Börse: Dax fällt auf Zehn-Monats-Tief

Der Dax fällt am Dienstag auf den schlechtesten Wert seit Mitte Dezember. Zudem fallen weltweit die Rohstoff-Preise deutlich.

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Der Dax in der Jahresübersicht. (Grafik: <a href="http://www.ariva.de/dax-index/chart?t=year&amp;boerse_id=12" target="_blank" rel="nofollow">ariva.de</a>)

Der Dax in der Jahresübersicht. (Grafik: ariva.de)

Die Furcht vor einer Rezession hat den Dax am Dienstag zeitweise auf den tiefsten Stand des Jahres gedrückt. „Eine nahende weltweite Konjunkturabschwächung verbunden mit fallenden Unternehmensgewinnen ist jetzt das an der Börse meist gehandelte Szenario“, sagte Andreas Paciorek, Analyst des Online-Brokers CMC Markets. Im Laufe des Vormittags machte der deutsche Leitindex seine Verluste zwar wett. „Die aktuelle Erholung steht allerdings auf sehr wackligen Füßen“, warnte der CMC-Experte.

Die Finanzmärkte litten Experten zufolge unter den Nachwehen des am Vortag bekanntgegebenen 8,8-prozentigen Einbruchs der Gewinne der chinesischen Industrie. Dies schlug sich auch auf die Rohstoffpreise nieder, da die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft der größte Abnehmer für Eisen, Kupfer & Co ist. So fiel der Stahlpreis an der Börse Shanghai um bis zu 2,3 Prozent auf ein Rekordtief von 1828 Yuan (287 Dollar) je Tonne. Eisenerz verbilligte sich zeitweise sogar um 3,3 Prozent auf 361 Yuan (56,72 Dollar). Der Preis-Schock sorgt zudem für Panik-Verkäufe beim weltgrößten Rohstoff-Händler Glencore.

Im Sog kräftiger Kursverluste der Aktienbörsen Tokio und Shanghai rutschte der Dax um bis zu 1,7 Prozent ab und notierte mit 9325,05 Punkten auf dem niedrigsten Stand seit Mitte Dezember. Anschließend drehte er ins Plus und notierte 0,5 Prozent fester bei 9529 Zählern. Der EuroStoxx50 legte nach anfänglichen Verlusten ähnlich stark auf 3052 Stellen zu.

Zwar hofften offenbar einige Anleger auf zusätzliche Geldspritzen der Regierung in Peking zur Ankurbelung der dortigen Konjunktur, schrieben die Analysten der Essener National-Bank in einem Kommentar. Sie warnten aber vor überzogenen Erwartungen an derartige Hilfen. „Die hohen Wachstumsraten, die das Land in der Vergangenheit produziert hat, sind Geschichte.“

Für Verunsicherung sorgten zudem die jüngsten Aussagen von US-Notenbankern zur Geldpolitik. Während einige für eine Verschiebung der Zinswende auf Anfang 2016 plädierten, sprachen sich andere für eine Anhebung Ende 2015 aus. „Dass die Fed-Vertreter die unterschiedlichen Einschätzungen öffentlich diskutieren, ist nichts Neues“, urteilten National-Bank-Experten. „Derzeit würden die Marktteilnehmer wohl klarere Botschaften präferieren.“ Vor diesem Hintergrund kostete der Euro mit 1,1225 Dollar etwas weniger als am Vortag. Der Bund-Future, der auf der zehnjährigen Bundesanleihe basiert, stagnierte bei 156,13 Punkten.

Bei den Aktienwerten standen erneut die Autobauer unter Verkaufsdruck, die immer noch unter der Volkswagen -Affäre litten. VW, BMW und Daimler rutschten um bis zu fünf Prozent ab. Die europäischen Konkurrenten Renault, Peugeot und Fiat verloren sogar bis zu 6,5 Prozent.

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