal für den Kampf gegen Ebola zu gewinnen.

Die Bundeswehr soll gemeinsam mit Frankreich eine Luftbrücke in die betroffenen Länder aufbauen. Zu diesem Zweck soll ein Stützpunkt vermutlich in Katar eingerichtet werden. Die Bundeswehr soll auch dem Deutschen Roten Kreuz beim Aufbau eines mobilen Krankenhauses mit mehr als 300 Betten helfen, darunter ist auch eine Station der Armee mit 50 Betten.

Allein in Sierra Leone wurden während einer dreitägigen Ausgangssperre, die bis Sonntagnacht dauerte, 130 neue Fälle registriert, die Ergebnisse zu 39 weiteren Verdachtsfällen standen noch aus. Während der Ausgangssperre sollten sämtliche Haushalte von Behördenmitarbeitern und Helfern aufgesucht werden. Der Krisenstab der WHO warnte erneut davor, Reisen oder den Handel zwischen den betroffenen Ländern zu verbieten, da diese dadurch isoliert würden.

Die Zahl der Ebola-Toten ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf 2793 gestiegen. Mindestens 5762 Menschen haben sich seit März infiziert. Besonders betroffen vom bislang stärksten Ausbruch der Krankheit sind Liberia, Sierra Leone und Guinea. Auch aus Nigeria und dem Senegal sind Fälle bekannt.


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elektromobilität: In jedem Wandel stecken Chancen

Emissionen verringern, Kosten sparen und Imagegewinne erzielen – die Gründe für Unternehmen, in der Flotte auf Fahrzeuge mit...

DWN
Politik
Politik Die Abenteuer des Monsieur Macron, oder: Wie Frankreich sich einen neuen Napoleon wünschte - aber einen Don Quijote bekam

Emmanuel Macron war angetreten, Frankreich aus seiner lähmenden Erstarrung zu befreien. Doch daraus ist nichts geworden, wie DWN-Kolumnist...

DWN
Politik
Politik Deutschland hat bereits eine Reichensteuer: Sie beträgt 500 Milliarden Euro im Jahr

DWN-Kolumnist Christian Kreiß zeigt auf, wie der Neoliberalismus unsere Demokratie aushöhlt - und wir alle dabei mitmachen müssen. Ob...

DWN
Politik
Politik Duda gegen die deutschen Medien: Volle Attacke

Das neue und alte polnische Staatsoberhaupt Andrzej Duda greift Deutschland gerne mal frontal an – oft allerdings nur aus politischem...

DWN
Finanzen
Finanzen Weltleitwährung unter Druck: Der Euro verdrängt den Dollar im chinesisch-russischen Handel

Der Euro gräbt dem Dollar im bilateralen Handel zwischen China und Russland das Wasser ab, während beide Staaten ihre Zusammenarbeit auf...

DWN
Technologie
Technologie Erpresser-Software weltweit auf dem Vormarsch: Cyber-Kriminelle verursachen Schäden von 20 Milliarden Dollar

Erpresser richten mit Schad-Software immer mehr Schäden an. Opfer war dieses Jahr sogar die von der Bundesregierung zur Eindämmung von...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Diese 19 Autobauer machen weltweit den größten Umsatz

Wie lange braucht Tesla, um den Monatsumsatz von VW zu erreichen? Diese und viele andere Fragen beantwortet der folgende Artikel.

DWN
Politik
Politik Endkampf zwischen Nationalisten und Globalisten geht in entscheidende Runde

Weltweit stehen sich nicht Staaten, sondern die Lager der Nationalisten und Globalisten gegenüber. Trump und Putin befinden sich im Lager...

DWN
Finanzen
Finanzen Zentralbanken fürchten um ihre Macht: Gehört die Zukunft einer goldgedeckten Digitalwährung?

DWN-Kolumnist Ernst Wolff analysiert den Kampf um die Währung der Zukunft.

DWN
Politik
Politik FBI verhinderte Gift-Anschlag auf US-Präsident Trump

Das FBI hat Berichten zufolge einen Gift-Anschlag auf US-Präsident Trump vereitelt.

DWN
Politik
Politik 75 Jahre Vereinte Nationen: Kein Grund zum Feiern

Die UN verlieren zunehmend an Bedeutung - dafür ist nicht nur, aber vor allem, ihr Sicherheitsrat verantwortlich.

DWN
Politik
Politik Das große DWN-Interview mit dem echten Top Gun-Piloten

Im Interview mit den Deutschen Wirtschaftsnachrichten schildert Dave Baranek seine Erfahrungen als Kampfpilot und Ausbilder bei der...

DWN
Politik
Politik Russland-Affäre: Untersuchung des US-Senats entlastet Trump - belastet jedoch Putin

Inwiefern hat Donald Trump im Präsidentschaftswahlkampf 2016 Hilfe von Russland bekommen? Eine parteiübergreifende Untersuchung des...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Niedrige Lohnkosten, sichere Lieferketten: Wird Polen das neue China?

Die Pandemie hat gezeigt, dass China unberechenbar ist. Eine Analyse am Beispiel VW, warum Polen als Standort aufgewertet werden muss.

DWN
Technologie
Technologie Künstliche Intelligenz unterstützt Ärzte bei Krebs-Diagnose

Die Zahl der Krebsfälle steigt immer mehr. Eine neue Technologie soll Mediziner dabei unterstützen, die Krankheit zu diagnostizieren,

celtra_fin_Interscroller