Finanzen

Staatsanleihen der Ukraine stürzen ab, Jazenjuk spricht von Staatspleite

Lesezeit: 1 min
19.02.2015 00:55
Nach der offenkundigen Niederlage des ukrainischen Militärs in Debalzewo sind die Staatsanleihen des Landes abgestürzt. Für Verunsicherung sorgt, dass offenbar den Gläubigern der Ukraine ein Schuldenschnitt droht. Der ukrainische Premier Jazenjuk sagte, dass die Ukraine ohne den aktuellen Not-Kredit des IWF die Staatspleite anmelden müsse.
Staatsanleihen der Ukraine stürzen ab, Jazenjuk spricht von Staatspleite

Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Die ukrainischen Staatsanleihen befinden sich aufgrund der instabilen Lage im Osten der Ukraine im Abwärtstrend. Die ukrainische Armee musste in der Stadt Debalzewo eine empfindliche Niederlage hinnehmen und hat den Rückzug angetreten. Der Charakter des Rückzuges zeigte, dass die ukrainische Führung nur noch bedingt Herr der Lage im eigenen Land ist (Video am Anfang des Artikels).

Der Marktwert der Anleihe über 2,6 Milliarden Dollar mit Fälligkeit im Jahr 2017 fiel auf 49,4 Cent. Die Anleihe über 1,25 Milliarden Dollar mit Fälligkeit im Jahr 2023 fiel auf 46,8 Cent und die Anleihe, die in diesem Jahr fällig wird, wurde bei 52,9 Cent je Dollar Nominalwert gehandelt, berichtet die Financial Times.

Zudem droht eine Schulden-Umstrukturierung, von der private Gläubiger betroffen wären. Der IWF hat sich mit der Regierung in Kiew über eine Kredit-Linie von 17,5 Milliarden Dollar geeinigt und verlangt im Gegenzug einen „Hair-Cut“ bei den privaten Anleihe-Gläubigern. Im Verlauf des vergangenen Jahres haben die Anleihen über 21 Prozent an Wert verloren und verzeichneten unter 59 Staaten nach venezolanischen Anleihen den größten Wertverlust.

Ein weiteres Risiko für die privaten Gläubiger stellt ein möglicher Bankrott der Ukraine dar. Deshalb hatte zuvor der US-Investor George Soros, der ganz offenkundig in die hochriskanten ukrainischen Schuldtitel investiert hat, Milliarden-Kredite der EU für die Ukraine gefordert.

Aber auch Russland hat der Ukraine Kredite gewährt und könnte von einer Ausstiegs-Option Gebrauch machen. Denn die Finanzlage der Ukraine wird immer prekärer: Am Montag sagte Premier Arseni "Jaz" Jazenjuk laut der ukrainischen Nachrichtenagentur Ukrinform, dass die Ukraine ohne den kurzfristigen Kredit des IWF die Staatspleite hätte anmelden müssen. Jazenjuk unterstellt in seiner Bemerkung, dass die Auszahlung des IWF-Kredits in der Höhe von 17 Milliarden Dollar schon erfolgt sei. Das stimmt allerdings nicht: Denn seine Finanzministerin Natalie Jaresko sagte, sie "hoffe" dass die Zahlung im März erfolge, wie Ukrinform berichtet. Danach will die frühere US-Investmentbankerin die Verhandlungen mit den Gläubigern beginnen, bei denen es wohl um einen Schuldenschnitt gehen dürfte - zu denen auch der IWF gehört.

Wie lange die Ukraine mit den aktuellen IWF-Krediten auskommt, ist ungewiss. Die Zerstörung der Industrie im Donbass dürfte auch der ukrainischen Wirtschaft nachhaltig schaden.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..



DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Politik
Politik Der Klimaschutz entwickelt sich zur Seifenoper: Die Aktivisten ergehen sich in hohlen Phrasen - statt tatkräftig anzupacken

DWN-Kolumnist Ronald Barazon glaubt, dass Klimaschutz notwendig ist. Aber Ergebnisse seien nicht mit Protest und Phrasendrescherei zu...

DWN
Politik
Politik Auch Biden praktiziert "America first": Die USA gehen auf Konfrontationskurs mit Russland und China

Amerika will keine Zusammenarbeit mit Russland und China, sondern seine Vorherrschaft weiter ausbauen: Das schreibt DWN-Gastautor Rüdiger...

DWN
Finanzen
Finanzen Wann werden die Zentralbanken endlich abgeschafft?

All die vielen monetären Anstrengungen der letzten Jahrzehnte waren anscheinend umsonst. Die Zentralbanken verfehlen ständig ihre Ziele...

DWN
Politik
Politik Strenge der Corona-Maßnahmen korreliert nicht mit den Todeszahlen

Wenn man die Corona-Daten der 50 US-Bundesstaaten vergleicht, so steht man vor einem Rätsel. Denn zwischen Maskenpflicht und Lockdowns auf...

DWN
Politik
Politik Der „Great Reset“ ist keine Verschwörungstheorie, sondern eine Realität

Der „Great Reset“ wird in der Öffentlichkeit als Verschwörungstheorie abgetan. Doch das stimmt nicht. Es handelt sich dabei um eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Alzheimer: So bewahren Sie Freiheit, Finanzen und Lebensqualität trotz Diagnose

Betroffene und Angehörige reagieren zuerst geschockt auf die Diagnose von Alzheimer oder anderen Demenzerkrankungen. Doch gerade in diesen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Merkel lehnt Freigabe von Impfstoff-Patenten durch Pharmakonzerne ab

Kanzlerin Angela Merkel hat den Vorstoß von US-Präsident Joe Biden für eine befristete Aussetzung des Patentschutzes für...

DWN
Deutschland
Deutschland Banken und Sparkassen vereinheitlichen ihre Online-Bezahlverfahren

Kunden deutscher Banken sollen es beim Shoppen im Internet künftig einfacher haben. Die heimische Kreditwirtschaft verzahnt ihre...