Gemischtes

Neues Antibiotikum im Schlamm gefunden

Lesezeit: 1 min
09.01.2015 10:30
Eine neue Art von Super-Antibiotika hat ein deutsch-amerikanisches Forscherteam in gewöhnlichem Schlamm gefunden. Der natürliche Wirkstoff soll sogar multiresistente Erreger von Blutvergiftungen oder Anthrax-Bazillen töten. Die besondere Wirkweise mache es den Bakterien zudem quasi unmöglich, Resistenzen zu entwickeln.
Neues Antibiotikum im Schlamm gefunden

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Ein neues Antibiotikum names Teixobactin ist der neue Hoffnungsgträger der Medizin gegen multiresistente Keime. Der Wirkstoff wird von Boden-Bakterien produziert, die Forscher aus Bonn und Boston ausgerechnet im Bodenschlamm vor der eigenen Haustür gefunden haben. Diese produzieren das Teixobactin, um sich gegen konkurrierende Mikroben zu behaupten.

Ihr Giftstoff wirkt jedoch völlig anders als alle bisher bekannten Antibiotika: Er greift die lipide Schutzhülle an, die besonders hartnäckige Bakterien bisher gegen Antibiotika geschützt hat. Darunter fallen etwa Anthrax- und Tuberkulose-Bazillen und andere hochgefährliche Erreger von Lungenentzündungen und Blutvergiftungen, berichtet der National Geographic.

Durch das ungewöhnliche Wirkprinzip, dass die Bakterien an verschiedenen Stellen „durchlöchert“, schließen die Forscher eine Resistenzentwicklung der Erreger gegen den Wirkstoff quasi aus, berichten sie im Fachmagazin Nature.

Erste Tierversuche lieferten vielversprechende Ergebnisse: Alle Labormäuse überlebten dank Teixobactin eine ansonsten tödlich verlaufene Infektion mit hochresistenten Formen von Staphylococcus aureus. Auch Lungeninfektionen durch Pneumokokken konnten erfolgreich behandelt werden. Das Antibiotikum erwies sich zudem als gut verträglich.

Die Entdeckung kommt zur rechten Zeit. Erst vor kurzem hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO gewarnt, die eklatante Zunahme multiresistenter Keime könnte eine „Post-Antibiotika-Ära“ einleiten, in der keine Medikamente mehr gegen bekannte Erreger wirken und selbst kleine Wunden durch Entzündungen wieder tödlich würden, berichtet das MIT-Magazin Technology Review.

Um Teixobactin zu finden, nutzten die Forscher einen so genannten iChip, der Bodenproben auf nützliche Bakterien und Wirkstoffe screent. Die  nächste Herausforderung sei nun, die bisher nicht kultivierbaren „wilden“ Bakterien auch für die Massen-Produktion zu züchten. Klinische Studien seien in etwa zwei Jahren möglich.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland IWF und Bundesregierung planen die Enteignung des deutschen Mittelstands

DWN-Kolumnist Ernst Wolff fordert den Mittelstand auf, sich zu wehren - weil seine Existenz gefährdet ist.

DWN
Politik
Politik Gegenspieler von Papst Franziskus: Die Kräfte der Finsternis greifen nach der Macht

Im zweiten Teil des großen DWN-Interviews mit dem umstrittenen Erzbischof Carlo Maria Viganò gibt dieser weitere tiefe Einblicke in seine...

DWN
Politik
Politik Bill Gates warnt vor Bio-Terrorismus mit Viren und Klimawandel

Der US-Milliardär prognostiziert, dass künftig Personen Viren gezielt entwickeln könnten, um sie freizusetzen. Er warnt offen vor...

DWN
Politik
Politik Wie das mächtige Weltwirtschaftsforum die Klima-Aktivistin Greta Thunberg hofiert

Das Weltwirtschaftsforum hofiert seit Jahren die Klima-Aktivistin Greta Thunberg. Beim Forum wird sie als „Agenda Contributor“...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin schwächelt: Ende des Bullenmarkts oder Chance zum Einstieg?

Seit seinem Rekordhoch am 21. Februar befindet sich Bitcoin in einer Phase der Schwäche. Doch Analysten erwarten weitere Rekorde, sobald...

DWN
Politik
Politik Starker Auftakt: Biden weist China in die Schranken - Xi hätte es lieber mit Trump zu tun

Der letzte britische Gouverneur von Hongkong, Christopher Patten, hat eine meinungsstarke Analyse verfasst. Der neue US-Präsident hat die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bosch: Mit Künstlicher Intelligenz Störungen in der Fertigung beseitigen - und Millionen einsparen

Die Künstliche Intelligenz ist überall im Vormarsch. Jetzt führt auch der Mittelständler Bosch ein neues System ein, das besonders...

DWN
Politik