Finanzen

Amazon Firephone ein Flop, Aktie bricht ein

Lesezeit: 2 min
24.10.2014 13:02
Amazon hat mit dem Absatz des Fire-Phones die Erwartungen verfehlt. Die Aktie fiel nachbörslich um zehn Prozent. Damit wurden mehr als 15 Milliarden Dollar an Börsenwert vernichtet.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Amazon hat trotz eines Umsatzsprungs von 20 Prozent die Erwartungen verfehlt und Anleger mit seinem Ausblick auf das wichtige Weihnachtsgeschäft enttäuscht. Finanzchef Tom Szkutak zufolge hat der Versandhändler unter anderem mit dem starken Dollar zu kämpfen. Die Aktie fiel nachbörslich um fast zehn Prozent. Damit wurden mehr als 15 Milliarden Dollar an Börsenwert vernichtet.

Insbesondere der Absatz des neuen Firephones blieb hinter den Erwartungen zurück. Amazon stellte Abschreibungen in Höhe von  170 Millionen Dollar „hauptsächlich in Zusammenhang mit dem Firephone.“  Amazon hatte zu viele Geräte bestellt und konnte die Versprechungen an die Lieferanten nicht halten. Am Ende des dritten Quartals hatte der Konzern ein Firephone-Inventar von 83 Millionen Dollar übrig, berichtet Techchrunch.

Wie schon im zweiten Quartal wies Amazon am Donnerstag nach Börsenschluss auch für das abgelaufene dritte Vierteljahr einen unerwartet deutlichen Anstieg des Verlustes auf diesmal 437 Millionen Dollar aus. Doch jetzt kam dazu noch ein überraschend geringes Umsatzwachstum und die Aussicht, dass die Erlöse auch im laufenden Quartal hinter dem erwarteten Zuwachs von „20 plus x Prozent“ zurückbleiben werden. „Damit ist die Wachstumsstory fast vom Tisch“, sagte Tob Plaza, Analyst bei der Key Private Bank. „Das war ein hässliches Quartal.“

Von Juli bis September steigerte Amazon den Umsatz zwar um 20 Prozent auf 20,58 Milliarden Dollar. Das lag aber rund 250 Millionen Dollar unter den Prognosen der Experten. Der Verlust von 437 Millionen Dollar bedeutete pro Aktie einen Fehlbetrag von 95 Cent, erwartet worden waren nur 74 Cent. Für das wegen des Weihnachtsgeschäfts wichtige vierte Quartal blieb Amazon mit seiner Umsatz-Prognose von 27,3 bis 30,3 Milliarden Dollar hinter den Erwartungen von im Schnitt 30,89 Milliarden zurück. In der vergangenen Woche hatte der Online-Händler eBay seine Prognosen kassiert und dies unter anderem auch mit Auswirkungen des gestiegenen Dollar-Kurses begründet.

Amazon hatte in der Vergangenheit wiederholt Verluste ausgewiesen, weil der Konzern in neue Geschäftsfelder wie Smartphones, Tablets, Videospiele und TV-Serien investierte. Der US-Konzern stellt sich damit zwar sehr breit auf und ist dadurch rasant gewachsen. Zuletzt wurden Anteilseigner aber nervös. Schon bei der Vorlage der Verlusts für das zweite Quartal, der mit 126 Millionen Dollar doppelt so hoch ausgefallen war wie erwartet, stürzte die Aktie um zehn Prozent ab. Amazon hatte damals erklärt, die hohen Ausgaben belasteten zwar kurzfristig weiter die Bilanz. Langfristig werde sich dies aber rechnen.

Auch in den vergangenen drei Monaten hatte Amazon Geld investiert. So wurde das Billig-Smartphone Firephone auf den Markt gebracht, mit dem Amazon gegen Video- und Streamingdienste wie MaxDome oder Netflix antritt. Ende August hatte Amazon beim größten Zukauf seiner 20-jährigen Firmengeschichte fast eine Milliarde Dollar für die Videospiele-Plattform Twitch bezahlt. Damit sollen noch mehr eigene Inhalte angeboten werden, die dann auf Amazons Instant Video, dem Kindle-Tablet und der Fire TV Set-Top-Box laufen können.

In Deutschland liegt Amazon seit langem mit Verdi im Streit. Die Gewerkschaft fordert höhere Löhne sowie tarifliche Regelungen wie im Einzel- und Versandhandel. Amazon nimmt indes die Logistikbranche als Maßstab, in der weniger gezahlt wird.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Politik
Politik Palästinenser nehmen Tel Aviv unter Beschuss, Israel zerstört Medien-Hochhaus in Gaza

Gleich drei Mal gab es in Tel Aviv Raketenalarm. Israels Militär zerstört Dutzende Waffenfabriken der Hamas und ein Hochhaus mit...

DWN
Politik
Politik Unionsfraktionsvize will CO2-Preis ab 2022 fast verdoppeln

Andreas Jung schlägt vor, den CO2-Preis auf Öl und Gas bereits im kommenden Jahr drastisch zu erhöhen. Benzin würde sich dadurch um 13...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Inflationswarnung: Getreidehändler melden historische Preisanstiege

Getreidehändler verzeichnen historische Preisausschläge, die sich bald auch in den Supermärkten zeigen werden - etwa bei Mehl, Fleisch...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Konkurrent Ethereum setzt seinen Höhenflug fort

Ethereum eilt von Allzeithoch zu Allzeithoch. Damit entkoppelte sich die Währung in den letzten Wochen vom restlichen Kryptomarkt, der...

DWN
Politik
Politik Nahost-Konflikt: Jede Chance auf Frieden löst ein Blutbad aus

Friedensverhandlungen zwischen Palästinensern und Israelis sind sinnlos, wie die Geschichte lehrt: Nur wenn die Fronten verhärtet sind,...

DWN
Politik
Politik Deutschlandweit Proteste gegen Israel, Ausschreitungen in Berlin

Auch in Deutschland sind die Auswirkungen des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern zu spüren. Zunächst friedliche...

DWN
Technologie
Technologie China landet erstmals Rover auf dem Mars

China feiert die erfolgreiche Landung der Sonde Tianwen-1 auf dem Mars. Es ist das erste Mal, dass das Land auf einem Planeten eine Sonde...

DWN
Deutschland
Deutschland 850 Menschen stehen in Bayern Schlange für eine Impfdosis

Im oberbayerischen Ebersberg standen am Samstag 850 Menschen an, einige schon ab 5 Uhr früh. Der Vorfall ist kein Einzelfall.