Politik

Athen als Vorbild: Krisen-Staaten wollen EU-Vorgaben nicht erfüllen

Lesezeit: 1 min
06.02.2015 17:54
Griechenland wird zum Vorbild für andere Krisen-Länder der Euro-Zone: Zypern weigert sich, die Reformen der Troika weiter umzusetzen. In Italien warnt die Notenbank vor den übermäßig scharfen Vorgaben der EZB.

Benachrichtigung über neue Artikel:  

In Italien warnt die Notenbank vor negativen Auswirkungen der strengeren Kapitalanforderungen an Kreditinstitute. Übermäßig scharfe Vorgaben könnten zulasten der Darlehensvergabe gehen und damit das Wachstum schwächen, sagte Notenbank-Vize Fabio Panetta am Freitag in Rom. In Italien war zuletzt die Kritik an der EZB schärfer geworden, die seit November die größten Geschäftsbanken der Euro-Zone überwacht und zusätzliche Kapitalpuffer verlangt. Beim jüngsten EZB-Stresstest hatten die italienischen Banken am schlechtesten abgeschnitten - Monte Paschi und Carige müssen noch immer große Kapitallöcher stopfen.

Nach Griechenland streiten die internationalen Geldgeber nun auch mit Zypern über die Umsetzung vereinbarter Reformen. Die Troika aus EU-Kommission, IWF und EZB erklärte am Freitag die aktuelle Überprüfung der Auflagen für gescheitert.

Man wolle diese abschließen, sobald die Voraussetzungen für eine Einigung geschaffen worden seien. Knackpunkt war zuletzt ein Gesetz zu Zwangsvollstreckungen, dessen Umsetzung die Troika verlangt, das zyprische Parlament aber ausgesetzt hat. Mit dem Gesetz soll die Anzahl der Kredite verringert werden, die nicht mehr bedient werden.

In Portugal hingegen wird vor einer Sonderbehandlung Griechenlands im Kampf gegen die Schuldenkrise kritisch gesehen. Das Land müsse seinen Verpflichtungen gegenüber den Euro-Partnern genauso nachkommen wie Portugal, sagte der portugiesische Wirtschaftsminister Antonio Pires de Lima auf einer Reuters-Veranstaltung in Lissabon. Sein Land habe harte Jahre des Sparens hinter sich. Die heimische Regierung habe sich für einen Weg entschieden, „der nicht der einfachste war“, um Glaubwürdigkeit zurückzuerlangen und auf den Wachstumspfad zurückzukehren. „Das ist auch unsere Einstellung zur Situation in anderen Ländern“, sagte der Minister.

Athen müsse sich an die Spielregeln der Euro-Mitgliedsstaaten halten. Eine Neuverhandlung über die Schulden Griechenlands schloss Pires de Lima aus. Ein Ansteckungsrisiko durch die griechische Schuldenkrise sehe er nicht. „Das Projekt der Einheitswährung ist nicht gefährdet“, sagte er. „Am Ende des Tages ist Griechenland Herr über sein eigenes Schicksal.“

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..



DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Russlands Öl- und Gasvorkommen gehen zur Neige

Die Öl- und Gasvorkommen der Russischen Föderation werden nach offiziellen Angaben bald zur Neige gehen, sagt der russische...

DWN
Finanzen
Finanzen Inflationsschock in den USA: Verbraucherpreise steigen um 4,2 Prozent

Die Furcht vor einer höheren Inflation lastet seit Tagen auf den Aktienmärkten. Nun meldet das Arbeitsministerium die höchste...

DWN
Deutschland
Deutschland Mieter und Vermieter müssen CO2-Sondersteuer bezahlen: „Am Ende der Kanzlerschaft Merkels ist das vermietete Privateigentum in akuter Gefahr“

Die Kosten der neuen Sondersteuer auf das Naturgas CO2 müssen Mieter und Vermieter künftig zu gleichen Teilen bezahlen. Vertreter der...

DWN
Finanzen
Finanzen Alzheimer: So bewahren Sie Freiheit, Finanzen und Lebensqualität trotz Diagnose

Betroffene und Angehörige reagieren zuerst geschockt auf die Diagnose von Alzheimer oder anderen Demenzerkrankungen. Doch gerade in diesen...

DWN
Politik
Politik Der „Great Reset“ ist keine Verschwörungstheorie, sondern eine Realität

Der „Great Reset“ wird in der Öffentlichkeit als Verschwörungstheorie abgetan. Doch das stimmt nicht. Es handelt sich dabei um eine...

DWN
Deutschland
Deutschland Heute vor 72 Jahren: Alliierte Militärgouverneure genehmigen das Grundgesetz

Am 12. Mai 1949 hatten die Militärgouverneure Clay, Robertson und Koenig das Grundgesetz vorbehaltlich der Bestimmungen des...

DWN
Deutschland
Deutschland Drosten: Ohne Corona-Impfung wird man sich "unweigerlich infizieren"

Wer sich gegen eine Impfung entscheide, der werde sich "unweigerlich" mit dem Corona-Virus infizieren, sagte der Virologe Christian...

DWN
Politik
Politik Baerbock will mindestens 2 Prozent der Fläche Deutschlands mit Windkraftanlagen bestücken

Annalena Baerbock zufolge müssen mindestens 2 Prozent der gesamten deutschen Landfläche mit Windkraftanlagen bestückt werden, um das...